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"Trio Fado" entführt klingend ins melancholische Portugal

Trio Fado, im Bild: Maria Carvalho und Daniel Pircher
Trio Fado, im Bild: Maria Carvalho und Daniel Pircher
Lollar | Ein Hauch von Fernweh musikalischer Art wehte am vergangenen Sonntag durch den Hof der Familie Bauer am Kirchberg in Lollar-Ruttershausen: Passend zum lauen Sommernachmittag und zum Abschluss der Konzertreihe "Kirchberg Sommer" (im Rahmen des Kultursommers Mittelhessen) entführte das Trio Fado aus Berlin, welches mittlerweile zum Quartett angewachsen ist, nach Portugal. Während die vier hervorragenden Musiker den für das Land an der iberischen Atlantikküste so typischen melancholischen Musikstil Fado zelebrierten, lauschten die über 200 Gäste genüsslich und gemütlich auf Bänken, Klappstühlen oder auf Decken sitzend und schwelgten imaginär in den vermittelten Stimmungen und Bildern: In gefühlsbetonten, schmachtenden Liedern und Balladen wie "Portolisboa", "Vida" (Leben), "Madrugada de alfama" (Morgendämmerung in Alfama) oder " Molduras de lembrança" (Rahmen der Erinnerung) beschrieb Sängerin Maria Carvalho mit ihrer grazilen, zarten und andächtigen Stimme das Leben, die täglichen Erlebnissen und Anstrengungen in den Straßen von Lissabon und dessen Umland, erzählte von Sehnsüchten und Leiden der portugiesischen Bevölkerung. An Authentizität mangelte es bei ihrem Vortrag nicht, zumal sie und António de Brito (Gesang/Gitarrenbegleitung) beide waschechte Portugiesen (aus Porto bzw. Lissabon) sind. "Fadosänger zu sein bedeutet, Portugiese zu sein", klärte de Brito unmissverständlich auf und erhob in dem dazu passenden Lied "Ser fadista" sowie in "Lágrima" (Träne) und anderen Stücken selbst seine rauchige, klagende Stimme. Exquisit umgarnte Daniel Pircher (in Portugal aufgewachsen) auf seiner zwölf-saitigen portugiesischen Gitarre den Gesang mit filigranen, leicht tänzerischen Melodiefloskeln. Das Trio ergänzte der Violoncellist Benjamin Walbrodt, der mit seinem Streicherton das Klangbild des Fado um eine sinnliche und lyrische Färbung bereicherte.

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