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Mein Hörbuch der Woche – Ausweitung der Kampfzone Michel Houellebecq

von Sven Käsam 08.12.2012805 mal gelesen1 Kommentar
Lollar | In meiner Reihe „Mein Hörbuch der Woche“ berichte ich über das zuletzt gehörte Buch, es ist mal was Neues, mal was älteres, zum Teil bekannte Werke und zum Teil ziemlich unbekanntes Material. Vom Genre her kann alles dabei sein, es -ist noch einiges vorrätig, was „weggehört“ werden soll. Diesmal fiel die Wahl auf …

...“ Ausweitung der Kampfzone“ des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq, 2 CD, ein Hörspiel zum Buch aus 1994.

Worum geht’s?

Der Ich-Erzähler ohne Namen hat es nicht leicht: Gut, er hat einen Job im IT-Sektor und ist auch leidlich erfolgreich, aber seine besten Jahre sind rum, er ist single, hat keine Freunde und leidet auch noch unter einer Depression. Auf einer Dienstreise lernt er einen Kollegen privat kennen, der ein Spiegelbild seiner selbst ist, nur jünger. Er geht mit dem Kollegen nach der Dienstreise öfters aus, hierbei steht das Werben seines Kollegen um eine Partnerin im Mittelpunkt; allerdings total erfolglos. Daraufhin empfiehlt der Ich-Erzähler, Frauen zukünftig nur noch zu kontaktieren, um sie zu ermorden. Er drückt dem Kollegen umgehend nach dieser Empfehlung ein Messer in die Hand und fordert ihn auf, gleich damit anzufangen. Der angepeilte Mord scheitert, der Kollege brennt durch und er verliert in derselben Nacht sein Leben bei einem Autounfall. In Folge dessen geht es mit dem Ich-Erzähler steil bergab.
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Und, wie war‘s?

Ich mag keine Hörspiele und leider auch nicht dieses, was hier weniger an der handwerklichen Machart als vielmehr an der kranken Geschichte selber lag. Länger als 2CDs hätte ich nicht durchgehalten. Positiv war, dass es so schnell fertig war. Die Story erschloss sich mir nicht und ich habe mich schon sehr gewundert, als ich las, dass dieses Werk mehrfach prämiert wurde. Weniger gewundert habe ich mich, dass Michel Houellebecq nach diesem Roman als „Skandalautor“ gewertet wurde, dem sogar Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Religions-Hass unterstellt wurde. Zwar lassen sich für jeden dieser Vorwürfe in dem Buch Belege finden, aber ich denke, dass er diesbezügliche Provokationen eher als Stilmittel einsetzt.

Wer braucht‘s?

Es fällt mir schwer zu glauben, dass es Menschen geben könnte, die das Buch unbedingt hören müssten. Wahrscheinlich gibt es aber eine Personengruppe, der sich das Buch erschließt. Wem das ARTE-Programm im Fernsehen die bessere Wahl gegenüber einen Champions-League-Finale ist, der hat möglicherweise mit dem Autor die richtige Wahl getroffen. Eigene Depressionen könnten unter Umständen auch helfen, einen Zugang zum Ich-Erzähler zu bekommen.

Was gibt’s als nächstes?

Daniel Glattauer – Darum. Eine abgefahrene Story…

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Kommentare zum Beitrag

Ingrid Wittich
19.709
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 08.12.2012 um 17:44 Uhr
Ehrlich gesagt, ich bin kein Freund von Hörbüchern und dieses brauche ich ganz bestimmt nicht. Auch nicht als gedrucktes Buch.
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von:  Sven Käs

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Sven Käs
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