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Einheitsmedizin - Für die Pillendreher sind wir Menschen scheinbar alle gleich !

Lollar | Nachgedacht von Ranga Yogeshwar
Ranga Yogeshwar ist Physiker und Wissenschaftsjournalist. Er moderiert TV-Sendungen wie zum Beispiel Wissen vor 8 und Die große Show der Naturwunder (ARD). Bei KiWi ist zuletzt sein Buch: Sonst noch Fragen? erschienen.
Ein Plädoyer für eine individualisierte Medizin:

Das Menschenbild unserer Medizin ist schon seltsam. Ich meine damit nicht die offensichtliche Ungerechtigkeit bei der Behandlung von armen und reichen Patienten, auch nicht die fragwürdige Eigendynamik unseres Gesundheitssystems. Blicken Sie auf den Beipackzettel eines Medikaments, und Sie verstehen, worum es mir geht: Egal, ob Kopfschmerztablette, Abführmittel oder Tropfen gegen den Bluthochdruck: Der Beipackzettel unterscheidet bei der Dosierung in der Regel lediglich zwischen Kindern und Erwachsenen, mehr nicht. Für die Pillendreher sind wir Menschen scheinbar alle gleich, und ich kenne nur wenige Präparate, die zumindest den Unterschied zwischen Mann und Frau berücksichtigen. Doch jeder von uns ist einzigartig - oder?

Sie unterscheiden sich von jedem anderen, und das nicht nur äußerlich. Ihre Gene sind einzigartig,
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und Ihr Stoffwechsel besitzt viele Eigenarten; daher vertragen Sie bestimmte Lebensmittel, die Ihrem Nachbarn womöglich aufstoßen. Ihr Blut hat eine sehr individuelle Zusammensetzung, und jedes Ihrer Organe gibt es so nur einmal auf diesem Planeten. Wären alle Menschen gleich, dann würden wir uns alle für dasselbe Lieblingsgericht entscheiden, würden zum selben Zeitpunkt unseres Lebens an denselben Erkrankungen leiden und hätten gemeinsam Rückenschmerzen oder kollektive Husten-
anfälle. Wir wären identische biologische Automaten, die sich
unentwegt gleich verhalten und auf die gleiche Weise auf externe Reize reagieren würden.

Sportliche Wettbewerbe wären überflüssig, da jeder von uns gleich schnell laufen, gleich hoch und gleich weit springen könnte. Sie werden mir zustimmen, dass unsere Wirklichkeit zum Glück anders ist. Jeder von uns ist ein Individuum, besitzt seine einzigartigen Gene, unterscheidet sich im Stoffwechsel und in der Reaktion seines Immunsystems. Die Unterschiede zeigen sich bis hin zu den chemischen Reaktionsprozessen in der einzelnen Zelle.

Inmitten diesel Vielklangs biologischer Individualität klingt die Melodie unserer Medikamente erschreckend monoton. Wie kann es sein, dass die Pille für so unterschiedliche Patienten verschrieben wird ? Aufgrund der genetischen Variationen von Mensch zu Mensch kann ein und dasselbe Präparat bei einem Menschen wirken, beim nächsten nicht ansprechen und beim dritten zur tödlichen Überreaktion führen: Allein hierzulande sterben nach Schätzung jedes Jahr etwa 16000 bis 25000 Menschen an den Nebenwirkungen von Medikamenten.

Die individualisierte Arzneimitteltherapie findet daher immer mehr Anhänger: Der Patient erhält ein zu seiner Gen-Zusammensetzung passendes Medikament in einer genau festgelegten Dosis. Bei der Behandlung von Brustkrebs verzeichnet dieses Prinzip bereits erste Erfolge.

Das Krebsmittel Herceptin wird zum Beispiel erst nach einem Test verabreicht. Dadurch stellt man sicher, dass einige Patientinnen nicht unnötige Nebenwirkungen ertragen müssen, denn das Medikament wirkt eben nicht bei allen gleich. Der Aufwand solcher Therapien ist natürlich ungleich größer, denn statt eines simplen "Patentrezepts" wird jeder Einzelne von uns gezielt behandelt. In klinischen Studien müssen neue Wege beschritten werden, um die jeweiligen Zielgruppen eines neuen Medikaments ausfindig zu machen.

In Ansätzen beschreitet man diesen Weg auch bei der Ernährungsberatung, denn abgestimmte Lebensmittel und maßgeschneiderte Diäten können Menschen helfen, die zum Beispiel unter Fettsucht leiden oder auf bestimmte Lebens-
mittel allergisch reagieren. In der Ernährungswissenschaft und
der Pharmakologie setzt sich daher die Erkenntnis immer mehr durch: ALLE MENSCHEN SIND NICHT GLEICH !

In diesem Sinne wünsche ich ALLEN stabile Abwehrkräfte und einen wachen Verstand unter dem Motto: Lassen Sie sich nicht alles andrehen ! Ihre Susanne Steinrück-Krauß

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Tobias Salin (26) macht eine Ausbildung bei BOSCH TT in Lollar, er ist aktiver IG-Metaller, hat in Kuba Ökonomie und Geschichte studiert, ist Herausgeber des Buchs "Kuba im Wandel", ist im Bundesvorstand der SDAJ und Redakteur des Jugendmagazins POSITION
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