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B 90/Die Grünen Lollar: Etappensieg für neugestalteten Haltepunkt Friedelhausen

Ausstieg aus dem Fahrzeug FLIRT der HLB am Bahnhof Lollar
Ausstieg aus dem Fahrzeug FLIRT der HLB am Bahnhof Lollar
Lollar | Lollar (-). Im Dezember 2010 wurden einige Regionalbahnzüge der DB-Regio durch neue Züge der Hessischen Landesbahn zwischen Marburg und Gießen übernommen. Diese Züge sind mit einer Ausnahme am Haltepunkt Friedelhausen als auch in Niederweimar ohne Halt durchgefahren. Zum Fahrplanwechsel am 11.12. in diesem Jahr werden diese Züge wieder an allen Stationen zwischen Gießen und Marburg halten. Und dies ohne Fahrzeitverlängerung auf der Strecke, da längere Wartezeiten auf den Unterwegsbahnhöfen vermieden werden. Umstiegsfrei kann man nun viermal pro Werktag (außer Samstag) den Frankfurter Hbf in 55 Minuten erreichen. Mit dem MittelhessenExpress benötigt man alle 2 Stunden für die gleiche Strecke stolze 79 Minuten. Eine Fahrzeit von 55 Minuten dürfte wohl lokal die schnellste Direktverbindung seit Bestehen des Haltepunktes Friedelhausen in die Mainmetropole sein.

Betroffene Fahrgäste der ursprünglichen Streichung hatten sich im Dezember an die Lollarer Grünen gewandt. „Wir stehen für einen sinnvollen ÖPNV und haben die Forderung nach den Zughalten in unser Wahlprogramm aufgenommen und selbstverständlich auf verschiedensten
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Ebenen die Zughalte wieder eingefordert“. Über den Magistrat, so Fraktionsvorsitzende Heidi Alt in einer Pressemitteilung, habe die Stadt Lollar im März 2011 an den Rhein-Main-Verkehrsverbund appelliert, den zuvor bestandenen Status der Zughalte aus dem Fahrplanjahr 2009 wieder herzustellen.

Die stündlich zeitversetzte Lage der Hessischen Landesbahn hat andererseits dazu geführt, dass eine Initiative unter dem Namen "Main-Weser-Bahn im Takt" fordert, die Züge zwischen Marburg und Gießen nur als RegionalExpress einzusetzen, so Magistratsmitglied Marko Martin. Hintergrund ist, dass durch die Verlegung des InterCity im Fahrplanjahr 2010 kein durchgängiger 60 Minuten-Taktverkehr zwischen Frankfurt und Kassel mehr existiert.

Die Züge der Hessischen Landesbahn gehören jedoch zum "Main-Lahn-Sieg-Express" und verbinden primär Siegen mit Frankfurt. Der Abschnitt von Marburg nach Gießen dient hierbei als Zubringer zu diesen RegionalExpresszügen von Gießen nach Frankfurt. Bis 2010 wurde dies bereits durch ein RegionalBahn-Angebot auf den Unterwegsbahnhöfen als Zubringer für den Intercity abgebildet. Die Initiative Main-Weser-Bahn im Takt fordert seit einem Jahr massiv die Zughalte der Hessischen Landesbahn auf allen Unterwegsbahnhöfen zwischen Gießen und Marburg zu streichen. Stattdessen werben sie für schnelle, umstiegsfreie Verbindungen von Frankfurt bis nach Marburg und weiterführend nach Stadtallendorf. Diese Initiative hat logischerweise in den Städten Marburg, Kirchhain und Stadtallendorf großes Interesse geweckt, so Marko Martin. Geworben wird hier mit einem RegionalExpress- Takt auf der Main-Weser-Bahn. Diese verläuft aber von Frankfurt bis Kassel und nicht nur bis Stadtallendorf. Noch nicht einmal der MittelhessenExpress endet dort, sondern fährt wenigstens bis zur RMV/NVV Grenze in den Schwalm-Eder-Kreis. Nach aktueller Kenntnis ist die Forderung der Initiative, die Haltestellen zwischen Gießen und Marburg zu streichen, bislang an der Finanzierung sowie an den gerechtfertigten Einwendungen der betroffenen Gebietskörperschaften wie Lollar, Fronhausen und Weimar gescheitert.

Wir sind froh, dass es uns zunächst gelungen ist, entgegen den Interessen der Initiatoren "Main-Weser-Bahn im Takt" alle Zughalte der Hessischen Landesbahn in der Stadt Lollar beizubehalten und weiter auszuweiten. Mit den Halten an den neu gestalteten Bahnsteigen in Friedelhausen erhalten diese Züge zwischen Gießen und Marburg und umgekehrt wieder eine klare, sinnvolle Zubringerfunktion in Form einer RegionalBahn. Die Lollarer Grünen werden weiterhin dafür eintreten, so Marko Martin abschließend, dass die Region entlang der beiden Universitätsstädte gestärkt wird und anderweitige Interessen nicht zulasten unserer Standorte geopfert werden.

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von:  Gerhard Born

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