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Achtung, Betrug: Die Masche mit den Kamerun-Welpen

Mücke | Die sogenannten Kamerun-Welpen machen immer wieder Schlagzeilen. Die perfide Betrugsmasche funktioniert seit Jahren und findet immer neue Opfer. Wir haben unseren Tierschutz-Experten Mike Ruckelshaus gefragt, was das Problem mit den Kamerun-Welpen ist und wie man sich vor der Abzocke schützen kann.

TASSO: Mike, was stimmt nicht mit den Kamerun-Welpen?

Mike Ruckelshaus: Ganz einfach: Es gibt sie nicht. Die Kamerun-Welpen sind eine reine Erfindung und eine Masche, mit der Menschen abgezockt werden.

Wie läuft dieser Betrug ab?

Auf verschiedenen Internetportalen werden kostenlos Welpen angeboten, es fallen dabei angeblich lediglich die Transportkosten an. In den meisten Fällen werden Herkunftsländer wie Kamerun angegeben. Sobald der Interessent auf diese Anzeige angesprungen ist, wird er dazu aufgefordert, die Transportkosten zu zahlen. Kurze Zeit später werden dann weitere Gelder fällig. Plötzlich müssen Zollgebühren oder Kosten für vermeintliche Tiergesundheitsnachweise gezahlt werden. Oder es ist überraschend noch eine spezielle Flugbox notwendig, für die der Interessent zahlen soll. Irgendwann merkt er dann aber, dass er auf Kriminelle reingefallen ist. Spätestens, wenn er nichts mehr von dem Anbieter hört und kein Termin für die Ankunft des Welpen ausgemacht wird.

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Was können die Betroffenen tun, wenn sie in diese Falle getappt sind?

Sie sollten auf jeden Fall umgehend eine Anzeige wegen Betruges bei der Polizei erstatten und auch den Betreiber des betreffenden Portals informieren. Das Geld ist allerdings mit Sicherheit unwiederbringlich weg. Denn die Transaktionen laufen über anonyme Bargeldtransfers und können nicht nachverfolgt werden.
Woran kann man diese unseriösen Angebote denn erkennen und von seriösen unterscheiden?
Ein erstes Indiz ist schon allein die Tatsache, dass die Welpen zu verschenken sind. Hier gilt wirklich der Grundsatz: Niemand hat etwas zu verschenken. Schon dabei sollte man als Interessent also skeptisch werden. Dazu kommt, dass die Inserate vielfach in einem sehr schlechten Deutsch formuliert sind. Grundsätzlich rate ich dazu, gar nicht auf irgendwelche fragwürdigen Internetangebote einzugehen.

Wenn jemand aber nun unbedingt einen Welpen haben will und ein erwachsener Hund aus dem Tierschutz nicht infrage kommt, wie sollte er diese Suche angehen?

Der erste Weg sollte dennoch ins Tierheim führen, denn auch hier warten häufig Welpen auf eine Familie. Auch verschiedene seriöse Tierschutzorganisationen, die sich im Auslandstierschutz engagieren, Kastrationsaktionen vor Ort durchführen und einheimische Tierheime unterstützen, vermitteln Welpen und Junghunde nach Deutschland. Aber Achtung, das Tier darf erst mit Ablauf der 15. Lebenswoche nach Deutschland eingeführt werden. Denn die Einreise ist nur mit einem gültigen Impfschutz gegen Tollwut erlaubt. Die Tollwutschutzimpfung ist erst in der 12. Lebenswoche möglich. Anschließend dauert es drei Wochen, bis der Impfschutz wirksam wird.

Wenn es unbedingt ein reinrassiger Welpe vom Züchter sein soll, sollten Interessenten nach einer seriösen Hobbyzucht suchen. Hobbyzucht ist in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Tierschutzgesetzes (AVV) definiert als: Nicht mehr als drei fortpflanzungsfähige Hündinnen und drei Würfe pro Jahr.

Vielen Dank für Deine Zeit und Deine Tipps, Mike!

Auf der Suche nach einem Tierschutztier? Dann schauen Sie sich doch auch mal in TASSOs Online-Tierheim shelta um. Hier warten kleine, große, alte, junge, liebe, sanfte, wilde, verrückte und einfach ganz besondere Vierbeiner sehnsüchtig auf ihre Familie.

© Copyright TASSO e.V.

Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.269
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.05.2018 um 19:35 Uhr
Ist immer wieder verwunderlich. Die Dummen sterben scheinbar nicht aus.
Gut solch einen Beitrag zu veröffentlichen.
Christine Weber
7.470
Christine Weber aus Mücke schrieb am 03.05.2018 um 19:46 Uhr
Peter, ich verstehe auch nicht, wie man auf so etwas hereinfallen kann.
H. Peter Herold
28.269
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.05.2018 um 19:49 Uhr
Gut drauf hinzuweisen. Kann keiner sagen er hätte es nicht gewusst
Christine Weber
7.470
Christine Weber aus Mücke schrieb am 04.05.2018 um 07:34 Uhr
Tja - die Leute müssen es halt nur noch selber lesen. ;-) Mehr als warnen kann man ja nicht.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Christine Weber

von:  Christine Weber

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Interessensgebiet: Mücke
Christine Weber
7.470
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