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"Wie war das eigentlich damals in der DDR?"

Der symbolische Durchbruch von Ost nach West
Der symbolische Durchbruch von Ost nach West
Lollar | Es geschah 1982, als Jutta Gallus die Flucht in den Westen schaffen wollte. Doch sie wurde geschnappt und inhaftiert. Ihre beiden Töchter (11 und 9 Jahre) kamen ins Heim. Nach 2 Jahren wurde Frau Gallus vom Westen freigekauft und begann den verzweifelten Kampf um ihre Kinder. Sie protestierte öffentlich am Checkpoint Charlie mit einem Plakat um den Hals "Gebt mir meine Kinder zurück!". Erst vier Jahre später konnte sie ihre Töchter wieder in die Arme schließen.
Das ist die Geschichte der Jutta Gallus, die auch verfilmt wurde unter dem Titel "Die Frau vom Checkpoint Charlie".

Dieser Fall sorgte international für großes Aufsehen und wurde zu einem Symbol für das Unrecht in der DDR.

Im Fach Geschichte hatten die beiden Lehrerinnen Gudrun Spüler und Maria Seiler das Thema "DDR-Regime" durchgenommen. Um den Schülern einen anschaulichen Einblick in dieses Regime der DDR zu geben, wurde nun Jutta Gallus, heute Jutta Fleck, als Zeitzeugin eingeladen.
Zusammen mit Ines Veith, der Autorin des Buches "Frau vom Checkpoint Charlie", besuchte Jutta Fleck nun die Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar, um den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 13 von ihren schrecklichen Erlebnissen zu berichten.
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Vortrag (187)DDR (45)
Eindrucksvoll stellte sie den jungen Leuten ihre Erlebnisse vor und zeigte ihnen anhand ihres eigenen Schicksals auf, dass die DDR sich nicht an die 1975 in Helsinki unterzeichnete Schlussakte für Menschenrechte gehalten hat.

Mit Mördern und Dieben zusammen war Jutta Fleck von 1983 - 1986 im Gefängnis Burg Hoheneck eingesperrt. Diese Zeit beschreibt sie als die Hölle. Rund um die Uhr mussten sie dort arbeiten. Wer sich weigerte, dem wurden die Besuchstermine gestrichen. Es habe sogar unterirdische Verliese gegeben.

Im Anschluss an den Zeitzeugen-Bericht wurden Ausschnitte aus dem Film gezeigt und es folgte eine rege Diskussion mit den jungen Leuten, die erschüttert waren von der Brutalität der DDR-Diktatur.

Jutta Fleck: "So etwas wie die DDR darf sich nie wiederholen!"

Der symbolische Durchbruch von Ost nach West
Der symbolische... 
Erinnerung an die Opfer
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Kommentare zum Beitrag

Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 09.11.2010 um 11:36 Uhr
Simone Linne
5.040
Simone Linne aus Gießen schrieb am 09.11.2010 um 14:09 Uhr
anschaulicher kann man jüngste deutsche geschichte wohl kaum noch vermitteln. gratulation an die lehrenden!
Ullrich Drechsel
1.729
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 10.11.2010 um 10:06 Uhr
Herzlichen Dank und große Anerkennung an Lehrer und Schüler in Lollar, die sich so engagiert in dieses spannende Thema "hineingekniet" haben. Ich finde das umso wichtiger, als immer noch Geschichtsfälscher am Werke sind, die diesen Teil der deutschen Geschichte am liebsten ausklammern oder zumindest verharmlosen würden.
Peter Herold
24.432
Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.11.2010 um 17:58 Uhr
Ja wir im Westen wußten echt zu wenigh, viel zu wenig von dem was dort in der DDR geschah. Gut, dass es hier so gut aufgearbeitet wurde. Ein Beispiel das Schule machen sollte. Mein Jahrgang und folgende wurden viel zu wenig über das Dritte Reich informiert. Wurde einfach totgeschwiegen! So etwas sollte unseren Kindern mit der DDR nicht passieren.
Thomas Schmidt
16
Thomas Schmidt aus Gießen schrieb am 17.02.2012 um 19:31 Uhr
Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

seit Oktober 2011 ist neuer Zeitzeugenroman Auf dem Markt:
“Im Auftrag des Großen Bruders“, Autobiografie, AAVAA-Verlag, Berlin, ISBN 9783862545513.
Inhalt: Gründe des Niedergangs der DDR-Wirtschaft.
"Die Republik ist mit militärischen Standorten übersät – Atombunker, heute Wahrzeichen des Kalten Krieges, wachsen wie Trüffel - sie haben Priorität vor Wirtschaft. Dennoch wird bis 1990 investiert. Kaum einer weiß von den verbauten Milliarden. Die Anzahl der Bearbeiter für militärische Vorhaben wird so gering wie möglich gehalten – die Arbeit der Stasi kommt nicht zu kurz …"

Das Leben der Menschen in einer Diktatur wird veranschaulicht. Ohne die Grenze zur erzählerischen Fiktion zu überschreiten sind Fakten in Handlungen und Dialogen aufgezeigt. Der berufliche Werdegang des Autors ist nachgewiesen.

Noch ein wenig über Fluchtversuch u. Mauer „geplaudert“:
Wer glaubt Mauer und innerdeutschen Grenze wurden nur errichtet, um die DDR-Bürger festzunageln, ist auf dem Holzweg – es wurden auch militärstrategische und geheimdienstliche Ziele verfolgt. Bautechnisch wurde nämlich ganze Arbeit geleistet – freilich zum Leidwesen der Wirtschaft. Das Beispiel “Jutta Gallus“ gab es en masse und nicht alle Fälle wurden publik. Viele Fluchtwillige waren über die Art der Grenzsicherung nur unzureichend informiert. Die Anzahl der Opfer hätte sonst anders ausgesehen. Bedauerlich, dass es überhaupt Opfer gegeben hat - mit Ruhm hat sich die DDR-Führung international nicht bekleckert. Fanatische Verfechter des "Antifaschistischen Schutzwalls" waren die Ersten, die nach dem 9. Nov. den Mantel nach dem Wind hingen ...
Als ich 1964 in den Westen flüchten wollte, stellte ich fest, dass die Grenze schon 3 Jahre nach dem 13. August kaum zu überwinden war. Ein Problem waren auch die freiwilligen Grenzhelfer überall auf Wanderwegen verstreut - Kontrollen wurden schon außerhalb der Grenzgebiete durchgeführt.
Als 17-Jähriger war ich der Meinung, dass es gar nicht notwendig sei, bewaffnete Grenzer zu postieren und noch dazu mit einem Schießbefehl zu vergattern (mündlich vor dem Wachaufzug – Hund und Trillerpfeife hätten vollauf genügt, jedenfalls nach der Konstruktion der Absperrungen zu urteilen …

Weitere Infos zur Lektüre in:
zeitzeugenberlin.de/zeitzeugen-roman-ddr/ “Im Auftrag des Großen Bruders“ sowie “Im Auftrag - Hauptnachrichtenzentrale der NVA der DDR“

Zu Fragen stehe ich gern zur Verfügung.

Herzliche Grüße

Thomas Schmidt
Zeitzeuge
Peter Herold
24.432
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.02.2012 um 13:36 Uhr
In den 70iger jahren konnte ich mich in Braunschweig mit einem Monteur aus der DDR unterhalten. Dieser erzählte mir, dass er sogar innerhalb seiner Famlie nicht sicher war, dass ihn jemand anschwärzen würde.
Totale Überwachung ;-(
Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 18.02.2012 um 15:04 Uhr
Ja das kam vor jeder konnte es sein, Mutter, Vater und Geschwister nicht ausgenommen!
Thomas Schmidt
16
Thomas Schmidt aus Gießen schrieb am 18.02.2012 um 17:14 Uhr
DDR-Monteure, die in das "nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet" (NSW) ausreisen durften, wurden durch das MfS geprüft. Hierzu gab es Richtlinien. Sogenannte Reisekader mussten bestimmte Bedingungen erfüllen. Das MfS sah es gern, wenn sie Familie hatten nebst Grundstück. Zudem durften es keine Vorstrafen geben - Politische inbegriffen. Wer Verwandte in der BRD hatte, kam für derartige Ausreisen kaum infrage.
Die Prüfung der "Reisetauglichkeit" begannen mit der Erstellung eines Leumundszeugnisses zur Person, dessen Inhalt aus dem "Bekanntenkreis" geschöpft wurde.
Jener Monteur hat genannte Bedingungen, vor allem die Politischen, mit Bravour erfüllt - seine Ausreise, eigentlich ein „seltener Fall“, wäre sonst nicht möglich gewesen. Schon aus diesem Grund wachte auch der Bundesnachrichtendienst über diesen Herrn.
“Im Auftrag des Großen Bruders“, AAVAA-Verlag , wird die "Filigranarbeit" des DDR-Geheimdienstes ab 1963 in Verbindung mit dem KGB geschildert. Wichtig ist auch zu wissen, nach welchen Gesichtspunkten die Bevölkerung observiert wurde und wie dieser Überwachungsapparat entstand.

Th. Schmidt
Zeitzeuge
Peter Herold
24.432
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.02.2012 um 17:49 Uhr
Er erzählte mir, dass er auch in Kuba war
Thomas Schmidt
16
Thomas Schmidt aus Gießen schrieb am 18.02.2012 um 18:51 Uhr
Guten Abend, Herr Herold!

Die DDR hatte war ja auch mit Havanna freundschaftlich verbunden und Havanna mit Moskau ...

Th. Schmidt
Ullrich Drechsel
1.729
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 18.02.2012 um 19:01 Uhr
... und Havanna und Moskau und Ostberlin mit der DKP und der RAF ...
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Clemens-Brentano-Europaschule (CBES)

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