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Buchtipp: „Der dunkle Grund des Sees“ von Stefanie Kasper - und dazu einige Fotos vom Handlungsort Forggensee

Forggensee vom Tegelberg aus gesehen
Forggensee vom Tegelberg aus gesehen
Mücke | Da viele meiner Altvorderen aus Bayern stammen und zwar aus Füssen im Allgäu, liegt es nahe, dass ich gerne Bücher lese, die diese Gegend als Handlungsort haben.
In den 1950er Jahren wurde der Forggensee angestaut. Mit 15,2 Quadratkilometern ist er der größte Stausee Deutschlands. Der Ort Deutenhofen und der kleine Weiler Forggen versanken in den Fluten. In Kaspers Roman ist Forggen ein etwas größeres Dorf. Die meisten seiner Einwohner siedeln freiwillig um, nur 2 Familien harren aus. Sie wollen ihren Heimatort nicht verlassen. Doch dann sind nach einer Sturmnacht Vater und Mutter Forggenmüller sowie die jüngere Tochter spurlos verschwunden. Die Sache bleibt rätselhaft, weil niemals Leichen gefunden werden. Die ältere, überlebende Tochter, Elisa, glaubt nicht, dass ihre Eltern einfach so weggegangen sind, ohne ihr eine Nachricht zu hinterlassen. Sie vermutet, dass sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind.
Jahrzehnte später: Elisa ist verstorben. Adoptivtochter Isabel Radspieler findet nach der Beerdigung in einem Geheimfach im ehemaligen Kinderzimmer einen Brief ihrer Mutter sowie Tonkassetten. In dem Schreiben
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bittet sie die junge Frau, das Verschwinden ihrer Familie aufzuklären. Nur wie soll das gehen nach so vielen Jahren? Zudem leidet Isabel an einer Sozialphobie und traut sich kaum, unter Menschen zu gehen, geschweige denn, sie nach früheren Ereignissen zu befragen. Aber nach einer Therapie wagt sie das nahezu Unmögliche, obwohl verschiedene Leute sie massiv daran hindern wollen.
Kasper hat die Anfänge des Forggensees in einem spannenden Roman aufgearbeitet. Menschen, die sich noch an die dramatischen Tage der Aufstauung und Umsiedlung erinnern können, berichten Isabel aus heutiger Sicht, was sie wissen. Oder zu wissen glauben. Oder was Isabel glauben soll. Die Tonbänder erzählen rückblickend vom Geschehen, wie es Elisa erlebte. Höchst unterschiedliche „Wahrheiten“. Was geschah tatsächlich?
Eine insgesamt fesselnde Erzählung, der vielleicht etwas Straffung – weniger männliche Krokodilstränen - gut getan hätte. Interessant die Geschichte des Sees, dessen Entstehung damals für viel Unmut unter der Bevölkerung sorgte und der heute eines der beliebtesten Ausflugsziele der Gegend ist. Interessant auch Isabels belastende Krankheit, Sozialphobie, von der ich bisher wenig bis gar nichts gehört hatte. Die Krankheit kann zur völligen Vereinsamung und Verwahrlosung bis hin zum Suizid führen.
Fazit: Mit kleinen Einschränkungen empfehlenswert, besonders für Leser, die irgendwie einen Bezug zum Handlungsort haben.
Bibliographische Angaben: Kasper Stefanie: Der dunkle Grund des Sees. 381 S. Goldmann Taschenbuch. 2016. Euro 9.99

Forggensee vom Tegelberg aus gesehen
Forggensee vom Tegelberg... 
Cover-Download des Goldmann-Verlages
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Blick auf den Forggensee vom Tegelberg
Blick auf den Forggensee... 
mit dem Schiff unterwegs auf dem See
mit dem Schiff unterwegs... 
Staumauer
Staumauer 
 
rechts das Festspielhaus am See
rechts das Festspielhaus... 
im Jahr 2002 gab es noch Musicals im Festspielhaus - im Hintergrund Schloss Neuschwanstein
im Jahr 2002 gab es noch... 

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Kommentare zum Beitrag

Jutta Skroch
13.449
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 17.01.2017 um 23:41 Uhr
Der Forggensee ist mir ein Begriff, wir waren öfter dort, wenn wir meine Mutter besucht haben, meist im April oder dann wieder September/Oktober.
Auch auf dem Tegelberg waren wir mehr als einmal und am Faszinierendsten fand ich immer die Drachenflieger. Einmal haben wir auch einen vom Landepunkt wieder mit zur Seilbahn genommen.
Ingrid Wittich
20.734
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 18.01.2017 um 11:20 Uhr
Ich war jetzt schon seit längerer Zeit nicht mehr dort, aber als ich die Fotos raussuchte, bekam ich Lust aufs Allgäu. Vielleicht klappt es ja wieder einmal.
Jutta Skroch
13.449
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 18.01.2017 um 11:21 Uhr
Ich weniger, möchte gern mal an die Ostsee.
Ingrid Wittich
20.734
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 18.01.2017 um 11:27 Uhr
Früher wollte ich immer nur in die Berge, inzwischen ist mir Ost- oder Nordsee auch willkommen.
Kurt Wirth
2.144
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 18.01.2017 um 12:11 Uhr
Anfang der 50-er-Jahre war ich als Kind mit einem Busausflug von Kempten aus zur gerade fertiggestellten Staumauer bei Roßhaupten gefahren. Im Rahmen einer Führung konnte man zu Fuß über die Mauer spazieren, der Aufstau hatte aber noch nicht begonnen.

Zu Fuß habe ich den See als Zweitagesübung bei der Bundeswehr von Füssen aus umrundet. Es sollen 45 km gewesen sein.
Die letzten Jahre fahre ich immer wieder mal mit dem Fahrrad rundum. Wie meist in solchen Fällen ist man dabei mal näher am See, mal entfernter, hat aber immer einen schönen Blick.

Das Festspielhaus in Füssen torkelte die ganzen Jahre von einer Insolvenz in die nächste. Seit September 2016 ist es wieder mal geschlossen und die weitere Perspektive unklar.
Ingrid Wittich
20.734
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 18.01.2017 um 12:26 Uhr
Das ist ein Trauerspiel mit dem Festspielhaus. Ich habe beide Ludwig-Musicals dort gesehen. Die waren genial. Vor allem das erste, in dem der König im künstlichen See ertrinkt. Ich habe da auch mal eine Backstage-Führung mitgemacht. War sehr interessant. Wirklich schade drum.
Margrit Jacobsen
8.887
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 18.01.2017 um 14:01 Uhr
Macht Lust auf diese Gegend, war schon länger nicht mehr dort, schade...
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von:  Ingrid Wittich

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Ingrid Wittich
20.734
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