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Die Katze im Lichtschacht

Lollar | Unter der Treppe unseres Einganges befindet sich ein Lichtschacht, der seit Jahren ein trostloses Dasein fristet. Er spendet am Tag zwar etwas Licht, die Treppe aber sorgt dafür, das nicht zuviel ankommt. Alle Schaltjahre mal wird er von Blättern und Müll befreit.

Seit Tagen saß unser Kater Felix jedesmal wenn er in den Keller kam auf unserer Kühltruhe und starrte auf das Fenster vor dem Lichtschacht. Da er sich sehr gerne im Keller aufhält und immer etwas interessantes beobachtet, machten wir uns auch keine Gedanken.

Am Montagabend beobachtete Andrea wieder mal den Kater wie er zu dem Fenster starrte. Auch unsere anderen Katze waren von diesem Fenster wie fasziniert. Nun wurde auch Andrea neugierig und leuchtete durch das Fenster und sah hinter dem Mäusegitter zwei Augen funkeln. Ganz erschrocken rief sie mich um Hilfe und wir zwei beratschlagten nun wie wir am besten vorgehen sollten.
Wir kamen zu dem Entschluß den Zugang zum Lichtschacht zu verbarikadieren, um die Katze in den Keller zulocken. Mit Brettern war der Fluchtweg auch ganz schnell verbarikadiert und ich öffnete ganz vorsichtig das Kellerfenster.

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Da saß sie nun, ganz verängstigt und ausgehungert schaute sie mich mit ihren großen Augen an. Verzweifelt versuchte aus dem Schacht zu flüchten und ich stellte fest, das sie aus eigener Kraft dieses Gefängniss niemals hätte verlassen können. Es kam auch kurzzeitig die Vermutung auf, das es sich um eine trächtige Katze handeln könnte, die einen Platz sucht um ihre Jungen zu gebären.

Schnell stand fest, das die Katze aus dem Schacht raus und am nächsten Morgen ins Tierheim gebracht werden musste. Jeder Versuch die Katze aus dem Schacht zu holen scheiterte daran das sie sich in die hinterste Ecke zwängte und ich sie dadurch nicht zu fassen bekam.
Also liessen wir die Nacht das Kellerfenster auf und stellten der Katze was zu fressen, einen Napf mit Wasser, eine Decke und ein Katzenklo hin, in der Hoffnung das sie den Schacht verlässt und sich im Keller niederlässt.

Am nächsten Morgen war der Schacht leer, das komplette Nassfutter gefressen, der Wassernapf fast leergetrunken und die Katze hatte sich in der hintersten Ecke des Kellers verkrochen. Beim Versuch sich ihr zu nähern flüchtete sie in ein Regal, wo ich ihr noch einmal Wasser und Futter hinstellte, das sie sofort fraß. Danach konnte ich sie dann greifen und in eine Transportbox verfrachten. Dies alles lies sie ohne Widerstand aber mit einer riesen Portion Angst über sich ergehen. Wir brachten sie dann ins Gießener Tierheim, wo sofort festgestellt wurde das es sich um einen unkastrierten Kater, der von uns dann Henry getauft wurde, handelt. Nun wird er von der Tierärztin untersucht, kastriert und an liebe Katzenfreunde weitervermittelt.

Wie lange sie schon in dem Schacht saß, wissen wir nicht, vermuten aber das es 3-4 Tage waren. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn unser Kater nicht immer dieses Fenster angestarrt hätte.

 
 

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Kommentare zum Beitrag

Ilse Toth
38.650
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 02.04.2014 um 23:54 Uhr
Andreas Aufregung war am Telefon zu spüren, als sie mich anrief. Ende gut , alles gut! Es geschehen immer wieder kleine Wunder! Auf jeden Fall ist Henry in den richtigen Lichschacht gefallen- bei Andrea und Jörg! ;-))
Befestigt schnell ein Gitter an dem Schacht.
Andrea Mey
10.948
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 03.04.2014 um 11:55 Uhr
Das war wirklich aufregend.
Ich habe mit einer dicken Spinne oder einer kleinen Maus gerechnet. Aber daß mich dann plötzlich eine Katze anschaute - das hätte ich nicht erwartet.
Sie maunzte nicht. Sie saß ganz stumm in dem Lichtschacht.
Vermutlich hat unser Felix ihr bzw. ihm das Leben gerettet.
Nun wird er erst einmal kastriert und dann wird er sicherlich ein schönes zu Hause bei netten Menschen finden.
Er ist ein wunderschöner, lieber Kater!
Tabea Krähling
323
Tabea Krähling aus Allendorf (Lumda) schrieb am 03.04.2014 um 21:47 Uhr
Ich drücke ihm die Daumen, dass er schnell ein schönes Zuhause findet! Er ähnelt ja sehr unserem Streuner. Den haben wir heute auch kastrieren lassen.
Friedel Steinmueller
3.884
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 06.04.2014 um 12:20 Uhr
Na, das ist noch einmal gut ausgegangen!
Die Katze muss ja sehr traumatisiert gewesen sein.
Möglicherweise befand sie sich schon mehrere Tage in diesem Schacht.
Das Beispiel macht aber auch deutlich, wie sehr Katzen auf andere Stubentiger aufmerksam werden. "Felix" hat durch seine Aufmerksamkeit dem "Eindringling" gewiss das Leben gerettet.

( Rührende Geschichte! ) - "Schührende Gerichte!"
Angelika Petri
1.833
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 30.05.2014 um 08:57 Uhr
wirklich eine sehr berührende geschichte und ja, man kann gar nicht genug "beobachten" und schaun, die Alarmsignale senden die Katzen aus , man muss sie nur deuten.
Gerade jetzt im Frühsommer wenn Haus und Hof, Türen und Fenster und auch Verschläge geöffnet sind " verkrabbeln sich gerne neugierige oder um Hilfe suchende Katzen darin, einmal eingesperrt finden sie oftmals nicht mehr hinaus. merlin hat sich auch - kaum 2 Monate als wir hier waren für 1 tag und 1 nacht im Keller meiner Nachbarin einsperren lassen und sie hatte nur - wie sie sagt - für einen "Moment" ihre kellertür auf....
ein Glück hat sihn ein zweiter Nachbar am nächsten Morgen jaulen hören, da war ich aber schon Stunden weiter weg um ihn zu suchen!....ein Glück ist Dank der Aufmerksamkeit eurer katzen nix Schlimmeres passiert...
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