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Zweite Lesehalbzeit Januar 2019

Mücke | Das Mädchen mit dem Edelweiß (The lost letter) von Jillian Cantor übersetzt von Stefanie Fahrner. - Los Angeles 1989: Katies Vater ist an Alzheimer erkrankt und lebt in einem Seniorenheim. Um ihm eine Freude zu machen, lässt sie seine umfangreiche Briefmarkensammlung bei Benjamin Grossman begutachten. Jahrelang war der Vater mit der Tochter unterwegs gewesen in Trödelläden und auf Flohmärkten, weil er den „ganz besonderen Schatz“ finden wollte. Tatsächlich entdeckt Benjamin in der Sammlung einen alten, nie abgeschickten Brief aus dem Jahr 1939 mit einer seltenen österreichischen Briefmarke, in die ein kleines Edelweiß eingraviert ist. Katie und Benjamin versuchen das Rätsel um den geheimnisvollen Brief zu lösen. Die Recherche nach der Adressatin führt die beiden nach Österreich, Wales und Deutschland.
Der Roman spielt abwechselnd auf zwei Zeitebenen: 1938/39 und 1989/90. Es ist eine sehr emotionale auch teils traurige Geschichte, die die Autorin erzählt. Interessant ihre Ausführungen über Briefmarken mit versteckten, geheimen Botschaften, über den Anschluss Österreichs an Nazideutschland, die damalige Situation der jüdischen Bevölkerung und nicht zuletzt zum Thema Alzheimer. Absolut lesenswert.
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Celeste bedeutet Himmelblau von Brigitte Pons. - Der erste Krimi (von 4) mit dem jungen Polizisten Frank Liebknecht spielt im beschaulichen Odenwald. Nahe Vielbrunn wird ein Bauer tot aufgefunden. Zunächst geht die Kripo von einem Unfall aus, doch Frank entdeckt mehr und mehr Unstimmigkeiten. Bei seinen Recherchen stößt er auf eine (fiktive) Sekte, die mit der (realen) menschenverachtenden Colonia Dignidad in Chile in Verbindung steht, deren üble Machenschaften bis heute nicht restlos aufgeklärt sind. Auch der BND mischt im Roman kräftig mit. Hervorragend recherchiert (Literaturverzeichnis und andere Quellen am Ende des Buches), sehr gut erzählt, macht Lust auf die weiteren Bände. Einziges Manko: die sehr kleine Schrift.
Schließlich noch 2 Kreuzfahrt-Krimis zum Entspannen und als Einstimmung auf die nächste Reise.
Nie zu alt für Casablanca von Elisabeth Frank u. Christian Homma ist eine sehr gut geschriebene, kurzweilige Geschichte über die Aufdeckung krimineller Machenschaften an Bord eines Passagierschiffes. Ina, Elli, Gero und Rüdiger haben in ihrer Schulzeit oft erfolgreich Detektiv gespielt. Sie nannten sich die V.I.E.R. Nun treffen sie sich 40 Jahre nach dem Abitur wieder, leider aus traurigem Anlass. Rüdigers Ehefrau ist nach langer Krankheit gestorben. Um den Freund aus seiner Lethargie zu reißen, beschließen sie, erneut gemeinsam auf die Suche nach bösen Buben zu gehen. Ina hat den Verdacht, dass auf einem Kreuzfahrtschiff Elfenbein geschmuggelt wird. Der Verdacht bestätigt sich, aber es liegt noch einiges mehr im Argen auf dem Vergnügungsdampfer. Wer als Jugendlicher gerne „Fünf Freunde“, „TKKG“ und die „???“ gelesen hat, wird diesen Roman lieben. Herrlich! Ich freue mich auf eine Fortsetzung.
In Null-Null-Siebzig – Agent an Bord von Marlies Ferber löst Ex-Geheimagent James Gerald zusammen mit seiner Freundin Sheila das Rätsel um verschwundene Mitreisende. Geschrieben in der Tradition von Agatha-Christie-Krimis. Nett, allerdings mit ein paar Längen im Mittelteil.

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Kommentare zum Beitrag

Margrit Jacobsen
8.882
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 31.01.2019 um 11:18 Uhr
Winterzeit, kalte Zeit, am besten also Lesezeit. Ich bewundere dich, liebe Ingrid, um den Leseeifer...da hinke ich hinterher!
Ingrid Wittich
20.665
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 31.01.2019 um 20:22 Uhr
Im Moment stockt es ein bisschen. Der neue Roman von Elizabeth George hat 850 Seiten!!
Hallo Lieber Leser
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von:  Ingrid Wittich

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