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Direkte Mobilfunkbestrahlung eines Kindergartens endet am 30.09.2010

von Gerhard Bornam 27.09.2010879 mal gelesen1 Kommentar
Lollar | Vor 10 Jahren erhielt die Mannesmann Mobilfunk GmbH, heute Vodafone, eine Genehmigung des Lollarer Magistrates zur Errichtung einer Mobilfunkanlage auf der städtischen Sporthalle Süd. In direkter Nachbarschaft entstand der neue städtische Kindergarten "Abenteuerkiste", der am 19. Juni dieses Jahres sein 10jähriges Jubiläum feierte.

Seitens der Lollarer Grünen wurde die Vorgehensweise der Stadt massiv kritisiert. Insbesondere die Fürsorgepflicht der Stadt wurde nach Auffassung der Lollarer Grünen gröblichst verletzt. So folgte auf Betreiben der Grünen am 05.11.2002 im Kindergarten eine Informationsveranstaltung von Vodafone. Eine Vertreterin beteuerte seinerzeit, dass die Anlage ohne Wissen über die Einrichtung eines städtischen Kindergartens erfolgte. "Wäre uns dies bekannt gewesen, hätten wir von der Einrichtung einer Mobilfunkanlage an diesem Standort Abstand genommen".

Damals wie heute ging es nicht um ein Verteufeln der Technologie, sondern einzig und alleine darum, die Kinder vor höheren Strahlenbelastungen zu schützen. Selbst eine Bestandsaufnahme zur allgemeinen Strahlenbelastung in der Stadt Lollar folgte. Alle Werte lagen, wie zu erwarten "weit unter" den deutschen Grenzwerten. Am Rande sei erwähnt, dass diese Studie kostengünstig von den Betreibern von Mobilfunkanlagen durchgeführt wurde.

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Die Stadtverordneten mussten sich mit Berichtsanträgen vom 02.05.2001 sowie einem Stilllegungsantrag vom 14.10.01 beschäftigen. Am 11.12.2002 folgten die Stadtverordneten einstimmig einem Antrag der Lollarer B90/Die Grünen: "Der Magistat wird beauftragt, zum Schutz der Kinder im städtischen Kindergarten in der Albert-Schweizer-Straße die Mobilfunksendeanlage auf der Sporthalle Süd stillzulegen, zu verändern bzw. ggf. mit dem Betreiber Vodafone D2 einen neuen Standort zu suchen".

Hiervon ließ sich Vodafone erwartungsgemäß nicht beeindrucken und verwies auf die vorliegenden Messstrahlungsuntersuchung. So lagen für die Räume des städtischen Kindergartens Messwerte von 0,9 bis 3,4 Prozent der in Deutschland zulässigen Grenzwerten vor. Im Frühjahr 2004 stand die Sanierung des Flachdaches der Sporthalle Süd an. Auch hier appelierte man an Vodafone, einen Hauptstrahlungskegel, der auf den Kindergarten gerichtet war, zu verändern. Trotz anfänglicher signalisierter Bereitschaft wurde auch diese Möglichkeit nicht genutzt.

Eine erfolgte Prüfung über den Hessischen Städte- und Gemeindebund ergab, dass eine Klage der Stadt aussichtslos sei. Somit blieb letztlich nur die ordentliche Kündigung des Vertrages als letzte Option. Diese formelle Kündigung zum 30.09.2010 erfolgte bereits am 12.05.2005 und wurde am 20.06.2005 von Vodafone mit Bedauern bestätigt.

"Mit interesse", so Fraktionsvorsitzender Marko Martin, werden wir die anstehende Abwicklung verfolgen. "Wir gehen davon aus, dass der Mobilfunkbetreiber ersatzweise von der Pfingstweide aus die Leistung wieder aufnehmen wird". "Eine offizielle Stellungnahme liege der Stadt noch nicht vor", so Magistratsmitglied Gerhard Born. "Jedenfalls sei Vodafone nach Ende des Mietvertrages verpflichtet, auf eigene Kosten die Funkstation und alle dazugehörigen Anlagen und Einrichtungen abzubauen und zu entfernen. Dies müsse jedoch unter Aufsicht der Stadt Lollar erfolgen, um nachfolgende Schäden am Flachdach auszuschließen".

Kommentare zum Beitrag

Mathias Engelhart
5.319
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 27.09.2010 um 06:06 Uhr
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von:  Gerhard Born

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Gerhard Born
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