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Betreuen ist gut, gut betreuen noch besser

Mücke | Alten – Senioren und Pflegeheime
Alle ein Graus – und keiner will es wissen wie es wirklich darin ist……………Casa Reha – Königsseniorenappartements, AWO egal wie sie heißen sind bestimmt keine Luxusheime, aber andere kann sich kaum jemand leisten. Betreuen ist gut, gut betreuen noch besser.
Helle freundliche Zimmer, große Fenster, eine Klingel am Bett, im Grunde war`s das dann auch.
Ein Bett über 2300.- € im Monat ist keine Ausnahme.
Sie sind alle gleich sagt man ja meistens wenn man sie gesehen hat, stimmt so nicht so.
Nach außen hin stimmt meist alles, im Inneren stinkt oft der Fisch schon vom Kopf aus. Diesen langen Satz sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen und darüber nachdenken.
Es gibt „GUTE“ hörte ich (wobei nicht ganz klar ist was mit „gut gemeint ist) und schlechte, was nicht heißt, dass die Pflege schlecht ist, es kann genauso gut die Unterbringung sein.
Ich kann mich tierisch aufregen, wenn etwas was selbstverständlich sein sollte, nicht gegeben ist. Respekt dem Alten gegenüber, Aufmerksamkeit dem Behinderten gegenüber.
Beispiele möchte ich hier nicht weiter anbringen, es gibt genügende worüber man sich aufregen könnte. Nur so viel dazu…
Mehr über...
Betreuung oder Aufbewahrung? (1)Alten Pflege und Seniorenheime (1)
wenn aus Faulheit, Desinteresse, aus Zeitmangel oder fehlender Eigeninitiative, wegen mangelnder Ausbildung, aus Unaufmerksamkeit, aus Sprachunverständnissen, aus all dem Druck dem die Pflegekräfte ständig ausgesetzt sind, dem Heimbewohner ein gesundes und menschliches „wohnen „versagt wird ist das nicht richtig, fair schon mal gar nicht. Sie haben ihr Leben in der Allgemeinheit gelebt, fleißig all ihre Steuern gezahlt, viel beigetragen, verändert und verbessert, das Land mit aufgebaut, den Krieg überlebt, Kinder großgezogen und dann werden sie abgelegt unter: ……
Auch diesen langen Satz sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen und darüber nachdenken.
Was stimmt, was stimmt nicht?! In all diesen gut geführten und funktionell ausgestatteten Heimen – Unterbringungsstationen, die allerletzte Station im Leben die der Bewohner dort verbringt, egal ob alt, krank, zerbrechlich, im Kopf noch klar oder dieses nicht mehr ist?
Worunter hat er, der letztendlich zahlt, oder mit seiner Rente zuzahlt, zu leiden?
Liegt es wirklich nur am Geld? Oder auch am mangelndem Bewusstsein, an Aufmerksamkeit was mit Menschen passiert,
Der Staat macht es sich leicht. Er steckt die alten Leutchen, egal ob freiwillig oder unfreiwillig in ein HEIM, versorgt sie – und wie man sagt, auch gut. Okay gut, jeder weiß es, alles sagen es, Gelder fehlen um eine gute Versorgung zu ermöglichen, Pflegekräftemangel ist in aller Mund. Warum will wohl keiner mehr Altenpfleger werden, aus gutem Grund, sie sind permanent unterbezahlt, oft überfordert, oft meist selbst zu alt um gute Dienste am Mensch zu leisten.
D.H. die Heimbewohner, die Alten zu pflegenden bekommen zu essen, ein Bett zum schlafen, Pflege die der Arzt verschreibt ,ihre Medikamente gestellt, den wöchentlichen Arztbesuch versprochen, dürfen ein paar kleine Möbel stellen damit sie wenigstens das GEFÜHL bekommen etwas vom alten Zuhause zu haben, und dann warten sie im Bett, im Sessel, am Fenster, im Rollstuhl auf die tägliche Pflege, das Essen, eventuell auf Besucher, auf Anregung, auf den Tod.
Abgeschoben nenne ich das indem sie der Allgemeinheit nicht mehr" zur Last fallen". Unsere Sozialleistungen ernähren und verpflegen sie.

Es ist meist ein zu Herzen gehender Anblick über eine Station zu laufen um seine Angehörigen zu besuchen und festzustellen, da vegetieren in den hell erleuchteten hübsch geschmückten Gängen Kranke und Alte vor sich hin. Der Duft nach alt, Urin und leiser Verwesung umgibt sie wie ein leiser ständiger Hauch.
Sie haben nichts mehr im Leben zu tun. Manche, noch nicht Demente können nur noch die Augen verdrehen und haben ihr heimliches zurück in ihr ehemaliges Leben denken.
Äußerlich sauber und geputzt warten sie darauf dass Ihnen jemand einen Trinkhalm in den Mund schiebt und von Zeit zu Zeit das Lätzchen zurecht rückt, denn der Besucher soll ja einen guten Anblick zu sehen bekommen.
Es ist eine Schande wie über Leben verfügt wird und über die Empörung darüber sollten wir die Beteiligten nicht vergessen. Auch wir werden alt. Wollen wir auch so leben oder uns im heute lieber damit beschäftigen dass in ca 10 Jahren die Autos auf der Straße ohne Menschenbeteiligung automatisch ihren Weg in die Zukunft finden…?


© Angelface

Kommentare zum Beitrag

Ilse Toth
33.677
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 19.10.2016 um 12:39 Uhr
Angel, wie wahr, wie wahr! Niemals in ein Heim!
Margrit Jacobsen
8.519
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 19.10.2016 um 12:39 Uhr
Ich mag deinem Text nicht grundsätzlich widersprechen, liebe Angel. Aber ich meine mich auch zu erinnern, wir hatten bei GZ vor längerer Zeit schon mal so -ne ähnliche- Diskussion...ich kann auch nur für die Heime sprechen, die ich kenne...das ist in jedem Fall Laubach und ein Heim in Grünberg, und die sind top! Dort wird nicht nur gewaschen, gewickelt und dann ab still ins Bett.
Andrea Mey
10.008
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 19.10.2016 um 12:42 Uhr
Ein sehr guter Artikel!
Dem ist nichts hinzu zu fügen!
Ilse Toth
33.677
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 19.10.2016 um 14:32 Uhr
Ich musste vor Jahren meine Mutter in ein Heim geben, weil es keine andere Lösung gab. Ich war enttäuscht über die "Verwaltung" der Menschen. Ich könnte einen langen Bericht schreiben. Da sitzen alte Menschen am Tisch vor einer geschlossenen Wasserflasche - mit trockenen Lippen und sichtbar Durst. Oder mit Messer und Gabel vor ihrem Teller. Nur ein Beispiel von vielen! Ich weiß nicht, ob alles mit Personalmangel zu entschuldigen ist.
Birgit Hofmann-Scharf
9.758
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 19.10.2016 um 19:24 Uhr
Ich kann hierzu FÜR und Wider nennen:
1. Der Staat ( staatliche Betreuer / Familiengericht ) kann so einfach keinen alten Menschen in ein Altersheim einweisen, auf jeden Fall nicht ohne ärztliche Atteste und nur sehr schwer gegen dessen Willen.
Ich musste leider (!!!) meine demente Mutter in ein Heim geben, nach ärztlichem Rat, aber NICHT abschieben. Einige Hürden waren zu bewältigen. Wir fanden ein privat geführtes im Raum Marburg. Gerne hätte ich sie auch nach Laubach gebracht, denn der gute Ruf ist über die Grenzen bekannt.
2. Wie Sie ja bereits erwähnten, ist der Pflegenotstand und die Sprache ein großes Hindernis für eine optimale Fürsorge. Dabei muss die Familie mitarbeiten! Dann ist es auch kein Abschieben mehr!
Wenn ich meine Mutter besuchte, hörte ich leider zu oft die Worte der Heimbewohner: "ach, wenn mich meine Tochter doch auch mal besuchen würde".
Fazit: m. E. MUSS die Familie in die Altenpflege integriert werden, auch wenn die ehrbaren Alten im Heim leben.

PS: ich würde in ein Heim gehen, aber nicht in die, von der Beitragstellerin genannten Großkonzerne.
Ich möchte keinem Verwandtem eine Tag-Nacht-Betreuung meiner Person zumuten, zumal ich erfahren habe, wie sehr sehr anstregend das ist.

Wichtiges Thema!
Nicole Freeman
7.510
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 20.10.2016 um 07:49 Uhr
einen guten pflegeplatz bekommen und ihn sich leisten können ist nicht einfach. wenige häuser haben eine so gute kombi wie in grünberg oder laubach, wo es eben nicht nur pflege gibt sondern auch die hausbetreuung und je nach pflegebedürftigkeit eine betreute alten-wg. wer sich nur auf die pflegeversicherung stützt ist meist auf die oben angesprochene konzerne angewiesen, wenn keine verwandschaft die pflege übernehmen kann. einige geben ihre pflegebedürftigen familienmitglieder aus kostengründen ins ausland. ab nach polen in ein heim wo die rückführung der leiche zum angebot der heimführung gehört.
traurig aber es gibt diese pflegeangebote.

Pflegenotstand bedeutet immer ein notstand für die zu pflegenden MENSCHEN.
Angelika Petri
1.775
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 16.02.2017 um 08:18 Uhr
ich freue mich darüber, dass überhaupt etwas zu diesem Thema gesagt wurde (wenn es auch schon länger her ist), ein großes Problem ist auf jeden Fall der häufige Wechsel von Personal auf den Stationen und in der Stationsleitung. Die Heimbewohner werden manchmal fast täglich mit neuen Gesichtern konfrontiert und müssen sich auf diese einstellen. Durch den schnellen Wechsel, der oft krankheitsbestimmt stattfindet schaut kaum mehr einer der Pflegenden vor dem betreten der Zimmer in die Akten und das Hilfspersonal und die Schwestern haben keine Ahnung wen sie da aufsuchen und womit der Heimbewohner im Bett liegt. OB blind, ob taub wird oftmals nur durch den schnellen Besuch(Essens + Medikamentenausgabe) wahrgenommen, Zeit für ein Gespräch" eine Frage ist oftmals nicht, so kann man dies kaum als "Pflege" erkennen.
Das ist oftmals in vielen Heimen gleich die von Großkonzernen geführt werden.
Nicole erwähnt ja, wenige Häuser sind wie jene in Grünberg und Laubach zu finden.
Sybille Keiner
482
Sybille Keiner aus Hüttenberg schrieb am 17.02.2017 um 19:12 Uhr
Das ist so traurig. Und dir Heime sind alle so teuer. Ich finde es schlimm das mit der Gesundheit von Menschen solche Geschäfte gemacht werden. Wenn man alt wird kriegt man ja angst . Und das hat mit Würde nichts zu tun.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Angelika Petri

von:  Angelika Petri

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Angelika Petri
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