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Die alljährlichen weihnachtlichen Bettelbriefe oder: das dubiose Geschäft mit dem Mitleid

von Andrea Meyam 25.11.20101386 mal gelesen19 Kommentare
Lollar | Jeder von uns kennt das: man wird gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit geradezu mit "Bettelbriefen" überhäuft.
Meistens sind es Organisationen wie:
Welthungerhilfe, Behindertenhilfe, Kinderdörfer aber auch Tierhilfsorganisationen, um nur einige zu nennen.
Es ist immer das gleiche Prinzip: man sieht Bilder von halbverhungerten Kindern in Afrika, Waisenkinder oder geschundene Tiere hinter Gittern.
Diese Bilder sollen bewußt auf die Tränendrüse drücken, sie sollen Mitleid erwecken, denn gerade vor Weihnachten erhöht sich die Spendenbereitschaft, um das eigene schlechte Gewissen im letzten Moment "frei zukaufen".
Oft werden diesen Bettelbriefen kleine "Geschenke" beigelegt (Grußkarten, Adressaufkleber etc.), um die Adressaten moralisch unter Druck zu setzen.
Woher weiß nun der Spender, ob seine Spendengelder auch wirklich an der gewünschten Stelle ankommen?
Hilft man wirklich einem hungernden Kind oder einem geschunden Tier oder reibt sich eine kriminelle Organisation an meiner Spende die Hände?
Man kann seriöse Organisationen oft nur am Spendensiegel vom DZI erkennen. Manche können es vorweisen, manchmal muß man lange recherchieren.
Deshalb: Hände weg von Organisationen, die Sie nicht kennen!
Geben Sie lieber eine größere Spende an eine Organisation Ihres Vertrauens, als mehrere kleinere Spenden an verschiedene Organisationen, die Ihnen nicht bekannt sind!
Ein gemeinnütziger Verein stellt Ihnen gerne eine Spendenquittung aus, womit Sie Ihre Spende von der Steuer absetzen können.

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Kommentare zum Beitrag

Ingrid Wittich
18.894
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 25.11.2010 um 22:18 Uhr
Fast alle Bettelbriefe, die bei uns ankommen, gehen ungeöffnet in den Müll. Wir haben seit Jahren einige seriöse Institutionen, denen wir spenden u.a. Bethel.
Dr. Manfred Klein
1.389
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 26.11.2010 um 08:43 Uhr
Es ist ja nicht nur das, im Fernsehen, der Zeitung, unterwegs überall das nervige Geschäft mit dem vermeintlich schlechtem Gewissen.

Durch unsere Steuern spenden wir schon genug, wenn man bedenkt wie viel Geld davon in die III. Welt geht. Außerdem weiß man nie wo das Geld landet, es gibt praktisch keinen Nachvollzug. Bestenfalls man gibt das Geld direkt an Bedürftige, wovon wir in Deutschland genügend haben...


Schließlich haben wir genug Reiche, an die man sich wenden kann, so wie jetzt auch Sebastian Vettel und natürlich viele andere...
Jörg Jungbluth
5.093
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 26.11.2010 um 11:05 Uhr
Mich wundert es ja, das noch keine sog. "notleidende Zirkustiere" vor den Kaufhäuser stehen.
Andrea Mey
9.751
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 26.11.2010 um 11:20 Uhr
Oh je, das wird auch nicht mehr lange dauern, das sollte verboten werden!
Jörg Jungbluth
5.093
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 26.11.2010 um 11:25 Uhr
Andrea, eigentlich sollte man immer Möhren, Äpfel usw. einstecken haben, damit es wirklich beim Tier ankommt. Die könnte man gleich dem Tier geben. Die armen Tiere stehen bei klirrender Kälte stundenlang vor den Kaufhäusern, aber Futter und Wasser habe ich da noch nie gesehen.
Andrea Mey
9.751
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 26.11.2010 um 11:34 Uhr
Jörg, da gebe ich Dir vollkommen recht, die armen Tiere tun mir auch wirklich leid, wenn sie dort stundenlang ausharren müssen.
Wenn man diesen armen Tieren etwas Futter gibt, tut man sicher etwas gutes, aber mal ehrlich: läufst Du mit den Taschen voller Äpfel und Möhren durch die Stadt? Auf diese Idee bin ich noch nicht gekommen!
Dr. Manfred Klein
1.389
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 26.11.2010 um 11:36 Uhr
Tja, es gibt eben wohl noch genug Zeitgenossen, die diese Tierquälerei unterstützen...
Dr. Tim Mattern
629
Dr. Tim Mattern aus Wettenberg schrieb am 26.11.2010 um 11:38 Uhr
Wenn, dann müsste man eher einen Ballen Heu mit sich rumschleppen, denn von ein paar Äpfeln oder Möhren wird ein Lama oder Esel nicht satt. Und wenn doch so viel Obst zum sattfressen da ist, kriegt das Tier Durchfall, weil zu wenig Rohfaser in dem Futter ist.
Jörg Jungbluth
5.093
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 26.11.2010 um 11:39 Uhr
Höchstens wenn du gerade aus dem Supermarkt kommst und welche gekauft hast. Da gebe ich dir recht, kein normaler Mensch läuft mit Karotten und Äpfeln in der Jackentasche durch den Seltersweg.

Herr Dr. Mattern, da gebe ich ihnen natürlich vollkommen recht.
Andrea Mey
9.751
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 26.11.2010 um 11:40 Uhr
Herr Dr. Klein, es geht hier nicht um Unterstützung dieser Tierquälerei, es geht ja wohl eher darum diesen armen Tieren ihr fristloses Dasein etwas zu erleichtern, deswegen finde ich die Idee mit den Äpfeln und Möhren in der Tasche gar nicht so schlecht, nur ich selber bin eben noch nicht darauf gekommen.
Solche Tierquälereien unterstützen jene Leute, die sich solche Zirkusvorstellungen anschauen und dafür auch noch Geld bezahlen. Davon haben die Tiere sicher nichts!
Jörg Jungbluth
5.093
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 26.11.2010 um 11:57 Uhr
Zirkustiere gehören abgeschafft. Wo in Freiheit balanciert ein Tiger auf einer Kugel oder ein Elefant auf einem Bein? Und dann die Haltung: Da leben Elefanten ca. 200 Tage im Jahr mind. 18 Std. an einer Kette gefesselt auf engstem Raum. Die Raubtiere leben in Käfigen, die so klein sind, das ich sie nicht einmal einer Hauskatze zumuten würde.
Und den Vogel schiesst in meinen Augen der Zirkus Krone mit seinem Flusspferd und der Giraffe ab. Das Flusspferd lebt in einem Gehege ohne einem Wasserloch in dem es artgerecht baden kann. Normalerweise müsste es in der Stadt an einem Teich oder See untergebracht werden. Die Giraffe muss Strapazen während des Transportes durchmachen, den trotz des Spezialwagens in dem es transportiert wird, muss es immer wieser den Kopf einziehen, wenn die Brücken zu niedrig sind. Und das sind nur zwei Beispiele von vielen.

Aber das übel liegt nicht nur bei den Zirkusbesitzern, sondern auch bei uns. Wenn kein Mensch mehr in die Vorstellungen geht, würde umgedacht. Aber das kleine Kind will ja die schönen Tiere sehen und der Papa geht mit ihm in den Zirkus.
Andrea Mey
9.751
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 26.11.2010 um 12:06 Uhr
So sieht es leider aus. Hier sollten die Menschen umdenken, nur durch Boykott dieser Veranstaltungen kann dem langfristig entgegengewirkt werden.

http://www.vier-pfoten.campaignbox.de/stop-it/pdf/de/ROTE-LISTE-Zirkustiere.pdf
93
Hans-Theo Daum aus Lollar schrieb am 26.11.2010 um 12:30 Uhr
Wer sich auch mit Geldspenden für sinnvolle Projekte engagieren möchte - was ich persönlich für sehr sinnvoll halte - und gleichzeitig vor unseriösen Organisationen geschützt sein will, kann sich beim sog. Spenden-TÜV des DZI zuverlässig informieren: http://www.dzi.de/bulletin.htm
Ich finde es sehr schade, wenn Projekte, die Unterstützung verdient haben unter der Abzocke einzelner unseriöser Spendenwerber leiden müssen und mit ihnen in einen Topf gesteckt werden.
Dr. Manfred Klein
1.389
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 26.11.2010 um 14:33 Uhr
Ich kaufe das Jahr über Sport-, Jugend- und Wohlfahrtsbriefmarken, sodass sich die nervigen Appelle um die Weihnachtszeit ignoriere!
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 26.11.2010 um 22:49 Uhr
Weihnachten- das Fest der Liebe- dies wird von vielen unseriösen Abzockern ausgenutzt. Nicht nur mit Bettelbriefen, die man sofort entsorgen kann. Nein, sie klingeln an den Türen und erzählen abenteuerliche Geschichten. Wir spenden im Rahmen unserer Möglichkeiten, wenn Hilfe nötig ist. Dabei muss jeder entscheiden, was oder wen er unterstützen möchte.
Was in anderen Ländern möchlich ist, kann in Deutschland scheinbar nicht umgesetzt werden. Keine Tiere in einen Zirkus! Ohne wenn und aber. Dafür hat der Staat zu sorgen. Ein Appell an die Bevölkerung, einen Zirkus zu meiden, indem Tiere vorgeführt werden, hat bisher noch nicht genug gebracht. Diese Bettelunternehmen, die Tiere benutzen, um den Geldbeutel der Leute zu öffnen, gehören ebenso verboten. Wer kein Geld für Tiere hat, darf auch keine halten. Punkt!
Andrea Mey
9.751
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 26.11.2010 um 23:00 Uhr
Bei mir hat neulich jemand an der Tür geklingelt, wollte Grußkarten verkaufen, 15 Stück für 19,90 Euro!
Er ließ sich gar nicht abwimmeln, fragte sogar noch, ob er bei mir mal auf´s Klo gehen kann. Hallo, geht´s noch???
Ich ließ ihn natürlich nicht rein und ich brauche auch keine (überteuerten) Grußkarten!
Zum Jahresende gibt es noch eine neue Masche: Leute klingeln an den Türen, geben sich als Mitarbeiter der GEZ aus und behaupten, man sei im Zahlungsrückstand und wollen Bares! Das ist der Gipfel der Unverschämtheit!!!
Leider gibt es immer wieder Leute, die auf solche kriminellen Machenschaften hereinfallen.

Ich bin froh, wenn dieser ganze Weihnachts- und Neujahrsrummel vorbei ist und man wieder seine Ruhe hat!
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 27.11.2010 um 17:57 Uhr
Mir tun die älteren Menschen leid, die auf solche Maschen immer wieder hereinfallen. Man kann gar nicht genug warnen.
Christian Momberger
10.830
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 28.11.2010 um 14:14 Uhr
> Durch unsere Steuern spenden wir schon genug,

Nur wo für Herr Dr. Klein? Für die Großindustrie, die Kriege die die Bundeswehr in aller Welt führt, die Reichen und Schönen in Ihren Luxusvillen und dafür, dass die Reichen immer Reicher und die Armen immer ärmer werden! Das sollte sich jeder mal bewusst machen!

> wenn man bedenkt wie viel Geld davon in die III. Welt geht.

Auch das kann ich nicht unkommentiert stehen lassen, weil es so nicht stimmt! Deutschland gibt noch nicht einmal 0,4% des BIP für Entwicklungshilfe aus und liegt damit weit unter den 0,7% des BIP, zu denen sich Deutschland mehrfach im Rahmen der UNO und anderen Organisationen verpflichtet hat. Die berechtigte Frage ist aber, wofür das Geld verwendet wird und wie sinnvoll und effektiv die geleistete Hilfe ist. Ganz klar abzulehnen sind daher die Ideen des zuständigen Bundesministers Nübel (FDP), die Entwicklungshilfe an eine Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, d.h. dem Militär koppeln will.

> Ich kaufe das Jahr über Sport-, Jugend- und Wohlfahrtsbriefmarken,

Sehr guter Gedanke! Und die Möglichkeit dazu besteht dieser Tage am Stand der DLRG-Kreisgruppe Gießen auf dem Gießener Weihnachtsmarkt. Am 27.+28.11 sowie am 04.+05.12 und am 18.+19.12 ist die DLRG-Gießen hier mit einem Stand direkt vor dem TK Max (gegenüber Deichmann) vertreten. Wir haben neben den Wohlfahrtmarken von 2009 und 2010 (Obst und Himmelserscheinungen) auch die aktuellen Weihnachtsmarken im Angebot. Der Zuschlagserlös bleibt 1:1 bei der DLRG-Gießen.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 28.11.2010 um 16:26 Uhr
Hallo Christian, jeder soll spenden, für das, was seinem Herzen am nächsten ist. Hauptsache jeder von uns tut etwas- und wenn es noch so wenig ist. Viele Tröpfchen können einen Fluß füllen.
Herr Dr. Klein, Ihre Bemerkung, dass wir Steuern genug spenden, ist sicher als Witz gedacht, oder?
Dass mit Steuergeldern auch viel Unsinn getrieben wird, kann niemand bestreiten. Aber dass sie auch sinnvoll verwendet werden, ist wohl auch klar. Denn es sind unsere Steuern, die einen Sozialstaat erst ermöglichen. Und wir haben einen Sozialstaat, auch wenn es viele Verbesserungen geben könnte.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Andrea Mey

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