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Lesetipps im April

Mücke | Zurzeit sind sie in: spannende Geschichten aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, auch „Trümmerkrimis“ genannt. Ganz neu ist dieser Trend nicht. Schon in Wolfgang Schorlaus zweitem Roman „Das dunkle Schweigen“ (erstmals 2005 erschienen) muss sein Protagonist Georg Dengler einer merkwürdigen Erbschaftssache nachspüren. Sie führt ihn zu einem in den letzten Kriegstagen begangenen Verbrechen, das so oder ähnlich leider oft in jenen Tagen verübt wurde.
Der Roman Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr ist die Geschichte zweier junger Menschen, der blinden Französin Marie-Laure und des deutschen Napola-Schülers Werner Hausner. In Rückblicken wird ihr jeweiliges Leben abwechselnd erzählt, bis sie im August 1944 im von den Alliierten zerbombten Saint-Malo für wenige Stunden aufeinander treffen. Der Autor erhielt 2015 den Pulitzer-Preis für sein Werk. Doch sind erzielte Preise die Gewähr dafür, dass man ein gutes Buch in den Händen hält? Ich jedenfalls tat mich schwer mit Doerrs ausuferndem, gewollt poetischem Schreibstil. War nicht mein Ding.
Die Vergessenen von Ellen Sandberg
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(Pseudonym von Inge Löhning) spielt in den Jahren 2013 und 1944. Im historischen Teil geht es um Euthanasie in Heil- und Pflegeanstalten während der nationalsozialistischen Herrschaft. Im Jahr 2013 sind aus unterschiedlichen Gründen verschiedene Leute auf der Suche nach verschwundenen Krankenakten. Zum einen Manolis Lefteris, ein Deutscher mit griechischen Wurzeln, den die traumatischen Kriegserinnerungen seines Vaters stark belasten. Manolis besitzt ein gutgehendes Autohaus und führt gelegentlich fragwürdige Nebenjobs aus. Des weiteren die Journalistin Vera Mändler. Sie versteht nicht, warum ihre Tante Kathrin die brisanten Dokumente nie benutzt hat, um den unter falscher Identität lebenden früheren Nazi-Arzt und Massenmörder zu enttarnen. Auch Veras Cousin Chris sucht nach den Papieren. Er hat hohe Schulden, braucht dringend Geld, unternimmt einen dilettantischen Erpressungsversuch, der im Baggersee endet. Mit allen Mitteln versucht jemand zu verhindern, dass sein schändliches Geheimnis gelüftet wird. Als Vera das ganze Ausmaß der Geschichte klar wird, will sie damit an die Öffentlichkeit gehen und den Mann vor Gericht bringen. Wird es ihr gelingen? Lesen Sie selbst!
Spannend und dank Löhnings flüssigen Schreibstil sehr gut zu lesen. Empfehlens- und nachdenkenswert. Nicht nur wegen geschilderten Verbrechen an Behinderten und Kranken, auch wegen des Themas „Selbstjustiz“. Wie weit darf man gehen, wenn Recht und Gesetz versagen?
Bibliographische Angaben:
Schorlau, Wolfgang: Das dunkle Schweigen. KiWi-Taschenbuch. Euro 9.99
Doerr, Anthony: Alles Licht, das sie nicht sehen. btb-Verlag. Euro 11.00
Sandberg, Ellen: Die Vergessenen. Penguin-Verlag. Euro 13.00

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
27.781
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.04.2018 um 10:04 Uhr
Momentan noch weniger Zeit zum Lesen als sonst.
Ingrid Wittich
20.636
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 14.04.2018 um 11:41 Uhr
Ich denke, die Zeit kommt wieder. Demnächst.
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von:  Ingrid Wittich

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Ingrid Wittich
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