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Zweite Lesehalbzeit April – querbeet gelesen

Mücke | Nach langer, langer Zeit mal wieder Science Fiction: Habitat von Peter Cawdron
In nicht allzu ferner Zukunft leben und arbeiten 120 Menschen aus verschiedenen Nationen miteinander im Habitat „Endeavor“ auf dem Mars. Unvermittelt bricht eines Tages der Funkkontakt zur Erde ab. Als dann nach und nach sporadisch Nachrichten eintreffen, dass vermutlich weltweit ein Atomkrieg ausgebrochen ist und niemand weiß, wer ihn begonnen hat, brechen auch in der Station die Konflikte zwischen den einzelnen Gruppen auf mit ersten Kämpfen um die Vorherrschaft und um die vorhandenen Ressourcen. Die Mikropaläobiologin Liz versucht ihre Kollegen davon zu überzeugen, dass sie nur gemeinsam eine Chance haben, in dieser Notsituation zu überleben. Wenn man das erste Drittel des Romans mit vielen technischen und naturwissenschaftlichen Erklärungen „überstanden“ hat, wird man mit einer sehr spannenden und nachdenkenswerten Geschichte belohnt. Wer oder was letzendlich der „Feind“ ist, verrate ich natürlich nicht. Sehr gut, vorausgesetzt, man mag Science Fiction. Wobei, sooo viel Fiction ist es gar nicht.

Gegen alle Zeit
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von Tom Finnek, eine etwas andere Zeitreisegeschichte. - Der Schauspieler Henry Ingram erwacht schwer verkatert in einem stinkenden Keller und stellt erschrocken fest, dass er sich im London des 18. Jahrhunderts zur Zeit der „Beggar's Opera“ von John Gay und J. C. Pepusch befindet. Das Wieso wird am Ende des Romans ausreichend begründet, aber bis dahin schmökert man sich durch 500 Seiten prall voll mit interessanten, gut gezeichneten Typen und aufregenden Abenteuern. Ein prächtiges Spektakel um Freundschaft und Verrat, um Liebe und Hass, dazu etwas britische Historie. Alles sehr bildhaft erzählt, mitunter glaubt man als Leser, den Gestank in den engen, verschmutzten Gassen riechen zu können. Toll! Habe ich mit großem Vergnügen gelesen.

Englischsprachige Politthriller kennt man. Follett, Ludlum, Harris u.v.a. Aber es gibt auch sehr gute politische Krimis in Deutschland. Autoren wie Wolfgang Schorlau, Christian von Ditfurth sowie Horst Eckert sind Garanten für spannende Unterhaltung. In Schwarzlicht von H. Eckert hat Kommissar Vincent Che Veih seinen ersten Auftritt. Er ermittelt in Düsseldorf im Todesfall des Ministerpräsidenten, der leblos im Swimmingpool gefunden wurde. Kurz vorher hatte er sein Ehrenwort abgegeben in einem Abhörskandal. Da kommen wohl bei jedem Leser Erinnerungen hoch. Und es geht weiter mit Korruption, Rotlichtmilieu, schwarzen Kassen. Es ist interessant, Parallelen zwischen fiktiven und tatsächlichen Personen herzustellen. Veih hat außerdem privat ein schweres Päckchen zu tragen: die Mutter eine verurteilte RAF-Terroristin, der Großvater ein hochdekorierter Polizeibeamter mit übler Nazi-Vergangenheit, zudem Intrigen von neidischen Kollegen. Fast schon ein bisschen zu viel für einen einzigen Menschen. Der Autor hat brisante Themen glaubwürdig aufgearbeitet. Es gibt bereits 2 weitere Romane um den integren Polizisten Veih. Ich bleibe auf jeden Fall dran.

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Kommentare zum Beitrag

Margrit Jacobsen
8.881
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 29.04.2019 um 13:56 Uhr
500 Seiten...Ingrid, wie schaffst du das alles nur?
Ingrid Wittich
20.658
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 29.04.2019 um 16:13 Uhr
Diese 500 Seiten ließen sich wirklich flott lesen. Ansonsten habe ich auch lieber Bücher mit 300 - 400 Seiten.
H. Peter Herold
27.841
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.04.2019 um 16:51 Uhr
;-) in Tag und Nachtarbeit. Konnte ich vor vielen Jahren auch noch. Denke an Vom Winde verweht. Konnte ich nicht aus der Hand legen
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von:  Ingrid Wittich

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