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Gelesen im August – Spannung und Atmosphäre

Mücke | Dunkelsommer von Stina Jackson. - Seit 3 Jahren ist die 17jährige Lena spurlos verschwunden. Seither fährt ihr Vater Lelle in den hellen Sommernächten den Silvervägen in schwedisch Lappland im weiten Umkreis von Arvidsjaur ab und sucht nach ihr. Im Wald, an Seen, in Sumpfgebieten, Mooren und in leerstehenden Hütten und Häusern. Er trifft und redet mit unterschiedlichen Leuten, aber keiner kann ihm helfen. Eines Tages trifft er die junge Meja, die zum wiederholten Mal mit ihrer psychisch kranken und alkoholabhängigen Mutter Silje wegen einer neuen Affäre einen Ortswechsel vollziehen musste. Meja sehnt sich nach Ruhe und Geborgenheit. Als sie Carl-Johan und seine Brüder kennenlernt, flieht sie vor der erdrückenden Verantwortung für Silje und zieht zu der sich selbst versorgenden und scheinbar intakten Familie Brandt. Der Roman wird in kurzen Kapiteln wechselnd aus Lelles und Mejas Perspektive erzählt. Die Düsternis der dichten Wälder, die Hoffnungslosigkeit des verzweifelten Vaters, das zunehmende Abgleiten von Silje und Mejas verzweifeltes Bemühen Normalität zu finden, schaffen eine eigentümlich beklemmende
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Atmosphäre. Eine wachsende Bedrohung ist greifbar. Als im letzten Drittel des Romans aus einer dritten Perspektive berichtet wird, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ein hervorragender Spannungsroman angesiedelt in der norrländischen Wildnis mit gut gezeichneten Personen. Empfehlenswert.
Der dunkle Bote von Alex Beer. - Oktober 1920. Kriminalinspektor August Emmerich und sein Kollege Ferdinand Winter ermitteln zum 3. Mal im gebeutelten, von großer Not gezeichneten Wien der Nachkriegszeit. Ein Mann wurde brutal ermordet und seine Zunge herausgeschnitten. Diese und die Nachricht „Lassen Sie die Welt wissen, dass ich mir seine Seele geholt habe“ geht an die Journalistin Alma Lehner. In ihren Artikeln bezeichnet sie den Mörder fortan als den „Dunklen Boten“. Schon bald gibt es weitere Tote. Doch ist das nicht der einzige Fall für den kriegsversehrten Emmerich. Er sucht nach Xaver Koch, der Augusts Lebensgefährtin Luise entführt hat und er muss eine drohende, brandgefährliche Revolte verhindern. Vielleicht ist das alles ein bisschen viel für einen einzigen Roman, aber Beer hat die Geschichte im Griff, bringt sie zu einem nachvollziehbaren Ende und erzählt zudem überaus fesselnd. Das herrschende Elend, Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Hunger und Verzweiflung, alles ist realistisch geschildert. Man versteht, dass dieses Chaos der Nährboden war für das in wenigen Jahren kommende, sich damals bereits anbahnende europäische Drama. Grandios! Und: einer der letzten Sätze im Roman lässt auf einen 4. Teil hoffen.

 
Lappstaden (Samenstadt) in Arvidsjaur
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Umgebung von Arvidsjaur
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Kommentare zum Beitrag

Gerd Viehl
613
Gerd Viehl aus Mücke schrieb am 15.08.2019 um 18:06 Uhr
Bist und bleibst ne "Leserratte"!
Ingrid Wittich
20.734
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 15.08.2019 um 18:09 Uhr
Wie früher schon, Du weißt das.
Margrit Jacobsen
8.887
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 17.08.2019 um 16:48 Uhr
Ja, das bist du, Leseratte. Du weißt, ich finde das super. Ich würde mich für Lappland entscheiden.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Ingrid Wittich

von:  Ingrid Wittich

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Interessensgebiet: Mücke
Ingrid Wittich
20.734
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