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Buchtipp: „Antonias Tochter“ von Nora Elias

Mücke | Nachkriegszeit, 1945 bis Sommer 1947. Antonia von Brelow ist vom ostpreußischen Gut ihres seit 1942 vermissten Ehemannes ins zerbombte Köln geflohen. Zusammen mit Tochter Marie. Doch wer ist der Vater des Kindes?
Im Stadthaus der Familie von Brelow, das wie durch ein Wunder die Bombardierungen überstand, vermietet Antonia Zimmer. An Katharina, eine Krankenschwester, an Elisabeth, die mit einem britischen Besatzungssoldaten liiert ist, und an Georg, einen Arzt. Dazu gesellt sich Antonias Schwager Richard, der um jeden Preis das Haus in seinen Besitz bringen will und den übrigen Mitbewohnern das Leben noch schwerer macht, als es ohnehin schon ist. Alle leiden nicht nur unter den miserablen Lebensbedingungen, sondern mehr oder weniger auch unter traumatischen, persönlichen Erlebnissen.
Nora Elias ist das Pseudonym einer im Rheinland lebenden Autorin historischer Romane (so zu lesen im Netz). Sie beschreibt auf eindrucksvolle Weise das Zusammenleben der Hausgemeinschaft während einer Zeit, in der an allem Mangel herrschte: Wohnraum – wobei es den Menschen in Antonias nahezu unzerstörtem Haus noch vergleichsweise
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gut geht -, Medikamente, Lebensmittel (der Verlust der Lebensmittelkarten, oft durch Diebstahl, war eine Katastrophe), sowie Heizmaterial. Letzteres v.a. im Winter 1946/47, der als einer der kältesten im 20. Jahrhundert gilt. Kohlen wurden von Schiffen, Zügen und LKWs geklaut. Nachdem Josef Kardinal Frings in seiner berühmten Silvesterpredigt das Stehlen des für das Überleben notwendigen Brennstoffs mit dem Satz: „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten nicht erlangen kann" gewissermaßen legitimisierte, nannte man den Kohlenklau „Fringsen“. Im Winter des „Weißen Todes“ und des „Schwarzen Hungers“ starben Tausende. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. In der heutigen Zeit des Überflusses ist dieses Elend kaum noch vorstellbar.
Ein sehr guter Roman über das Zusammenleben von Menschen in Notzeiten, über Freundschaft, Vertrauen und Liebe. Ein Roman, der mich von der ersten Seite an fesselte und danach noch lange nachdenklich zurück ließ. Empfehlenswert!
Bibliographische Angaben: Elias, Nora: Antonias Tochter. Goldmann Taschenbuch. 2017. Euro 10.00

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Kommentare zum Beitrag

Margrit Jacobsen
8.767
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 02.01.2018 um 13:57 Uhr
Erinnert mich an eine Serie vor langer Zeit im Fernsehen...das Buch ist was für mich!
Ingrid Wittich
20.013
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 02.01.2018 um 14:50 Uhr
Wirklich, Margrit, absolut gut.
Hallo Lieber Leser
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von:  Ingrid Wittich

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Interessensgebiet: Mücke
Ingrid Wittich
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