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Gelesen im März 2020 – was war gut, was weniger

Mücke | Sehr gut war Effi liest von Anna Moretti : 1894. Wegen eines scheinbar skandalösen Buches, das die wissbegierige Effi lesen will, fliegt sie von ihrer Höheren-Töchter-Schule. Zu Hause entgeht sie später nur knapp einer Operation, mit der sie von ihrer angeblichen „Hysterie“ geheilt werden soll. Doch keine Sorge, am Ende ist alles bestens und wir Leser/-innen sind froh, dass diese prüden Zeiten lange vorbei sind.
Ebenso gut: „Die Hafenschwester“ von Melanie Metzenthin und „Das Lichtspielhaus“ von Heidi Rehn.
Die Frau im hellblauen Kleid von Beate Maxian, eine durchaus interessante Familiengeschichte über 4 Generationen Schauspielerfrauen, aber leider sprachlich sehr holprig. Die ständig wiederkehrende Bezeichnung „die Diva“ für eine der Damen nervt spätestens nach der 5. Wiederholung. Die Autorin sollte das Lektorat wechseln.
Immer wieder nett zu lesen sind die Geschichten von Petra Durst-Benning. Die Fotografin – Am Anfang des Weges ist der 1. Teil ihrer neuen Reihe über die Anfang des 20. Jahrhunderts tätige Wanderfotografin Mimi Reventlow. Ihr Metier ist anschaulich beschrieben wie auch das schwere Weberhandwerk, das sie kennenlernt, als sie auf der Schwäbischen Alb in Laichingen ihren kranken Onkel einige Zeit pflegt. Ich bleibe dran. Es soll eine 4 oder 5-teilige Serie werden.
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Ganz ohne Krimis ging es natürlich im März nicht. Pandora von Amber & Berg gehört zum Genre der sogenannten Trümmerkrimis und spielt in Berlin 1948. Ich bin ein bisschen hin und her gerissen von diesem Roman. Die Atmosphäre im zerbombten, gespaltenen und von der Blockade gebeutelten Nachkriegsberlin ist gut geschildert. Die zu klärenden Mordfälle resultieren aus Euthanasie-Verbrechen der Nazizeit. Das ist interessant und top recherchiert. Aber die sexuellen "Eskapaden" der ermittelnden Polizisten sind für mich so nicht nachvollziehbar und m.E. auch nicht relevant für Story. Mitunter wird der Lesefluss durch zu lange, zu sehr verschachtelte Sätze blockiert.
Sehr spannend und flüssig zu lesen „Die Lichtung“ und „Am Morgen waren sie tot“ von Linus Geschke. Die Journalisten Jan Römer und Stefanie Schneider, genannt „Mütze“, gehen für ihre Zeitung ungelösten Kriminalfällen nach.
Schließlich noch der 5. und neueste Fall für Commissario Grauner aus Bozen Das Leuchten über dem Gipfel von Lenz Koppelstätter. Der Südtiroler Kommissar, im Nebenberuf „Viechbauer“, der eigentlich lieber seine Kühe melkt und dabei Gustav Mahler hört, muss im Fussball- und Sportwettenmilieu ermitteln. Unterstützt von seinem Mitarbeiter Claudio Saltapepe, ein Fan des SSC Napoli. Ich hoffe auf weitere Bände der Reihe.

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.853
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.04.2020 um 10:03 Uhr
Ich habe großen Respekt vor deiner Leistung.
Ingrid Wittich
20.900
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 02.04.2020 um 11:30 Uhr
Freut mich Peter. Danke.
Stefan Walther
4.776
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.04.2020 um 15:00 Uhr
Schon den neuen Schorlau "Der freie Hund" gelesen Frau Wittich? Lohnt sich, wie immer.
Ingrid Wittich
20.900
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 02.04.2020 um 16:18 Uhr
Nein, den neuen Schorlau habe ich noch nicht gelesen. Er liegt aber schon bereit. Leider habe ich schon einige negative Aussagen dazu gelesen. Das hält mich im Moment etwas davon ab. Aber demnächst werde ich ihn sicher lesen.
Hallo Lieber Leser
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von:  Ingrid Wittich

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Interessensgebiet: Mücke
Ingrid Wittich
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