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Lesehalbzeit Januar 2020 – Krimireihen

Mücke | Tote Hand“ von Andreas Föhr ist bereits der 8. Band der Serie um den ewig frierenden Kommissar Clemens Wallner und seine Kollegen von der Kripo Miesbach in Bayern. Darunter Polizeiobermeister Leonhard Kreuthner, der mit erheblicher krimineller Energie ausgestattet auf seine sehr spezielle Weise die Ermittlungen im Fall einer vergrabenen Leiche voran bringt. Er sorgt gewissermaßen für die heiteren bzw. schwarzhumorigen Momente bei einem eigentlich sehr ernsten Thema: Gewalt gegen Frauen. Autor Föhr, der auch Drehbücher für „Die Rosenheim-Cops“ und „Der Bulle von Tölz“ geschrieben hat, beherrscht sein Handwerk perfekt. Sympathische Hauptfiguren mit etwas Familiengeschichte, stimmige, spannende Handlung und gute Beschreibung der Region. Lesenswert.
Recht humorvoll geht es auch gelegentlich in Inspektor Takeda und die Toten von Altona von Henrik Siebold zu. Allerdings werden die Schmunzler nicht durch Golfplatz-Umpflüge-Aktionen o.ä. ausgelöst wie in Föhrs Alpenkrimi, sondern durch das Aufeinandertreffen zweier Kulturen. Der japanische Kommissar Ken Takeda kommt durch ein polizeiliches Austauschprogramm
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Krimi (182)Buchtipp (420)
zur Mordkommission Hamburg. Zusammen mit Kollegin Claudia ermittelt er im Fall eines vermuteten Selbstmordes, den der Japaner, geschult durch seine Tätigkeit in Japan, als Mord definiert. Das ungleiche Team, Single-Polizistin mit viel Liebe zu Grünpflanzen und der Saxophon spielende Asiate, der zwar sehr gut deutsch spricht, dennoch in Unkenntnis der Bedeutung des Wortes in ein Fettnäpfchen tritt, als er einen reichen Reeder beim Empfang des Bürgermeisters fragt, ob er denn ein „Pfeffersack“ sei, rauft sich zusammen und stellt in einem aufregenden Finale die Verbrecher. Die witzigste Szene für mich war, als Takeda in einem Café schläft. Einfach so. Das tun Japaner in ihrer Heimat. Weil sie viel arbeiten und nachts zu wenig schlafen. Es gibt sogar eine Bezeichnung dieser öffentlichen Nickerchen : Inemuri (=anwesend sein und schlafen). Die deutschen Betreiber des Coffeeshops wissen nicht, was sie tun sollen, denn wie ein Penner, der einen Schlafplatz sucht, sieht der elegant gekleidete Takeda nicht aus. Sie rufen einen Polizisten, der mit trockenem Grinsen feststellt, dass der Kollege hier “auch nur seine Arbeit macht“. Herrlich! Weitere 3 Bände der Reihe sind bereits erschienen. Ich lese auf jeden Fall weiter.
Eisiger Dienstag von Nicci French ist der 2. Band der Wochentags-Krimireihe um die Londoner Therapeutin Frieda Klein und ihre Freunde. In der Wohnung der psychisch kranken Michelle wird ein toter Mann gefunden, den sie jedoch nicht ermordete, sondern ihrerseits in einer Gasse „gefunden“ und in ihre Wohnung geschleppt hat wie viele andere kleinere und größere „Sammler“stücke. Frieda soll die Polizei in diesem Fall unterstützen und gerät bald selber in eine sehr schwierige Lage als sie wegen des Todes einer jungen Frau von der Presse gejagt wird. Sehr gut und einfühlsam geschrieben, sowie ausgezeichnet übersetzt. Hinter „Nicci French“ verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French, Garanten für spannende Unterhaltung.

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von:  Ingrid Wittich

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