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Vive la France – Kriminalromane oder Reiseführer?

Mücke | Bretonisches Vermächtnis von Jean-Luc Bannalec (alias Jörg Bong) ist der neueste Band seiner Krimi-Reihe um Kommissar Georges Dupin. Vor Dupins Lieblingsrestaurant „Amiral“ ist ein angesehener Arzt zu Tode gekommen. Aus dem Fenster der 3. Etage gestürzt. Unfall, Suicid oder Mord? Natürlich letzteres. Der Kommissar ermittelt in seinem unmittelbaren Umfeld und wir Leser folgen ihm gerne durch Concarneau, die blaue Stadt der Bretagne, in ihre Altstadt, die „Ville close“, an zauberhafte Strände, ins Surferparadies „La Torche“, in Galerien und diverse Restaurants. Hilfreich bei der Lösung des Falles mit einem weiteren Ermordeten und einem verheerenden Anschlag in einer Fischkonservenfabrik sind nicht nur Dupins Kollegen, allen voran die kompetente Nolwenn, die sich mit der Geschichte der Stadt und ihren Traditionen bestens auskennt und sogar ihren Urlaub abbricht, sondern auch die Lektüre des ebenfalls in Concarneau und im „Amiral“ spielenden Romans „Der gelbe Hund“ von Georges Simenon. Eine Hommage an den belgischen Autor der Maigret-Geschichten, mit dem Bannalec mitunter verglichen wird. Ein gut geschriebener,
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flott lesbarer Reiseführer mit Krimielementen und vielen Hinweisen auf leckere bretonische Delikatessen wie pochierte Austern, Lachstartar oder „Palourdes farcies des Glénan“, gefüllte Muscheln. Da läuft einem doch glatt das Wasser um Munde zusammen und man denkt: „Schnell Koffer packen und nix wie hin!“
Noch mehr gefuttert wird in Grand Prix von Martin Walker, dem 9. Band der Serie um den sympathischen Bruno Courrèges, Chef de police im fiktiven Saint-Denis im Périgord, einer Region im Südwesten Frankreichs. Gespeist wird weniger in Restaurants, sondern mehr bei Bruno und seinen Freunden, die selber kochen und die leckersten Gerichte auf den Tisch bringen wie „Bisque d'écrevisses“ (Krebssuppe), Kalbsschnitzel mit Morcheln oder „Oeufs mimosa“ aus Gänseeiern. Der Kriminalfall ist dabei eigentlich nebensächlich. Auch wenn es um den heimtückischen Mord an einem Professor geht, der ein Gutachten bezüglich eines verschwundenen Oldtimers erstellen sollte. Das gesuchte Fahrzeug macht die Sache dann doch interessant, denn es handelt sich dabei um einen Bugatti Typ 57 SC Atlantic (http://de.wikipedia.org/wiki/Bugatti_Type_57#/media/Datei:Paris_-_Retromobile_2012_-_Bugatti_type_57SC_Atlantic_-_1936_-_008.jpg), von dem nur 4 Exemplare gebaut wurden und als teuerstes Auto der Welt gilt (http://de.motor1.com/news/161712/bugatti-typ-57sc-atlantic-teuerstes-auto-der-welt-versteigert/). Nett, kann man lesen. Leider wurde im wirklichen Leben der verschollene Wagen bisher (noch) nicht gefunden. Vielleicht rostet er tatsächlich in einer Abruchscheune im Périgord vor sich hin.

 
Concarneau 3
Concarneau 

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von:  Ingrid Wittich

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Ingrid Wittich
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