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Lesehalbzeit März 2019 – zwei Romane über ein verschollenes Gemälde

Mücke | Im Jahr 1913 schuf der im Ersten Weltkrieg gefallene Maler Franz Marc (1880 – 1916) den „Turm der blauen Pferde“. In den 1930er Jahren bezeichneten die Nazis das Werk als „entartete Kunst“. Nachdem es 1937 auf Betreiben des Deutsche Offiziersbundes aus der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München entfernt worden war, gelangte das Bild in den Besitz von Hermann Göring. Kurz nach Kriegsende soll es im „Haus am Waldsee“ in Berlin-Zehlendorf, später in einem nahe gelegenen Jugendheim gesehen worden sein. Danach verliert sich jede Spur. Es gilt als verschollen, eventuell als Beutekunst verschleppt oder zerstört.
In Der blauen Sehnsucht Tod von Brigitte Pons strandet das Marc-Gemälde nach einem Flugzeugabsturz während der letzten Kriegstage in Vielbrunn im Odenwald. Dies gehört zweifelsfrei in den Bereich Märchen, aber die flüssig erzählte Geschichte von „Dorfsheriff“ Frank Liebknecht, der des Mordes an seinem One-Night-Stand „Linda“ verdächtigt wird, ist spannend und lesenswert. Linda war nicht die, für die sie sich ausgab. Sie betrieb intensiv Recherchen nach den „Blauen Pferden“. Musste sie deshalb
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sterben? Die Suche nach ihrem Mörder und dem wertvollen Bild führt Frank nach Murnau am Staffelsee ins sogenannte „Russenhaus“, dem Haus der Malerin Gabriele Münter, wo sich die Künstlergruppe des „Blauen Reiter“ traf, darunter Franz Marc. Doch schon bald wird eine weitere Leiche entdeckt und für Frank wird es immer enger. Empfehlenswerte Mixtur von historischen Fakten und schriftstellerischer Fiktion.
Der Turm der blauen Pferde von Bernhard Jaumann. - Nachdem ein steinreicher Industrieller auf dubiose Weise in den Besitz von Marcs Gemälde gekommen ist, beauftragt er eine Münchner Kunstdetektei die Provenienz des Werkes festzustellen, um die Echtheit zu dokumentieren. Das Dreier-Team Rupert von Schleewitz (alter Adel aus Schlesien), Klara Ivanovic (mit ziemlich schrägem Künstler-Vater) und Max Müller (Ehefrau und 2 pubertierende Töchter) gerät bei seinen Ermittlungen in teils skurrile, teils gefährliche Situationen. Auf 2 Zeitebenen wird eine durchaus mögliche und nachvollziehbare Geschichte des legendären Bildes erzählt. Auch erhält der Leser humorvoll verpackte Einblicke in die heutige Kunstszene. Habe ich mit Interesse und Vergnügen gelesen und sollte es weitere Fälle mit dem Kunstdetektei-Personal geben: ich bin dabei.

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
27.885
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.03.2019 um 17:55 Uhr
Göring und entartete Kunst! Der wusste was gut ist.
H. Peter Herold
27.885
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.03.2019 um 18:25 Uhr
Im Gegensatz uu seinem Führer ;-)
Margrit Jacobsen
8.882
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 16.03.2019 um 14:21 Uhr
Da hast du zwei besondere Bücher vorgestellt!
Ingrid Wittich
20.665
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 16.03.2019 um 14:30 Uhr
Ein interessantes Thema, Margrit, und beide haben mir gut gefallen.
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von:  Ingrid Wittich

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Ingrid Wittich
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