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Vorsorge für den Notfall – Wer kümmert sich nach meinem Tod um mein Tier?

Mücke | Was passiert, wenn mir etwas passiert? Das ist eine wichtige Frage, die sich jeder Tierhalter stellen und für sich beantworten sollte. Sie betrifft natürlich auch die Versorgung des Vierbeiners in einem plötzlichen Krankheitsfall, ist aber vor allem dann von großer Bedeutung, wenn ein Tierhalter stirbt und somit nicht mehr zu seinem tierischen Liebling zurückkehren wird. Damit nach dem eigenen Ableben keine Unsicherheiten, Streit zwischen den Hinterbliebenen oder im schlimmsten Fall langfristige Nachteile für das Tier entstehen, rät die für TASSO tätige Anwältin Ann-Kathrin Fries, frühzeitig zum Beispiel in einem Testament festzulegen, in wessen Eigentum das Tier nach dem eigenen Tod übergehen soll.

Besonders wichtig ist das dann, wenn der Erbe beziehungsweise die Erbengemeinschaft das Tier nicht aufnehmen will. „Wer zum Beispiel möchte, dass der Freund oder die Nachbarin den Hund oder die Katze erhält, sollte das vorher klären“, rät Ann-Kathrin Fries. Gerade auch bei nichtehelichen und unverpartnerten Lebensgemeinschaften ist dies dringend geboten. Dieses sogenannte Vermächtnis sollte unbedingt im Testament festgelegt
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werden. Dabei ist es auch möglich zu bestimmen, dass zum Beispiel aus dem Erbe ein monatlich festgelegter Geldbetrag bis zum Tode des Tieres oder eine einmalige Zahlung eines bestimmten Betrages für die Versorgung an den neuen Halter gezahlt wird.

„Wichtig ist, dass ein Testament rechtswirksam verfasst ist. So stehen nach dem BGB zwei Formen der Errichtung zur Verfügung: das private handschriftliche Testament und das öffentliche notarielle Testament. Das private Testament muss vollständig eigenhändig ge- und unterschrieben sein. Auch die Datums- und Ortsangabe sollten enthalten sein. Es sollte gut lesbar sein und auch problemlos gefunden werden können“, erklärt Ann-Kathrin Fries. Hierfür ist eine (kostenpflichtige) Hinterlegung beim Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer in Berlin möglich und ratsam. Ein notarielles Testament wird kostenpflichtig von einem Notar verfasst und hat unter anderem den Vorteil, dass spätere Anfechtungen von Erben erschwert werden.

Wurden keine Regelungen getroffen, zählt das Tier automatisch zur sogenannten Erbmasse und gehört damit den Erben beziehungsweise der Erbengemeinschaft. Diese können oder wollen sich allerdings nicht immer um ein Tier kümmern. Im schlimmsten Fall wird der Vierbeiner dann ins Tierheim gebracht und muss auf ein neues Zuhause hoffen. Manchmal gibt es jedoch auch nach der gesetzlichen Erbfolge keine Erben (dann erbt der Staat), oder ein Erbe wird ausgeschlagen, also abgelehnt.

Wer also auch über sein eigenes Leben hinaus das Beste für sein Tier will, sollte für den Ernstfall vorsorgen.


© Copyright TASSO e.V.

Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
24.966
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.02.2017 um 08:47 Uhr
Guter Hinweis Christine
Christine Weber
7.039
Christine Weber aus Mücke schrieb am 17.02.2017 um 09:11 Uhr
Danke, Peter. Aber es ist ja auch meistens so, dass die Erben alles gerne nehmen aber die Tiere bleiben auf der Strecke, leider.
Karl-Ludwig Büttel
3.339
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.02.2017 um 11:05 Uhr
Wir haben auch einen Hund aufgenommen. Die Besitzer sind kurz hintereiander verstorben. Auch hier war nicht geregelt. Das sehr anhängliche und liebe Tier sollte ins Tierheim. Wir haben dann über einen Bruder der Verstorbenen von dem Fall gehört , dass die Familie nicht in der Lage ist sich um den Hund zu kümmern.
Wir sind froh über unser neues Familienmitglied. Sie ist jetzt zweieinhalb Monate bei uns und alles läuft bestens.
Der Bericht ist wichtig Frau Weber man sollte, nein man muss sich frühzeitig Gedanken machen um die Tiere.
Christine Weber
7.039
Christine Weber aus Mücke schrieb am 17.02.2017 um 13:50 Uhr
Ja, und vor allem sollte man so vernünftig sein, ab einem gewissen Alter keine Welpen mehr zu nehmen, sondern sich nach einem etwas älteren Hund umsehen.
Nicole Freeman
7.580
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 17.02.2017 um 15:27 Uhr
auch ein junger mensch kann plötzlich in die lage geraten sich nicht mehr kümmern zu können. sei es krankheit oder auch Tod.
wir wissen nicht wann wir an der reihe sind. leichter lebt es sich wenn alles geregelt ist. auch wenn man erst nicht so recht an das thema will.
Christine Weber
7.039
Christine Weber aus Mücke schrieb am 17.02.2017 um 16:11 Uhr
Nicole, die meisten Menschen schieben dieses Thema weit von sich. Selbstverständlich kann es auch einen jungen Menschen treffen. Als wir vor vielen Jahren unser Testament gemacht haben, wurden wir auch ausgelacht und gefragt ob wir schon "abtreten" wollten.
Friedel Steinmueller
2.680
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 17.02.2017 um 20:13 Uhr
Das ist ein ganz wichtiges Thema für alle
verantwortungsbewussten Tierhalter und für alle die wieder ein Haustier adoptieren wollen.
Gut das dies hier mal angesprochen wird.
Andrea Mey
10.058
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 17.02.2017 um 23:20 Uhr
Danke für diesen sehr interessanten und informativen Beitrag.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Christine Weber

von:  Christine Weber

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Interessensgebiet: Mücke
Christine Weber
7.039
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