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Mücke | Wolfsspinne von Horst Eckert ist der 3. Teil der Serie um den mit problematischer Familie behafteten Düsseldorfer Kommissar Vincent Che Veih. Der Großvater, ein Polizist mit Nazi-Vergangenheit, die Mutter, eine verurteilte RAF-Terroristin, eine schwere Last für einen durch und durch integren Polizisten. Veihs neuer Fall, der brutale Mord an einer Restaurantbesitzerin weist zunächst „nur“ ins Drogenmilieu, dann jedoch tief in die Neonazi-Szene. Zudem wollen ihn Kollegen und Vorgesetzte aus dem Amt drängen, weil er eine Ant-Pegida-Demo besucht hat.
Der Autor hat die Geschichte des verbrecherischen NSU-Trios Mundlos, Böhnhardt, Zschäpe und die dubiose Rolle des Verfassungsschutzes zu einem packenden, realitätsnahen und glaubhaften Politthriller verarbeitet. Sehr gut und hervorragend recherchiert.
MS Mord von Mick Schulz. - Das Kreuzfahrtschiff „MS Mythos“ ist unterwegs von Kiel nach Norwegen. Mit an Bord 4 Passagiere mit unbewältigter Vergangenheit, die in Rückblenden erzählt wird: Verleger Holm Sonntag fühlt sich schuldig am Tod seiner Tochter, Rentner Jürgen Wörner erkennt unter den
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Buchtipp (418)
Passagieren seinen einstigen Stasi-Peiniger, der betagte Guntram Fellner, ehemaliger Wehrmachtsoldat will in Stavanger jemanden treffen und Margo Sebald muss nach einer Krebs-OP ins Leben zurück finden. Als ein junges männliches Crew-Mitglied verschwindet, forscht Margo nach und gerät in Gefahr. Gut gezeichnete Personen mit nachvollziehbaren Sorgen und Problemen. Unterhaltsam, spannend und flüssig zu lesen. Der nächste Kreuzfahrt-Krimi von M.Schulz, der auf einem Hurtigruten-Schiff spielt, ist von mir notiert.
Der Zug der Waisen von Christina Baker Kline. - Die junge Molly, ein von Familie zu Familie weitergereichtes Pflegekind muss bei einer wohlhabenden alten Dame, Vivian Daly, wegen eines Vergehens Sozialstunden ableisten. Beim Aufräumen des Dachbodens kommen die beiden sich näher und Vivian erzählt Molly, dass sie Ende der 1920er Jahren nach einem Wohnungsbrand, bei dem sie Eltern und Geschwister verlor, als Waisenkind zusammen mit vielen anderen Leidensgenossen in einem der sogenannten „Orphan Trains“ von New York in den Mittleren Westen verfrachtet wurde und dort, ähnlich einem Sklavenmarkt, adoptionswilligen Familien angeboten wurde, die oft jedoch nur billige Arbeitskräfte suchten. Vivian hatte Glück und fand nach schlimmen Erlebnissen schließlich bei ihrer 3. „Pflege“familie eine neue Heimat.
Ein sehr berührender, bewegender Roman, der auf historischen Tatsachen beruht. Von 1854 bis 1929 fuhren gut 200 000 verlassene, obdachlose Kinder, viele, wie auch Vivian, irisch-katholische Immigranten der ersten Generation, in diesen Zügen von der Ostküste der USA einem ungewissen, oft grausamen Schicksal entgegen. Man gab den Kindern andere Namen, Geschwister wurden auseinandergerissen. Kaum Liebe, keine Zuwendung, harte Arbeit sollte erziehen.

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Kommentare zum Beitrag

Margrit Jacobsen
8.895
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 04.08.2019 um 13:19 Uhr
Kreuzfahrt ist immer gut, das ist mein Favorit!
Bernd Zeun
11.356
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 04.08.2019 um 21:12 Uhr
Da ich absolut kein Verlangen nach einer Kreuzfahrt habe, sollte ich vielleicht den Schulz-Roman kaufen, um meine Abneigung zu festigen ;-)
Das letzte Buch habe ich mir gerade in der Originalfassung bestellt. Eine Freundin, Amerikanerin, hat eine wahrscheinlich gar nicht so unähnliche Vergangenheit. Ich versuche schon lange, sie zu animieren, da ein Buch draus zu machen.
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von:  Ingrid Wittich

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Interessensgebiet: Mücke
Ingrid Wittich
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