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Dem „didlioh“- Flötenruf auf der Spur

Exkursionsteilnehmer
Exkursionsteilnehmer
Lollar | Am Sonntagmorgen um 6 Uhr 30 mit Martin Hormann Vögel zu beobachten, garantiert Spannung. Eine hochmotivierte Gruppe von 23 Vogelfreunden folgte der Einladung der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Arbeitskreis Gießen. Herr Hormann konnte auch den Vorsitzenden der NABU Gruppe Lollar, Herrn Wagner, begrüßen. Die vogelkundlichen Führungen der Naturschutzverbände sind eine ideale Gelegenheit, die verschiedenen Gesänge aufzufrischen oder neu kennen zu lernen, so der Exkursionsleiter. Treff- und Ausgangspunkt war die Kläranlage in Lollar. „Ei der Kuckuck“, guggug, guggu“! Mit seinem Ruf wurden die Frühaufsteher gleich beim Start begrüßt und er ließ sich sogar auch mal blicken. Kuckucke leben recht heimlich und sind selten zu sehen. Eine Lebensweisheit besagt übrigens, dass man reich wird, wenn man beim ersten Kuckucksruf Geld im Hosensack mitträgt. „Da vorne fliegt ein Eisvogel!“, sagte plötzlich Hormann leise während der Besichtigung der Aue. Da ist irgendwo seine Familie und schon ist der glitzernde Vogel mit einem kleinen Fisch im Schnabel im Uferbereich verschwunden. In den Pappeln
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konnte das muntere Treiben von Kleinvögeln mit dem Fernglas beobachtet werden. Neben Grünfink, fiel ein kleiner Trupp Wacholderdrosseln ein. Die Goldammer, Grünspecht, Gartenbaumläufer, Gelbspötter und der Grauschnäpper waren nur zu hören, konnten aber nicht entdeckt werden. Der „didlioh“ Flötenruf des Pirols, eigentlich typisch für den Auwald, wurde vermisst. Am Uferbereich der Lahn lauschte man lange dem anmutigen Gesang der Nachtigallen. Zwei Spechtarten zeigten sich und der Sumpfrohrsänger, ein unscheinbarer Schilfbrüter, ließ mit seinem lang andauernden sirrenden Klang verlauten, dass er auch wieder da ist. Mehrere Gänse, darunter Nil-, Kanada- und Streifengans, machten Rast auf den Wiesen am rechten Lahnufer. Angekommen am Lollarer Kopf, mit einem wunderschönen Buchenaltholzbestand, wurde die Gruppe von einer Schar Dohlen mit dem hellen, weit hörbaren „kja-kja“ empfangen. In der beginnenden Thermik der warmen Luft konnten die Naturfreunde gut drei verschiedene Greifvogelarten beobachten. Ein Rotmilan ließ sich von der Luftströmung empor tragen und in großer Höhe kreiste der häufigste Greifvogel, der Mäusebussard. Rüttelnd über einer Wiese spähte ein Turmfalke nach Beute. Die Gruppe lernte in den drei Stunden
56 verschiedene Vogelarten kennen und Hormann gab dazu nützliche Informationen. Mehrere seltene Steinschmätzer auf einem Erdhaufen, bildeten den Abschluss einer erfolgreichen Frühexkursion.

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von:  Heinz Weiss

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