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Lesehalbzeit Mai 2020

Mücke | Ein absolutes Highlight ist Jane Harpers dritte Outback-Geschichte Zu Staub. Im Untertitel steht zwar „Thriller“, aber das ist der Roman nicht, sondern ein mitreißendes Familiendrama, das die Geschichte von 3 Brüdern auf ihren Farmen in der nahezu endlosen Weite des australischen Hinterlandes fernab der Zivilisation erzählt. Der mittlere Bruder, Cameron, wird tot in der gnadenlos heißen Wüste gefunden. In letzter Zeit soll er nicht mehr er selbst gewesen sein. Aber war es tatsächlich Selbstmord? Ein sehr bizarrer dazu. Aus der Sicht von Nathan, dem Ältesten, erfährt der Leser nach und nach mehr über lange verdrängte Probleme und Geheimnisse in der Familie, die letztendlich zum Tod von Cameron führten. Der Roman, der zum neuen Genre „Outback Noir“ gehört, ist nicht actiongeladen und in keiner Weise blutrünstig, dennoch fesselt und fasziniert er so, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Großartig!
Desert Nurse von Pamela Hart beginnt 1911 in Australien. Emily Northey möchte studieren und Ärztin werden, doch ihr Vater verbietet es ihr und weigert sich, das mütterliche Erbteil auszuzahlen.
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Die junge Frau lässt sich heimlich zur Krankenschwester examinieren und meldet sich 1914 freiwillig bei der australischen Armee. Sie wird nach Ägypten entsandt, um dort in einem Lazarett die verletzten Soldaten der verheerenden Schlacht von Gallipoli zu versorgen. Leider kommt der historische Teil des Romans, das Kriegsgeschehen im Nahen Osten und die schweren Belastungen des medizinischen Personals unter widrigen Umständen viel zu kurz neben dem Liebesgedöns zwischen Emily und einem Arzt. Sie will nicht heiraten, weil sie irgendwann doch studieren will, er kann nicht, weil er sich wegen einer körperlichen Behinderung als Krüppel fühlt und so geht das x-mal hin und her bis es nur noch nervt. 50 – 100 Seiten weniger wären hier mehr gewesen.
Um Liebe geht es auch in Ein Traum vom Glück von Eva Völler. Essen 1951: Katharina hat mit ihren 2 Töchtern nach der Flucht aus dem kriegszerstörten Berlin bei Schwiegermutter Mine ein neues Zuhause gefunden. Ihr Ehemann Karl gilt als vermisst. Eines Tages steht Mines Enkel Johannes, der Sohn ihrer verstorbenen Tochter, als Spätheimkehrer aus Russland vor der Tür. Nur langsam findet der schwer traumatisierte Mann zurück ins normale Leben. Zwischen ihm und Katharina entwickelt sich eine Beziehung. Haben die beiden eine Chance? Das Leben im Ruhrpott der frühen 1950er Jahre ist gut dargestellt, doch ich hätte gerne gerade das neben der Romanze noch etwas ausführlicher gehabt. Obwohl ich viel gelernt habe bei der Lektüre über den Bergbau der Region. OK, wer flüssig erzählte Liebesgeschichten in schweren Zeiten mag, ist mit diesem Roman gut bedient.
Sehr spannend Schwarzer See von Riley Sager (Pseudonym von Todd Ritter). Die Malerin Emma Davis war mit 15 Jahren in einem Sommercamp am Lake Midnight. Über Nacht verschwanden ihre 3 Hüttenmitbewohnerinnen spurlos. Viele Jahre später lässt sie sich überreden als Betreuerin ins wiedereröffnete Camp zu kommen und erneut verschwinden 3 Mädchen. Was ist damals geschehen? Ist der gleiche Täter wieder unterwegs? Sehr gut geschrieben, Spannung pur und das Ende ist verblüffend.
Last but not least, Beim ersten Schärenlicht von Viveca Sten. Am Morgen nach der Mittsommernacht wird ein toter, junger Mann gefunden. Unfall oder Mord nach den ausufernden Feiern der Jugendlichen mit Sex, Alkohol und Drogen auf der Schäreninsel Sandhamn? Kein reißerischer Krimi, aber viel Gesellschaftskritik.

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Kommentare zum Beitrag

Margrit Jacobsen
8.917
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 15.05.2020 um 14:37 Uhr
Dann werde ich mich für das "Outback" entscheiden.
Ingrid Wittich
20.900
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 15.05.2020 um 17:26 Uhr
Das ist richtig gut!
H. Peter Herold
28.858
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.05.2020 um 16:08 Uhr
Liebe Ingrid, ich freue mich immer über Beiträge von dir. Leider kann ich mit dem Lesen der Bücher nichts anfangen. Deine Kurzinfo reichen mir. Danke
Stefan Walther
4.777
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.05.2020 um 21:42 Uhr
Wieso kannst du mit dem Lesen der Bücher nichts anfangen Peter, verstehe ich nicht. Für mich sind einige dieser kurzen Inhaltsangaben entweder ein Grund mir diesen Buch zu bestellen - oder auch nicht: so habe ich mir auch aufgrund eines Tipps von Frau Wittich "Die Hafenschwester" gekauft und angefangen zu lesen, bis jetzt bin ich nicht enttäuscht worden...
H. Peter Herold
28.858
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.05.2020 um 08:01 Uhr
Ingrid weiß sicher wie ich es gemeint habe. Man sollte den Beitrag kommentieren und nicht die Kommentare anderer
Stefan Walther
4.777
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.05.2020 um 12:56 Uhr
Peter, du hast schonmal von jemand den Tipp bekommen: erst mal in Ruhe überlegen bevor du in die Tasten haust!?
Was soll die Anmache? Ob hier Kommentatoren auf Beiträge und / oder auf andere Kommentare eingehen, das ist jedem selbst überlassen! Falls du sooo dünnhäutig bist, dann sorry, aber ich bin mir hier keiner Schuld bewusst...
Ingrid Wittich
20.900
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 20.05.2020 um 11:35 Uhr
Nur ganz kurz: mit dem Satz " Leider kann ich mit dem Lesen der Bücher nichts anfangen" konnte ich zunächst nichts anfangen. Aber dann fiel mir ein, dass Peter ja keine Bücher liest. Oder fast nie.
H. Peter Herold
28.858
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.05.2020 um 16:57 Uhr
Ja leider. Ich schaffe es nicht mehr und derzeit habe ich auch nirgends
Wartezeiten in denen ich was lesen könnte.
Bin viel in meinem Garten und kämpfe mit dem Unkraut
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Ingrid Wittich

von:  Ingrid Wittich

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