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Benny im Backofen – Wenn „nur mal kurz“ schon zu lang ist

Mücke | Das Auto rollt auf den Parkplatz, Herrchen kurbelt die Fenster ein wenig herunter, steigt aus, schließt die Türen und geht in Richtung Supermarkt. Der kleine Mischlingshund Benny blickt ihm kurz hinterher und legt sich geduldig hin. Es ist angenehm warm an diesem Tag. Noch nicht zu heiß. Im Inneren des Autos ist es sogar noch etwas kühl, weil bis eben die Klimaautomatik dafür zuständig war, die Temperatur konstant zu halten.

Die Türen des Supermarktes öffnen sich automatisch, Herrchen tritt ein und eilt zielstrebig zum Regal mit dem Produkt, das er beim Wocheneinkauf vergessen hatte.

Unterdessen wird es im Auto bereits wärmer. Keine Klimaanlage kühlt mehr. Benny dreht sich in seiner Box um und legt sich bequem hin. Herrchen ist ja gleich wieder da.

Im Supermarkt ist das Fach mit dem gewünschten Produkt leer. Ein Verkäufer holt die Ware aus dem Lager. Herrchen wartet.

Die Schokolade im Handschuhfach wird langsam weich. Auch Benny wird jetzt warm. Er beginnt ein wenig zu hecheln und setzt sich auf.

Der Supermarktmitarbeiter ist zurück. Herrchen eilt zur Kasse. Auf dem Weg dorthin spricht ihn ein wichtiger Kunde seines Unternehmens an. Ein kurzes Gespräch muss sein.

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Benny fühlt sich unterdessen richtig erhitzt. Er hechelt stärker und beginnt nach Herrchen Ausschau zu halten. Von der frischen Luft, die durch das heruntergelassene Fenster kommen sollte, merkt er an diesem windstillen Tag nichts. Die Pfoten glühen, die Nase wird trocken.

Herrchen steht mittlerweile an der Kassenschlange. Sie ist nicht lang, gleich wird er dran sein. Doch in diesem Moment wechseln die Kassierer. Eine junge Mitarbeiterin löst ihren Kollegen ab, sie setzt sich, stellt ihre Kasse in die dafür vorgesehene Halterung, loggt sich ein, wechselt die Rolle mit dem Kassenbon-Papier, füllt Wechselgeld auf. Zeit vergeht.

Benny wird unruhig. Er hat großen Durst, ihm ist heiß, und auch der Boden seiner Box ist mittlerweile unangenehm warm geworden. Er beginnt auf und ab zu tigern, soweit es seine Box zulässt. Mit der Pfote scharrt er an der Tür der Box, doch natürlich bleibt sie verschlossen.

Eine Kundin, die einen aufwendigen Umtausch hatte, zählt nun sorgsam die einzelnen Cents aus ihrem Portemonnaie ab, um sie passend zu überreichen. Gleich ist Herrchen an der Reihe.

Die Schokolade im Handschuhfach ist flüssig geworden. Wie ein dunkler Bach läuft sie über die Warnweste und bildet am Boden des Handschuhfachs einen kleinen Schokoladensee. Benny legt sich erschöpft auf die Seite und hechelt flach. Nur mal kurz die Augen schließen …

Entsetzt reißt Bennys Herrchen die Tür auf. Er hebt seinen erschöpften Vierbeiner aus dem backofenheißen Auto, legt ihn in den Schatten, lässt sich von umstehenden Kunden des Supermarktes Wasser reichen, tropft es seinem Hund auf die Nase, durchnässt ein Handtuch und legt es ihm um die Pfoten. Langsam kommt Benny wieder zu sich. Ihm ist jetzt nicht mehr so heiß. Da ist Herrchen. Er hat es doch gewusst: Auf Herrchen ist Verlass. Der kommt zurück …

Damit kein Hund in diesem Frühjahr oder Sommer ähnliche Erfahrungen machen muss wie Benny, dessen Halter „nur mal kurz“ etwas im Supermarkt besorgen wollte, hat TASSO auch in diesem Jahr erneut die Aktion „Hund im Backofen“ ausgerufen. Helfen Sie uns, und klären Sie Hundehalter über die großen Gefahren auf. Alle Infos über „Hund im Backofen“, Tipps vom Tierarzt und Informationen zur rechtlichen Situation finden Sie hier: www.tasso.net/Hund-im-Backofen

Hier finden Sie zahlreiche Informationsmaterialien rund um unsere Aktion „Hund im Backofen“.

© Copyright TASSO e.V.

Kommentare zum Beitrag

Christine Weber
7.321
Christine Weber aus Mücke schrieb am 19.05.2017 um 05:32 Uhr
Es wird jedes Jahr vor dem Backofen im Auto gewarnt. Und trotzdem sieht man immer wieder Vierbeiner, die von ihren Herrchen/Frauchen gedankenlos im Auto zurückgelassen werden.
Peter Herold
26.329
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.05.2017 um 08:14 Uhr
Nur mal kurz weg. Hunde bzw. Tiere gehören im Sommer nicht ins Auto.
Florian Schmidt
4.242
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 19.05.2017 um 10:37 Uhr
Auf diese Art lassen sich auch kleine Kinder recht schnell loswerden.
Peter Herold
26.329
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.05.2017 um 10:39 Uhr
Klingt zynisch. Aber leider passiert das auch immer wieder. Gedankenlosigkeit.
Andrea Mey
10.464
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 19.05.2017 um 14:14 Uhr
Eine schlimme Geschichte, die gerade nochmal gut ausgegangen ist.
Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen:
Tiere, Kinder und auch Senioren niemals bei Wärme im Auto zurücklassen!!!
Selbst wenn es draußen nicht so heiß ist, ein Auto das in der prallen Sonne steht heizt sich schnell auf.
Und umgekehrt, ein Auto das den ganzen Tag in der prallen Sonne gestanden hat, ist aufgeheizt und kühlt auch im Schatten nicht so schnell aus!
Christine Weber
7.321
Christine Weber aus Mücke schrieb am 19.05.2017 um 14:20 Uhr
Ich habe es einmal erlebt, dass die Polizei einen Hund aus dem Auto befreien musste und der dann gestorben ist. Der Hund hat nach 48 Stunden noch aus der Nase geblutet. Es war ganz schlimm. Ich verstehe es nicht, wie man so gedankenlos sein kann und kleine Kinder, Tiere usw. im Auto zurücklassen kann - bei diesen Temperaturen.
Florian Schmidt
4.242
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 19.05.2017 um 14:30 Uhr
Monika Böttcher hätte sich eine menge Ärger erspart #Muttertag
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Christine Weber

von:  Christine Weber

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Interessensgebiet: Mücke
Christine Weber
7.321
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