Bürgerreporter berichten aus: Lollar | Überall | Ort wählen...

Stuttgart 21, zur Rechtmäßigkeit und seinen Auswirkungen

Lollar | Der Verkehrsclub Deutschland, Kreisverband Gießen bestreitet, dass es sich bei dem Projekt Stuttgart 21 nur um ein regionales Projekt handele und das Projekt demokratisch legitimiert beschlossen wurde.

Der Protest käme zu spät, das Projekt sei demokratisch legitimiert und rechtmäßig beschlossen, so die Befürworter von Stuttgart 21. Doch wie sieht diese Legitimierung bei näherer Betrachtung aus?

Zunächst erfolgte eine Machbarkeitsstudie. Wie bei allen Schienen-Projekten folgte eine sog. Nutzen-Kosten-Analyse. Diese Nutzen-Kosten-Untersuchung (N/K/U) wird nach einem standardisierten Verfahren vom Bund vorgegeben. Hierbei werden beispielsweise Faktoren, wie zusätzliche Fahrgäste, verminderter Schadstoffausstoß, verminderte Personenunfälle, Reisezeitgewinne in Minuten usw. den Kosten gegenübergestellt.

Für Stuttgart 21 deckten sich die Kosten und Nutzen bei den ursprünglich genannten Baukosten von 2,1 Milliarden Euro. Wären die berechneten Kosten etwas höher ausgefallen, also beispielsweise 2,2 Millarden Euro, wäre der notwendige Quotient von >10,53< ergab. Im Klartext: Ein Euro an Kosten/Investition erbringen drei Euro im Nutzen. Dennoch wurde diese Bahnstrecke aufgegeben, weil niemand die Finanzmittel für das Betreiben (Bestellerentgeld) für 20 Jahre aufbringen konnte, bzw. wollte. Denn nur mit Regionalisierungsmitteln, die zwischenzeitlich schon mal gekürzt wurden (Koch-Steinbeck), war die Bahnstrecke nicht zu halten.

Mit den Finanzmitteln, jüngste Prognosen gehen wegen der Untertunnelung sogar von bis zu 18,7 Milliardeb Euro aus, könnten über Jahre wichtige Infrastrukturmaßnahmen in der gesamten Republik gefördert werden. Statt Reaktivierung der Lumdatalbahn oder Horlofftalbahn (nur als Beispiel), sollen Steuerglder in noch letztlich unbestimmter Milliardehöhe in Stuttgart versenkt werden. Ein Skandal, so der VCD, der mit absout "nichts" zu rechtfertigen ist.

Mehr über

zur Rechtmäßikeit und seinen Auswirkungen (1)Stuttgart 21 (78)
Stöbern Sie in den Stichworten (Hilfe), um verwandte und ähnliche Beiträge zu entdecken:

Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 15.10.2010 um 15:45 Uhr
Danke für den Beitrag, (auch als Leserbrief in der Tagespresse, bezeichnender Weise dort auch ein anderer, der nur so von Unkenntnis strotzt) denn dieser Gesichtspunkt, die durch S 21 "verbratenen" Gelder fehlen an anderer Stelle, kam bisher etwas zu kurz.
Gerhard Born
259
Gerhard Born aus Lollar schrieb am 15.10.2010 um 16:37 Uhr
Sorry, im und ab dem vierten Absatz ist einiges an Text verloren gegangen.
Daher neu: Für Stuttgart 21 deckten sich die Kosten und Nutzen bei den ursprünglich genannten Baukosten von 2,1 Milliarden Euro. Wären die berechneten Kosten etwas höher ausgefallen, also beispielsweise 2,2 Milliarden Euro, wäre der notwendige Quotient von 1 nicht erreicht worden und das Projekt wäre von Anfang an gescheitert. Derzeit werden die Baukosten von der Bahn selbst mit 4,1 Millarden Euro angegeben. Eine neue Nutzen-Kosten-Analyse würde demnach bei etwa 0,5 liegen und eine Förderfähigkeit des Prestigeprojektes mit Steuergeldern wäre ausgeschlossen.
Ein weitergehendes Wirtschaftlichkeitsgutachten der Bahn aus dem Jahre 2006 wurde bis zum heutigen Tag nicht veröffentlicht. Der Grund sei, so die Bundesregierung nach Bundestagsanfragen von B90/Die Grünen, dass es sich um ein Geschäfts- und Betriebsgeheimnis handele. Selbst der Bundesrechnungshof stellt jüngst das Projekt in Frage, da dieser bereits von 5,7 Milliarden Euro Gesamtkosten ausgeht.
Zum Vergleich: Im Jahre 1995 wurde die Aar-Salzbödebahn von Niederwalgern nach Herborn stillgelegt, obwohl eine Nutzen-Kosten-Analyse zuvor einen Wert von über 3 ergab. Die Bahnstrecke wurde aufgegeben, weil letztlich niemand die Finanzmittel für das Betreiben (Bestellerentgeld) für 20 Jahre aufbringen wollte. Denn nur mit Regionalisierungsmitteln, die zwischenzeitlich schon mal gekürzt wurden, war die Bahnstrecke nicht zu halten.
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 16.10.2010 um 11:35 Uhr
Vielen Dank Herr Born für den guten und interessanten Beitrag! Sehr wichtige Aspekte, die leider selten in den Medien genannt werden. Es zeigt einmal mehr, wie verlogen hier von den Befürworten und denen, die das Projekt unbedingt durchboxen wollen, agiert wird.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Gerhard Born

von:  Gerhard Born

offline
Interessensgebiet: Lollar
Gerhard Born
259
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Von links nach rechts: Heidi Alt, Gerhard Born, Petra Schubert und Wolfgang Haußmann
B90/DIE GRÜNEN Lollar: Wahlprogramm verabschiedet, Veranstaltung und Infostände festgelegt
Bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Lollarer Grünen konnte...
LumdatalGrüne kritisieren hessische Abschiebepraxis im Winter
Bei ihrem jüngsten kommunalpolitischen Treffen der LumdatalGrünen in...

Weitere Beiträge aus der Region

Gruppenbild der Meute Lollar
Lollarer Pfadfinder
Lollarer Pfadfinder im Marburger Stadtwald mit Hudson...
Die Theatergruppe der Vereinsgemeinschaft Lollar-Odenhausen geht auf Kreuzfahrt mit „M.S. Aphrodite – Fernsehstars am Limit!“
Die Proben der Theatergruppe der Vereinsgemeinschaft Odenhausen/Lahn...
Enten im Schein der Abendsonne
Abendstimmung an der Lahn
Der November zeigt sich im Moment wirklich von seiner schönen...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.