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DGB: Ein gemeinsames Sprachrohr für „Verkehr, Infrastruktur und Wirtschaft“

Lollar | Unter dem Titel „Verkehr, Infrastruktur und Wirtschaft“ fand dieser Tage auf Einladung des DGB-Vorsitzenden Klaus Zecher ein erstes Vorgespräch mit Vertretern von Fahrgastverbänden und Verkehrsinitiativen aus dem mittelhessischen Raum im DGB-Haus statt. Zu Beginn wies Zecher darauf hin, das es ihm nicht um veraltete Konzepte und längst überholte Forderungen wie weiterem Straßenbau gehe, sondern um geeignete Alternativen um den mittelhessischen Raum als Standort nachhaltig zu stärken. Hierbei galt auszuloten, inwieweit eine überparteiliche Zusammenarbeit mit Fahrgastverbänden und Verkehrs-initiativen möglich und sinnvoll sei. Die eingeladenen Vertreter von Pro Bahn, VCD und ADFC waren sich darin einig, dass der mittelhessische Raum mit ca. 1,1 Mio Einwohnern einerseits ein Wirtschaftsstandort und andererseits ein Schlafraum zum Rhein-Main-Raum darstelle.

Während die Interessen der Verkehrsinfrastruktur des SPNV in Süd- und Nordhessen im RMV und NVV gut vertreten werden, befinde sich der Raum Marburg, Gießen und Wetzlar in einem verkehrspolitischen Dornröschenschlaf. Dies werde nach Auffassung der Teilnehmer auch
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im Investitionsbereich des Regionalen Nahverkehrsplans aufgezeigt. So sei bis zum Jahre 2019 noch nicht einmal der viergleisige Ausbau der Main-Weser-Bahn bis Friedberg zu erwarten, obwohl bereits von Frankfurt bis Bad Vilbel das Baurecht vorhanden sei. Vom dringend notwendigen weiteren dreigleisigen Ausbau bis Gießen sei derzeit keine Rede, so Thomas Kraft vom Fahrgastverband PRO BAHN.

Wenn es sich nun abzeichne, dass mittelfristig der RMV und NVV zu einem Hessenverbund verschmolzen werden, könne Mittelhessen davon profitieren. Nur müsse man sich hier artikulieren und entsprechend positionieren. Und dies sei auch der Ansatz des DGB, so Klaus Zecher, denn in den letzten 20 Jahren erfolgten mit den Streckenstilllegungen der Aar-Salzbödebahn und Hungen-Wölfersheim nur eine negative Infrastrukturpolitik. Die Chancen einer möglichen Wiederinbetriebnahme der Lumdatalbahn müssten jetzt aus der Region aktiv begleitet werden. Bei einer Stärkung der verkehrlichen Infrastruktur in Mittelhessen würden alle Beteiligten gewinnen.

Wie ausgeprägt allerdings noch das Kirchturmsdenken in Mittelhessen sei, könne man am Beispiel der Initiative der Stadt Marburg erkennen. Hier habe man sich gegen die Region mit der Forderung, dass ab Mitte Dezember 2014 die Züge der Hessischen Landesbahn (HLB) zwischen Gießen und Marburg ohne Halt verkehren, durchgesetzt. Allen Resolutionen der Anliegerkommunen zum Trotz, sei der RMV dem Anliegen der Stadt Marburg -ohne Ausgleich- gefolgt, so Gerhard Born (VCD). Klaus Zecher sagte zu, dass er sich in seiner Eigenschaft als DGB-Vorsitzender an den RMV mit dem Ziel nach Kompensationen wenden werde.

Einvernehmlich bestand Zustimmung, dass man dem Vorschlag eines Arbeitskreises „Verkehr, Infrastruktur und Wirtschaft“ für den mittelhessischen Raum unter der Federführung des DGB aktiv unterstützen werde. Klaus Zecher teilte abschließend mit, noch vor der Sommerpause zu einer konstituierenden Sitzung einzuladen.

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Kommentare zum Beitrag

Gerhard Born
311
Gerhard Born aus Lollar schrieb am 09.06.2014 um 14:27 Uhr
Herr Klaus Zecher ist ehrenamtlicher DGB-Kreisvorsitzender und nicht DGB-Vorsitzender. Sorry, liegt wohl an der Hitze.
Martin Wagner
2.539
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 09.06.2014 um 19:24 Uhr
Guter Ansatz - dem regelmäßigen Leser der Onlineausgabe dürfte ja durchaus bekannt sein, dass in unserer Region so manche Fahrgastverbänden und Verkehrs-initiativen sich "nicht grün" sind.

Vielleicht kann da der ehrenamtliche DGB-Kreisvorsitzender eine Moderationsfunktion übernehmen, damit in diesem Bereich (was ja dringend notwenig ist - ich erinnere nur um die diversen Stellungnahmen zum nächsten nahverkehrsplan) die Einzelkräfte zu einem schlagfesten Vorgehen gegen die (zahlreichen9 Nichtfreunde des OEPNVs möglich gemacht werden kann.
Christian Momberger
11.197
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 10.06.2014 um 22:29 Uhr
Ja, in der Tat ein guter Ansatz, der zu begrüßen und zu unterstützen ist. Viel Erfolg allen Beteiligten. Das mit der Streichung der Zughalte auf eine Forderung der Stadt Marburg hin finde ich ebenfalls ein Unding.
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