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Kreuzfahrt im hohen Norden im August 2016 – Shetland-Inseln

Mücke | Letzter Stopp vor Bremerhaven: Lerwick, Hauptort und Verwaltungssitz der Shetland-Inseln. Wir hatten den Ausflug „Südliche Inselrundfahrt mit Jarlshof“ gebucht. Um 13.30 Uhr ging es los. Wetter: leicht bedeckter Himmel, milde Temperaturen, kein Regen. Unsere Begleiterin im Bus war Regina, eine der Liebe wegen ausgewanderte Butzbacherin. Die Welt ist doch klein. Immer wieder und überall trifft man auf Menschen aus Hessen. Regina vermittelte uns ihr Wissen. Alles will und kann ich hier nicht zitieren. Kurz zur Geschichte: Nach den Wikingern (9. u. 10. Jh.) gehörten die Inseln einige Zeit zu Norwegen. Im Jahr 1469 verpfändete sie Christian I., König von Norwegen und Dänemark, als Mitgift für seine Tochter an Schottland. Und schottisch blieben sie bis heute.
Zum Wetter sagte unsere Führerin: „Das Klima ist moderat. Milde Winter mit 3 – 4ºC Durchschnittstemperatur. Wenig Schnee, aber oft viel Wind. Heute werden 15ºC gemessen. Das ist unheimlich warm. Das ist schon heiß.“
Der Archipel Shetland besteht aus mehr als 100 Inseln und Inselchen. 16 von ihnen sind bewohnt. Wir erkundeten heute die 100 km lange Hauptinsel Mainland.
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Ganz Shetland hat gut 23 000 Einwohner, dazu pro Kopf 10 Schafe. Heute werden nur noch weiße Schafe gezüchtet, früher gab es verschiedenfarbige. Die Wolle ist sehr wärmend und widerstandsfähig. Sie wird exportiert, aber sehr viel wird von jeher auf den Inseln verstrickt. Früher ein dringend benötigter Zuverdienst für die armen Insulaner. Seit dem Nordsee-Erdölboom geht es den Leuten gut. Die beliebten, echten Shetland-Pullover, besonders die mit dem Fair Isle Muster sind rar geworden und damit sehr teuer.
Bekannt sind auch die verschiedenfarbigen Shetland-Ponys. Sie sind genügsam und sehr robust. Es sind keine Wildpferde, obwohl frei laufend. Alle gehören jemandem.
Neben den Schafen werden auch einige wenige Rinder gehalten, doch in erster Linie sind die Shetlander Fischer, die nebenbei ein bisschen Landwirtschaft betreiben.
Oberhalb einer malerischen Bucht gab es einen Fotostopp. Wer sich dort am Sandstrand tummelte, waren allerdings keine Touristen, sondern Robben.
Bäume gibt es hier keine, auch kaum Sträucher. Nur Heidekraut, niedrige Stauden, Moose gedeihen hier. Auch wilde Angelika findet man. Die kleinen Steinmäuerchen sind Schutz für die Pflanzen vor dem ständigen Wind.
Friedhöfe sieht man in Küstennähe, da die Leute zur See fuhren und fahren. Die Wohnhäuser haben in der Regel keine Hausnummern, sondern Namen. Der shetländische Briefträger muss genau wissen, wer wo wohnte, sagte Regina.
Man beachte den Parkplatz
Man beachte den Parkplatz
Unser Ziel war Sumburgh an der südlichsten Spitze der Insel. Hier startete der Rundgang zum Ausgrabungsgelände „Jarlshof“. Die Reste der Siedlungen mehrerer Epochen ähneln Skara Brae auf den Orkneys. Die älteste Ansiedlung entstand vor gut 5000 Jahren in der Bronzezeit. Die Ruine eines Brochs, eines runden, fensterlosen Wohnturmes, stammt aus der Eisenzeit. Die Pikten bauten Wheelhäuser und die ihnen nachfolgenden Wikingern errichteten Langhäuser. Alles sehr interessant und Regina konnte uns sehr viel zur Geschichte berichten.
Während der Rückfahrt zum Schiff erwähnte unsere Führerin auch die Krimis von Ann Cleeves und ihren Protagonisten Jimmy Perez. Die Fernsehfilme nach den Romanen seien hier in der Gegend gedreht worden und alle Shetland-Bewohner freuen sich schon auf die Fortsetzungen. Wir sehen die Serie auch gerne. Und fast alle Romane habe ich gelesen.
Hier ganz im Süden befindet sich der größte Flugplatz der Inseln, der Sumburgh Airport. Bemerkenswert ist, dass das westliche Ende einer Start- und Landebahn die A970 kreuzt, eine Landstraße zwischen Sumburgh Head und dem Norden der Insel. Flug- und Individualverkehr werden durch eine Schranke bzw. Ampel geregelt.
Gegen 17 Uhr waren wir zurück auf der „MS Berlin“. Vorher konnte ich noch am Hafen ein nachgebautes Wikingerschiff fotografieren. Wie ich gelesen habe, fällt das dann im Januar beim Up Helly Aa, einem großen Folkfestival mit Verkleiden, Fackelumzug, Feiern und Sa.., äh, Trinken dem Feuer zum Opfer. Es wird praktisch symbolisch auf die Reise nach Walhalla geschickt.

Man beachte den Parkplatz
mehr Schafe als Menschen
oberhalb dieser Bucht gab es einen Fotostopp
Wer sich dort am Sandstrand tummelte, waren allerdings keine Touristen, sondern Robben
Sumburgh Hotel
Blick zum Ausgrabungsgelände
2
unser kleines Schiff, die "Berlin"
Shetland-Krimis von Ann Cleeves. Sehr gut!

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
27.084
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.10.2018 um 21:03 Uhr
Immer wieder schön so auf eine Reise mitgenommen zu werden. Danke.
Bernd Zeun
10.793
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 13.10.2018 um 00:23 Uhr
Da müsste man hin, wenn der nächste Sommer hier wieder so heiß ist. Schöne Bilder, interessanter Text.
Ingrid Wittich
20.461
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 13.10.2018 um 12:12 Uhr
Danke, Bernd.
Hallo Lieber Leser
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Herzlichst, Ihr(e) Ingrid Wittich

von:  Ingrid Wittich

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Interessensgebiet: Mücke
Ingrid Wittich
20.461
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