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"Macht es wie Beppo, der Straßenkehrer!"

Marian und sein Kumpel
Marian und sein Kumpel
Lollar | Zur Aufnahmefeier der neuen fünften Klassen an der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar kamen 152 Zehnjährige zusammen mit ihren Eltern, Geschwistern, Großeltern, Paten ... eine wirklich große Willkommens-Veranstaltung!

Den Beginn der Aufnahmefeier gestalteten drei sechste Klassen, die den neuen Mitschülern zur Begrüßung ein Lied sangen.
Danach begrüßte die Leiterin des Gymnasialzweigs, Frau Barbara Deiker, die anwesenden Gäste. Auch die Leiterin der Eingangsstufe, Frau Astrid Patzak-Schmidt, hieß die Neuen an der Schule willkommen. Sie übergab das Wort an die Schulleiterin, Frau Dr. Barbara Himmelsbach, die in ihrer Ansprache an die Schüler eine Geschichte von Michael Ende erzählte. Sie ermutigte die Kinder "Macht es wie Beppo, der Straßenkehrer!"

Und der machte es so:
Beppo, der Straßenfeger aus "Momo" hatte eine lange Straße vor sich. Er war verzweifelt. Immer wenn er ans Ende der Straße schaute, überkam ihn das Gefühl, das schaffe er nie.

Doch dann ...

"Er fuhr jeden Morgen lange vor Tagesanbruch mit seinem alten, quietschenden Fahrrad in die Stadt zu einem großen Gebäude. Dort wartete er in einem Hof zusammen mit seinen Kollegen, bis man ihm einen Besen und einen Karren gab und ihm eine bestimmte Straße zuwies, die er kehren sollte.
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Beppo liebte diese Stunden vor Tagesanbruch, wenn die Stadt noch schlief. Und er tat seine Arbeit gern und gründlich. Er wusste, es war eine sehr notwendige Arbeit.
Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig:
Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich.
Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter:
Schritt - Atemzug - Besenstrich.

Während er sich so dahinbewegte, vor sich die schmutzige Straße und hinter sich die saubere, kamen ihm oft große Gedanken. Aber es waren Gedanken ohne Worte, Gedanken, die sich so schwer mitteilen ließen wie ein bestimmter Duft, an den man sich nur gerade eben noch erinnert, oder wie eine Farbe, von der man geträumt hat. Nach der Arbeit, wenn er bei Momo saß, erklärte er ihr seine großen Gedanken. Und da sie auf ihre besondere Art zuhörte, löste sich seine Zunge, und er fand die richtigen Worte.
"Siehst du, Momo", sagte er dann zum Beispiel, "es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man."
Schulleiterin Frau Dr. Barbara Himmelsbach erzählt die Geschichte von Beppo, dem Straßenkehrer
Schulleiterin Frau Dr. Barbara Himmelsbach erzählt die Geschichte von Beppo, dem Straßenkehrer

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
"Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen."

Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
"Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
"Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
"Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste."
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend:
"Das ist wichtig."

(aus dem Buch "Momo" von M. Ende)

In kleinen Schritten erreichen wir schließlich auch die großen Ziele. Und das gilt eigentlich für alle Lebensbereiche.

Eine schöne Feier!
Eine schöne Feier!
Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Musiklehrer Helmut Dietrich und Alexander Hock, die mit viel Engagement den Schülerchor auf ihren Auftritt vorbereitet hatten. Danke auch an Hartmut Reyl, der extra ein CBES-Lied geschrieben hatte, das später als munterer CBES-Kanon von allen anwesenden Schülern, Eltern und Lehrern gesungen wurde.

Die 152 Neulinge der CBES werden in sieben Klassen unterrichtet, zwei davon sind Integrationsklassen.
Inklusion ist an der CBES eine Selbstverständlichkeit! Hör- oder sprachbehinderte Kinder werden ebenso aufgenommen und individuell gefördert wie Kinder mit anderen Problemen wie ADHS, LRS, Dyskalkulie u.a.

Die CBES wird derzeit besucht von ca. 1350 Schülerinnen und Schülern. Im Gymnasialzweig sind wir zu G 9 zurückgekehrt, unterrichten aber in einer sogenannten "Profilklasse" auch Kinder nach G 8, so dass diese nach 12 Jahren die Schule mit dem Abitur verlassen können.
In der "Eingangsstufe Sek I" von Klasse 5-7 werden Kinder - ähnlich wie in der vormaligen Förderstufe - in den Hauptfächern Deutsch, Englisch, Mathematik in Kursen unterrichtet. Diese individuellere Förderung, die jeder Entwicklung Platz lässt, brachte allein in diesem Schuljahr noch acht Kinder in den Gymnasialzweig. "Rettung" von Ressourcen und ein Beweis dafür, dass eine Einstufung in einen bestimmten Schulzweig nach der Klasse 4 noch viel zu früh ist ...

Wir wünschen an dieser Stelle allen Kindern viel Spaß und Erfolg in der neuen Schule! Ihr seid uns herzlich willkommen!

Marian und sein Kumpel
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Schulleiterin Frau Dr. Barbara Himmelsbach erzählt die Geschichte von Beppo, dem Straßenkehrer
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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
9.530
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 15.08.2011 um 00:44 Uhr
Da war ja mal wieder der Pointen-Killer bei der Übernahme des Beitrags in die Druckausgabe am Werk. Dort liest man groß in der Überschrift "Macht's wie Beppo ..." und will man wissen, wie Beppo es denn nun macht, steht da nur, dass er eine lange Straße vor sich hat und er nicht weiß, wie er mit der Arbeit fertig werden soll - Pointe futsch. So eine Verstümmelung kann man auch nicht mit der Notwendigkeit zum Kürzen rechtfertigen oder dem Verweis auf die Online-Ausgabe. Gekürzt ist sowieso das falsche Wort, wenn bestenfalls 10% übernommen werden.
Melanie Schneider
2.497
Melanie Schneider aus Gießen schrieb am 16.08.2011 um 10:59 Uhr
Hallo Herr Zeun,
vielen Dank für ihren Kommentar.
Wir haben immer das Problem die Artikel bestmöglich in den Printausgaben unterzubringen. Platz ist oft knapp und der soll bestmöglich genutzt werden, um vielen Bürgerreporter-Texten Platz zu geben. Redigieren (kürzen) ist also in den meisten Fällen notwendig. Ob nun in diesem Fall eine Verfremdung des Artikel stattgefunden hat, darüber kann man streiten.

Was die Überschrift angeht, da haben wir uns aus dem Text von der CBES bedient. Zitat:"Und der machte es so: Beppo, der Straßenfeger aus "Momo" hatte eine lange Straße vor sich. Er war verzweifelt. Immer wenn er ans Ende der Straße schaute, überkam ihn das Gefühl, das schaffe er nie."
Dennoch haben wir die Freiheit die Überschriften zu wählen und zu formulieren. Dies hat nichts mit einer Abwertung des Bürgerrepoters zu tun.
Wir denken, dass wir einen so umfangreichen Artikel sehr gut für die Printausgabe aufbereitet haben.

Wir hoffe auf ihr Verständnis und wünschen allen Erstklässlern einen guten Start in die Schule.

Herzliche Grüße
Melanie Schneider
- Moderation -
Bernd Zeun
9.530
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 16.08.2011 um 21:48 Uhr
Liebe Frau Schneider,

danke für die Antwort. Da das Thema Übernahme in die Printausgabe nicht zum ersten mal für Verdruss sorgt und ich es auch für wichtig erachte, ihre Antwort mich aber nicht recht zufrieden stellen konnte, muss ich doch noch einmal etwas dazu bemerken. Es ist absolut in Ordnung und verständlich, dass Beiträge gekürzt werden. Es muss aber darauf geachtet werden, dass die Qualität nicht darunter leidet, ganz besonders wenn wie im vorliegenden Fall der Beitrag von einer Schule eingestellt wurde. Natürlich hat die Redaktion die Freiheit, die Überschrift zu wählen, aber dann sollte sie auch darauf achten, dass Überschrift und Text zusammen einen Sinn ergeben, und auch das war im vorliegenden Fall durch die Verstümmelung (nicht Verfremdung), wie ich es sehe, nicht der Fall. Ich denke, dass müsste auch im Interesse der Redaktion liegen.

Ebenfalls herzliche Grüße
Bernd Zeun
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Clemens-Brentano-Europaschule (CBES)

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