Bürgerreporter berichten aus: Mücke | Überall | Ort wählen...

Kreuzfahrt im hohen Norden im August 2016 – Landausflug Färöer. Teil 1

Mücke | Nach der letzten Anlandung in Seydisfjördur, Island, und einem nur mäßig interessanten Ausflug zum „Skriduklaustur“, dem ehemaligen Wohnhaus des Dichters Gunnar Gunnarson, schipperte die „Berlin“ weiter Richtung Färöer. Ankunft dort am nächsten Morgen. Vom Deck aus schauten wir auf die sich nähernde Inselwelt. Die Bergkämme lagen im dichten Nebel. Viel Sonne, wenn überhaupt, würden wir heute wohl nicht haben. Dafür mit Sicherheit Regen. Da musste ich jetzt durch, denn 1 x die Färöer sehen, das wollte ich, seit ich den Krimi „Endstation Färöer“ von Jógvan Isaksen gelesen hatte.
Während wir an Deck standen, verirrte sich ein blinder Passagier ins Schwimmbecken. Es dauerte lange, bis das Vögelchen wieder draußen war. Unter den Passagieren war ein ehemaliger Zoodirektor. Aber auch er konnte nicht mehr tun als zuschauen und abwarten.
In Klaksvik, dem zweitgrößten Ort der Färöer, startete um 11.45 Uhr der gebuchte Ausflug „Gjogv und Eiði“. Die örtliche Führerin mit Namen Ursula hieß uns herzlich Willkommen. Ich hätte mich geschämt, wenn ich mir die gestern verteilte Plakette „We love Färöer without Grindadrap“ angesteckt
Mehr über...
hätte, um gegen den Grindwalfang zu protestieren. Diese sehr blutige Hatz möchte ich zwar keineswegs sehen, aber sie gehört zur färöischen Geschichte und Tradition und ich werde den Teufel tun, und die Menschen dort brüskieren, die mich für einige Stunden gastlich aufnehmen.
Ursula erzählte: Klaksvik hat knapp 5000 Einwohner und sie leben ausschließlich von der Fischerei. Auf dem gesamten Archipel, 18 Inseln, davon 17 bewohnt, leben rund 50 000 Menschen. Und 80 000 Schafe. Die Färinger oder auch Färöer gehören zu Dänemark, sind aber weitgehend autonom, haben eine eigene Flagge und eine eigene Währung. Gesprochen wird färöisch, Dänisch gilt als Fremdsprache. Schon bald nach Klaksvik auf der Insel Borðoy fuhren wir durch einen 9 km langen Unterwassertunnel nach Leirvik auf Eysturoy. Es gibt noch einen zweiten Unterwassertunnel sowie 19 andere, die älteren darunter wohl recht niedrig und eng. Unser nächster Tunnel war der Leirvikartunnilin, 2,14 km lang, Teil des Landsveg 10, der wichtigsten Verkehrsstrecke der Inseln.
Ab Skipanes führte die Straße nach Norden, wo lt. Ursula das Wetter besser werden soll. Überhaupt: Regen fällt sehr viel auf den Inseln. 260 Regentage im Jahr zählt man. Es sind keine heftigen Regengüsse, sondern es ist ein beständiger feiner Nieselregen.
Die Nordsee und die Fjorde haben eine Wassertemperatur von ca. 9ºC. Das ist gut für die Lachszucht. Nicht gut für die Zucht sind bzw. waren die Robben. Sie klauten die Fische und ließen sie sich schmecken. Man verstärkte die Netze, doch die cleveren Seehunde sprangen daraufhin auf die Plattformen und futterten weiter. Erst nachdem man die Reling erhöht hatte, mussten sich die Seetiere ihr Futter wieder anderswo suchen.
Die vielen Schafe schwimmen zwischen den einzelnen Inseln hin und her. Ihre Oberwolle ist wasserdicht. Geschoren werden die Tiere von Hand. Die Schafwolle war stets ein Tauschmittel. Getreide wurde importiert. Also: „Wolle für Brot.“ Neben Schafen gibt es auch Gänse. Und Kaninchen. Von letzteren zu viele. Sie müssen gejagt werden, 2000 bis 3000 pro Saison, da sie keine natürlichen Feinde haben.
Die Durchschnittstemperatur auf den Färöern beträgt 11ºC. Man benötigt einiges an Heizmaterial. Was man hier ausreichend hat, ist Torf. Energie wird weitgehend durch Wasserkraft (Stauseen) und Wind gewonnen. Der Rest ist Dieselkraft. „Solar können wir leider vergessen“ meinte unsere Begleiterin.
Den ersten Stopp gab es oberhalb von Eiði, wo wir nicht nur auf die Häuser der ca. 625 Einwohner schauen konnten, sondern auch auf einen gepflegten Fußballplatz.
Fundstück im Internet: Von den ca. 48.000 Einwohnern spielen ungefähr 5.000 aktiv Fußball. Das ist eine extrem hohe Quote von über 10 Prozent, die viele "große" Fußballnationen bei weitem nicht erreichen. Wenn das nicht für die Färinger spricht!
Forts. http://www.giessener-zeitung.de/muecke/beitrag/124716/kreuzfahrt-im-hohen-norden-im-august-2016-landausflug-faeroeer-teil-2/

 
2
 
 
 
 
1
 
 
 
 

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Queen Mary 2 vor Blankenes
"Queen Elizabeth", "Queen Mary 2" und "Queen Mary 3"
Alle drei bekam ich während meiner "Nordlicht"-Zeit vor die Linse,...

Kommentare zum Beitrag

Margrit Jacobsen
8.892
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 30.06.2018 um 14:29 Uhr
Eine supertolle Reise, wenn du die Fotos aussuchst und den Text schreibst, bist du immer in Gedanken nochmal auf Tour...und nimmst uns, deine Leser/Innen, gleich mit.
Ingrid Wittich
20.773
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 30.06.2018 um 17:21 Uhr
Ja, Margrit, genau so ist das: ich erlebe es beim Schreiben noch mal.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Ingrid Wittich

von:  Ingrid Wittich

offline
Interessensgebiet: Mücke
Ingrid Wittich
20.773
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Viva Portugal – kriminalistisches Urlaubsgefühl
Neben den zahlreichen Frankreichkrimis erobern seit einigen Jahren...
„Bei den Brunettis zu Gast“ - etwas andere Kochbücher. Teil 6
Ein Blick in die Küche von Paola Brunetti. Brunetti? Wer kennt ihn...

Veröffentlicht in der Gruppe

Reif für die Insel

Reif für die Insel
Mitglieder: 6
Aktuellste Beiträge der Gruppe:
Dreiflüsse Stadtrundfahrt auf dem Wasser um Passau!
Die drei Flüsse Stadt Passau stand auf unserem Ausflugsprogramm bei...
Infotafel über diese Bergwelt in Oberstdorf
Die grüne Bergregion um Oberstdorf im Allgäu
Das war uns bei diesem Urlaub in das Oberste des Allgäus bei...
Weiter Gruppe des Beitrags:

Weitere Beiträge aus der Region

Viva Portugal – kriminalistisches Urlaubsgefühl
Neben den zahlreichen Frankreichkrimis erobern seit einigen Jahren...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.