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Kirchberger Dekanatskonferenz besucht Bio-Molkerei in Usseln

Lollar | Faires Miteinander von Milchbauern und Verbrauchern ist gefragt
Annerod/Usseln. Die dramatische Situation der Milchbauern, die auch in der heimischen Region aufgrund der niedrigen Preise ums Überleben kämpfen, veranlasste Pfarrer und Mitarbeiter aus dem Evangelischen Dekanat Kirchberg, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Dr. Angela Stender, Fachfrau für Gesellschaftliche Verantwortung in den Dekanaten Grünberg, Hungen und Kirchberg organisierte dazu einen Besuch in einer Bio-Molkerei in Usseln, wo Geschäftsführerin Karin Arzt-Steinbrink das Geschäftsmodell des alternativen und genossenschaftlich organisierten Molkereibetriebes vorstellte.

Damit Milchviehbetriebe in der Region weiterarbeiten könnten, brauchten sie Preise von ca. 43 Cent für konventionelle und ca. 50 Cent für Biomilch, sagte Arzt-Steinbrink. Der Betrieb in Usseln habe im vergangenen Jahr nur deshalb im Durchschnitt 50 Cent zahlen können, weil sich die Verbraucher durch angemessene Bezahlung von Milchprodukten mit den Bio-Milchbauern solidarisierten und deren Arbeit würdigten. Dabei habe auch das Projekt „Fairmilch“ geholfen, bei dem
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Milchpreise (1)Milchbauern (2)Kirche (617)Evangelisch (56)
auf den Verpackungen darauf aufmerksam gemacht wird, dass der Verbraucher zusätzlich 5 Cent zahlt, die unmittelbar den Erzeugern zugute kommen. Andererseits hätten sich die Bauern unter anderem durch freiwillige Begrenzung von Abgabemengen solidarisch gezeigt. Ausdrücklich unterstütze man auch die Forderung der konventionellen Milchbauern, so die Geschäftsführerin. Die politisch Verantwortlichen müssten alle vorhandenen Möglichkeiten der Mengensteuerung nutzen, um die Anpassung der Milchmenge an den tatsächlichen Bedarf des Marktes zu erreichen. Es könne nicht sein, dass Milchviehbetriebe dicht machen müssten, nur weil die vorhandenen Instrumente nicht genutzt würden.

Für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hatte Kirchenpräsident Dr. Volker Jung dieser Tage in einer Stellungnahme seine Unterstützung der Milchbauern zum Ausdruck gebracht. Jung wandte sich mit dem Apell „Gebt den Milchbauern und ihren Familien eine Chance zum Erhalt ihrer Höfe!“ an die Verantwortlichen in der Agrarpolitik. Nach Angaben der EKHN leben von den rund 100.000 deutschen Milchbauern 4000 in Hessen. Ihre Arbeit werde für die Landschaftspflege und die Ernährungssicherheit Europas gebraucht und ihr Ruin wäre auch eine menschliche Tragödie, die das Lebenswerk ganzer Generationen vernichte, so der Kirchenpräsident.

In den Reihen der Pfarrer und Mitarbeiter des Evangelischen Dekanates Kirchberg war man sich nach dem Molkerei-Besuch einig, dass auch die Evangelische Kirche in der heimischen Region die berechtigten Interessen der Bauern im Blick behalten müsse. Pfarrinnen und Pfarrer seien auch für persönliche Nöte der Betroffenen jederzeit ansprechbar, sagte der stellvertretende Dekan Dieter Sandori zum Abschluss.

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