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Quo vadis 46ers?

Lollar | Hoffentlich ist die Jahreszahl "13" nicht tatsächlich ein schlechtes Omen für die 46ers. Nach der Stellung des Insolvenzantrages herrscht weiterhin Ungewissheit über die Zukunft des heimischen Basketball-Bundesligisten LTi Gießen 46ers. Genauere Wasserstandsmeldungen hört man zur Zeit nicht, die angekündigte Stellungnahme des Geschäftsführers Schelberg lässt auch weiter auf sich warten, wenn man mal von leicht beschwichtigenden Worten in Richtung der Gießener Stadtoberen absieht. Da habe ich eben mit Entsetzen festgestellt, dass über die Hälfte der Plätze für das Spiel gegen die Frankfurt Skyliners noch verfügbar sind...und hätte mir doch so sehr eine weitere "JETZT ERST RECHT"-Kampagne gewünscht, die aber ja lt. des Geschäftsführers abgedroschen und unwirksam ist. Folglich laufen wir immer weiter in die falsche Richtung, die vermehrten Geisterfahrermeldungen der letzten Zeit kommen mir in den Sinn -wohlwissend das HIER ja wirklich nur ein kleines Licht am Sporthimmel ausgelöscht wird. Nichtsdestotrotz möchte ich den kontraproduktiven Abendkassenzuschlag möglichst umgehen und werde mir morgen mein Ticket im Vorverkauf besorgen, um pünktlich um 20 Uhr am Samstag dem Grauen in die Augen zu sehen...Was treibt "den Fan" aber eigentlich dazu?
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Emotional begründete Sorge eben über einen Verein, dem man bereits sehr lange die Treue hält und dabei meint, irgendetwas dagegen unternehmen zu müssen, bevor die Osthalle wieder das ist, was sie ist...eine Schulsporthalle! Doch machte nicht gerade dieses Ambiente den Standort Gießen aus? Nah dran am Geschehen, ursprünglich und wenig verändert. Bei Siegen der belohnte Kampf inmitten der Fans, bei Niederlagen das Wissen bemühte Sportler gesehen zu haben, die für sich UND für ihren Verein eingetreten sind. Wann ist letzteres abhanden gekommen? Wann haben sich die "Söldner" nur noch um ihren nächsten Verein gekümmert? Hatten sie es satt, Versprechungen gemacht zu bekommen, deren Einhaltung auf immer wackligeren Füßen stand? Irgendwie meine ich sogar den Abzug der amerikanischen Streitkräfte als einen Grund anzusehen: Gießen hatte ein gutes "Standing", vielleicht fühlten sich die US-Akteure, die ja meist den Hauptanteil ausländischer Spieler stellten, zwischen PX und Woodland-Club heimischer als jetzt. Ich weiß es nicht...und es hilft uns in der jetzigen Lage auch nicht sonderlich weiter - aber Gedanken machen ist der Anfang von Lösungen erbringen. Natürlich gehen Sportler -genauer gesagt ihre Agenten- in der heutigen Zeit dorthin, wo der größte Geldkoffer wartet - und es scheint vermessen zu klingen, ausgerechnet Gießen als Ort auserkoren sehen zu wollen, indem dies anders ist. Dennoch birgt eine gewisse Kontinuität die Hoffnung, etwas ändern zu können. Mit dem durch diverse Wildcards vernichteten Kapital und den einzusparenden "Erst-mal-sehen-ob-der-Kader-reicht"-Investitionen vor Rundenbeginn hätte sich mehrfach in den letzten Jahren ein ordentliches Team finden können. Fakt ist doch: In jedem Jahr blieb von der Anfangsformation aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr viel übrig, abgesehen von diversen -eventuell zu vielen-Verletzungsausfällen, ging viel Zeit verloren, einen eingespielten Kader zu präsentieren. Hinzu kamen die bekannten Fehler aufgrund des lahmenden Geldzuflusses, mit Spielerverpflichtungen zu lange gewartet zu haben oder sie gänzlich -wie im Verletzungsfall Jeffers im letzten Jahr-unterlassen zu haben. Mit immer fataleren Folgen, weniger Einnahmen durch weniger Besucher- wobei dies von den Verantwortlichen bestritten wird- der geneigte Zuschauer sich anhand der Lücken auf den Osthallentribünen sein Urteil aber schnell bilden kann...Es sei denn hunderte Zuschauer würden nur bezahlen, das Spiel allerdings nicht besuchen. Eine schwer vorstellbare Vision ist es ebenso gewesen, durch die Einführung des obengenannten Abendkassenzuschlages zusätzliche Einnahmen zu generieren. Gewiss, die Kassenhäuschen werden jetzt nicht mehr über Gebühr strapaziert und man spart sich womöglich etwas Personal, aber die dann fälligen 18 Euro Eintritt für einen Stehplatz sorgen natürlich schneller für Unmut des zahlenden Volkes, wenn die Leistung -wie so oft-nicht dem gezahlten Obulus gerecht wird. Zudem soll es eben auch Leute geben, die erst am Spieltag kurzfristig sich für einen Besuch eines Basketballspiels entscheiden bzw. möglicherweise arbeiten müssen und somit gehörig "belohnt" werden, die heimischen Akteure nach dem eigenen Dienst noch unterstützen zu wollen. Aber vielleicht ist der 3-Euro-Zuschlag jetzt auch für alle denkbar und würde auch von großen Teilen der Kundschaft in Kauf genommen werden, wenn ...ja, wenn...
der AUFBRUCH, der eigentlich für diese Saison versprochen wurde, in Angriff genommen werden könnte. In der jetzigen Situation stehen die Zeichen allerdings mehr auf ABBRUCH, auch weil zu viele Ungereimtheiten (z.B.Gesellschafterausstieg aus rein privaten Gründen...Ja,...ne..is`klar..., um mit den Worten eines allseits bekannten deutschen Comedians zu sprechen) und Worthülsen umherschwirren. Kurz vor dem Insolvenzantrag sollte ich als Geschäftsführer vielleicht auch nicht meinen schicken neuen Dienstwagen in Empfang nehmen, einen Spieler verpflichten etc. Woher war zudem das Geld für diesen?Entweder wurde in den letzten Jahren saniert...oder eben nicht. Nur wissen wollen wir es schon, wo unser liebes Geld verschwunden ist. KLARTEXT ist angesagt, ansonsten "GUTE NACHT" für den Basketball in Gießen.

TROTZDEM: BITTE an alle Gießener: Unterstützt die 46ers, solange es noch möglich ist! Bringt jemanden mit, der noch nie oder selten ein Spiel gesehen hat, zeigt den Charakter Gießens und übertragt diesen auf die Spieler, die es noch nicht zu unserer vollsten Zufriedenheit verstehen, für uns einzustehen. Nur dann haben wir noch eine -LETZTE!!!-Chance, Spitzensport in Gießen genießen zu dürfen.

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