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Soeben ausgelesen – „Land der Verheißung“ von Leila Meacham

Mücke | Südstaatenromane spielen in „Dixieland“. In einem der 15 Staaten der USA südlich der Mason-Dixon-Linie, der traditionellen „Grenze“ zwischen den Nord- und Südstaaten benannt nach den Landvermessern Charles Mason und Jeremiah Dixon. Bis 1865, dem Ende des Sezessionskrieges, war im Süden die Sklavenhaltung erlaubt, eines der Hauptthemen dieser Romane. Viele von uns kennen sicherlich Margaret Mitchells „Vom Winde verweht“. Der absolute Klassiker des Genres. Ich las ihn vor Jahrzehnten und natürlich habe ich mir – nicht nur einmal - die Verfilmung mit Vivien Leigh und Clark Gable angesehen. Zu jener Zeit standen auch Gwen Bristows „Kalifornische Sinfonie“ und ihre „Louisiana-Trilogie“ auf meiner Leseliste. Die „Fackeln-im-Sturm-Reihe“ von John Jakes hat ebenfalls einen Platz in meinem Regal gefunden.
Durch Zufall stieß ich kürzlich auf Leila Meacham. Die Autorin, geb. 1938, lebt in San Antonio, Texas, war Lehrerin und erst nach ihrer Pensionierung veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Die Erben von Somerset“ (engl. Originaltitel „Roses“), eine Familiensaga, die von 1900 bis ins Jahr 1985 reicht. Nachdem das Buch
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Südstaatenroman (1)Buchtipp (418)
ein Bestseller geworden war, wurde die Schriftstellerin wiederholt gefragt, wie es denn eigentlich begann mit den Tolivers, den Warwicks und den DuMonts, auf welche Weise sie den Grundstein zu ihrem späteren Reichtum legten. So entstand das Prequel „Land der Verheißung“, eine Fortsetzung, die aber chronologisch vor den „Erben“ angesiedelt ist.
Jessica Wyndham Toliver ist die durchgehende Hauptperson in „Land der Verheißung“. Weil Jessica öffentlich die Zustände der Sklavenhaltung und –behandlung kritisiert hat, fällt sie bei ihrem Vater Carson Wyndham in Ungnade. Sie ist für die Gesellschaft in South Carolina untragbar geworden und wird im Jahr 1835 quasi zwangsverheiratet. Silas Toliver will nach Texas auswandern und eine Plantage aufbauen. Da ihm die finanziellen Mittel fehlen, lässt er sich für viel Geld auf den Kuhhandel mit Carson ein, gibt seiner Verlobten und großen Liebe Lettie den Laufpass und ehelicht Jessica. Silas‘ Mutter Elizabeth befürchtet, dass ihr Sohn durch sein Handeln einen Fluch auf sich gezogen hat. Die Angst vor dem „Fluch der Tolivers“ zieht durch die gesamte Geschichte, die sich über 70 Jahre und 4 Generationen erstreckt.
Drei Familien, die Tolivers, die Warwicks und die DuMonts siedeln 1836 im Osten von Texas, bauen ihre Imperien auf, kommen zu Wohlstand, Kinder werden geboren, später Enkel, sie erleben den Bürgerkrieg, sowie den Niedergang und Wiederaufstieg danach und das Ende der Sklaverei. Ihre Freundschaft ist unerschütterlich, doch Schicksalsschläge bleiben nicht aus. Wegen des Fluchs? Nein, sicher nicht, Schicksal eben. Mit Jessicas Tod im Jahr 1900 endet der ausgezeichnet geschriebene Roman, der mich von Beginn an fesselte. Gefiel mir sehr gut und macht Lust auf weitere – gute – Südstaatenromane. Doch viele dieser Schmöker sind leider ziemlich kitschig. Nicht Leila Meacham. Und ja, was soll ich sagen, inzwischen bin ich bereits dran an „Die Erben von Somerset“, der zeitlichen Fortsetzung, die aber zuerst geschrieben wurde.
Bibliographische Angaben: Leila Meacham: Land der Verheißung. Page & Turner Verlag. 641 Seiten. Euro 9.99 . Am Anfang findet der Leser hilfreiche Stammbäume der 3 Familien.

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Kommentare zum Beitrag

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Markus Eggert aus Gießen schrieb am 30.06.2017 um 21:47 Uhr
So etwas habe ich lange nicht mehr gelesen klingt interessant...
Ingrid Wittich
20.759
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 01.07.2017 um 10:37 Uhr
Ich auch nicht und es hat mir richtig gut gefallen.
Bernd Zeun
11.292
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 01.07.2017 um 11:52 Uhr
Finde auch, dass es interessant klingt, leider habe ich noch zuviel "Pflichtlektüre" vor mir.
Margrit Jacobsen
8.889
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 01.07.2017 um 13:43 Uhr
Lesen und dazu Dixielandmusik hören, super!
Ingrid Wittich
20.759
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 01.07.2017 um 13:58 Uhr
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von:  Ingrid Wittich

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