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Mit dem Alten Güterbahnhof schwindet ein Teil der Geschichte der Lollarer Grünen

Trister Anblick des Güterschuppens
Trister Anblick des Güterschuppens
Lollar | Am 20. Oktober können die Lollarer Grünen auf ihr 30-jähriges Bestehen zurück blicken. Ihr eigentlicher Ursprung geht etwa 40 Jahre zurück, wie Gerhard Born und Dr. Gerhard Fitzthum in einer Pressemitteilung erläutern. Wenn in Kürze das ca. 125 Jahre alte Gebäude des ehemaligen Güterbahnhofs durch einen Abrissbagger einem Edeka-Markt weichen wird, schwinde auch der letzte Rest der Geschichte des Güterbahnhofes. Das Areal war Mitte der 70iger Jahre Treffpunkt der alternativen Szene des Lumdatals. Annähernd samstäglich traf man sich im "Möbel- und Trödel-Laden", den Gerhard Fitzthum im Güterschuppen am Alten Güterbahnhof angemietet hatte.

Hier trafen sich die späteren Mitglieder der "Friedensinitiative Lollar-Staufenberg" als auch die Mitglieder des "Grün-Alternativen Arbeitskreises Lollar-Staufenberg". Neben dem Informationsaustausch wurden hier auch diverse Transparente, ob gegen Biblis oder die Startbahn West gefertigt. Die zahlreichen Infostände in der Stadt, ob am Schmaadlecker oder an der ehemaligen Alten Post wurden immer mit Sitzmöbeln und sonstigen Garnituren aus dem "Möbel-Trödel-Laden" bestückt. Oftmals, so Born ironisch, war die Nachfrage an den alten Möbelstücken größer als an unseren politischen Informationen.

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Bereits im Sommer 1972 gründeten Born und Fitzthum eine Initiative mit dem Namen "Aktion Natur- und Umweltschutz Lollar". Der geplante weitere Raubbau am Lollarer Kopf gab seinerzeit den Anlass. Diverse Anzeigen wegen groben Umweltvergehen und wegen aggressiver Schmutzwasserableitungen in die Lahn waren die wesentlichen Aktivitäten in dieser Zeit. Ein Hinweis zu den Abwassereinleitungen kam seinerzeit von einem Mitglied des Kanuvereins, da sich der Lack an seinem neuen Boot ablöste, nachdem er sich dem Buderuswehr genähert hatte. Wasserproben, die das Wasserwirtschaftsamt angeblich nie erreichten und Einschüchterungen vor Ort bestimmten damals die Auseinandersetzungen mit Buderus Lollar. Gegebenheiten, ja Zustände, die "heutzutage" kaum nachvollziehbar sind. Unterstützung holte man sich seinerzeit bei Dr. Mönning in der Lumdastraße. Ihm war es Jahre zuvor zu verdanken, dass der Buderus-Hochofen mit einem Filter versehen wurde.

Doch auch zu guten Bekannten, ja Schulkollegen wurde man von dritter Seite mit Schlichtungsaufträgen geschickt, weil diese die neuen "Stones und Deep-Purple-Schallplatten" in voller Lautstärke bei geöffneten Fenstern abspielten.

Die Lollarer Grünen sind seit 1985 durchgehend in der Stadtverordnetenversammlung vertreten. Seit der jüngsten Kommunalwahl in 2011 befinden wir uns erstmals in einer Koalition mit der SPD. Die "alten oppositionellen Zeiten" waren sicherlich unterhaltsamer, doch allein der "Weg" ist bekanntermaßen das "Ziel", so Dr.Fitzthum.

Abschließend sei noch auf ein Radioessay am 22.10.2012 um 22.33 Uhr im SWR 2 von Dr. Gerhard Fitzthum mit dem Titel "Die Asphaltierung der Welt" (Dauer 60 Minuten) hingewiesen.

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von:  Gerhard Born

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