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Eine wunderbare Uhr

Lollar | Eine Geschichte erzählt von einem kleinen Jungen, der zu seinem Geburtstag eine Armbanduhr aus Pappe mit aufgemalten Zeigern und Ziffernblatt und einem schwarzen Samtband geschenkt bekam.

Er liebte sie über alles, bis zu jenem Augenblick, an dem ein älteres Mädchen aus der Nachbarschaft anfing, sich über seine Uhr lustig zu machen. "Das ist ja gar keine richtige Uhr. Die Zeiger stehen immerzu auf fünf Minuten nach drei. Stell deine Uhr dochmal richtig", stichelte sie in einem fort.

Der Junge wurde darüber sehr traurig. Sein Vater hatte das Gespräch mit angehört und versuchte ihn zu trösten. "Weißt du", sagte er, "es gibt zwei Arten von Uhren. Die einen sind die wunderbaren und die anderen die schrecklichen. Deine Uhr gehört glücklicherweise zu den wunderbaren. Sie zeigt immer fünf Minuten nach drei. Das ist die beste Zeit am Tag. Dann ist die Schule vorbei, die Hausaufgaben sind erledigt und der Nachmittag mit Spielen und Abenteuern liegt vor dir. Es ist die Zeit der Freiheit und des Glücks. Was willst du mehr?

Die anderen Uhren dagegen sind richtige Tyrannen. Sie kennen kein Erbarmen mit den Menschen.
Mehr über...
Zeit (18)Uhr (13)Stress (16)Hektik (2)glück (25)Freiheit (21)Augenblick (2)
Gnadenlos zwingen sie ihnen ihren Willen auf. Seit es diese schrecklichen Uhren gibt, ist der ganze Tag minutiös verplant. Sei froh, dass du keine von den schrecklichen Uhren besitzt. Alle Menschen wären glücklicher, wenn es nur solche Uhren gäbe wie deine."

Manchmal wünschen auch wir uns eine von diesen wunderbaren Uhren zu besitzen. Wir träumen davon, die Zeit anhalten und allen Stress und alle Hektik ablegen zu können und zur Ruhe zu kommen. Gern würden wir noch so manche kostbaren Augenblicke, wertvolle Begegnungen und Erlebnisse festhalten.

Doch die Zeit läuft weiter und oftmals läuft sie uns davon. Sie treibt uns von Termin zu Termin. Sie setzt uns unter Druck, so dass wir nervös und ungeduldig werden. Wie sehr sie uns im Griff hat, merken wir meist erst dann, wenn wir krank werden. Dann haben wir plötzlich unendlich viel Zeit. Zeit, die uns einerseits beunruhigt, weil wir mit so viel freier Zeit nicht umzugehen wissen, die aber auch heilsam sein kann, wenn wir sie sinnvoll nützen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ALLEN doch vielleicht mal genauer hinzuschauen, was Sie mit Ihrer kostbaren Zeit tun. Ist es wirklich das, wonach sich Ihr Herz sehnt ? Ihre Susanne Steinrück-Krauß

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Kommentare zum Beitrag

Annick Sommer
3.808
Annick Sommer aus Linden schrieb am 15.11.2009 um 11:18 Uhr
Ein wunderschöner besinnender Beitrag, lieber Susanne! :-)

Ja, immer wieder mal einen Tag ohne Ohr, mit Ruhe und Gelassenheit verbringen... sich nicht hetzen lassen: Essen, wann man Hunger hat, arbeiten, wann man Lust und Freude hat, zu Bett gehen, wenn man müde ist... Sich nicht verplanen lassen, ...nur leben! :-)
Hugo Gerhardt
6.560
Hugo Gerhardt aus Gießen schrieb am 15.11.2009 um 13:14 Uhr
@Liebe Susanne, eine schöne Geschichte.
Ich hatte mal eine große Uhr in meinem Zimmer, die irgendwann mal um Punkt 8 stehen geblieben ist. Das war schön, denn ich bin immer um 8 Uhr aufgestanden, habe um 8 Uhr gefrühstückt und bin pünktlich um 8 Uhr ins Bett. Ich hatte einen geregelten Tagesablauf.
Dr. Mathias Knoll
7.405
Dr. Mathias Knoll aus Gießen schrieb am 15.11.2009 um 13:48 Uhr
Manchmal hänge ich mich ich an den Zeiger der Uhr, um den Lauf der Zeit anzuhalten. Und plötzlich habe ich das Gefühl: dem Glücklichen schlägt keine Stunde.
Hugo Gerhardt
6.560
Hugo Gerhardt aus Gießen schrieb am 15.11.2009 um 14:16 Uhr
Ich werde auch an die grauen Herren aus Michael Endes "Momo" erinnert, die Sekunden, Minuten, Stunden und Tage stehlen.
Wir sollten uns von den "Zeitfressern" nicht tyranisieren lassen, gell
Doris Kick
3.432
Doris Kick aus Hungen schrieb am 15.11.2009 um 15:35 Uhr
Eine sehr schöne Geschichte....
Zeit ist so kostbar geworden, für schöne Dinge reicht meistens die Zeit nicht aus.... manchmal wäre es wirklich ein Traum, wenn man die Zeit still stehen lassen könnte.
Ingrid Wittich
12.018
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 15.11.2009 um 15:57 Uhr
Das ist eine wirklich gute Geschichte, die uns besonders jetzt, da das Jahr langsam zu Ende geht (mein Gott, schon wieder 1 Jahr vorbei!) zum Nachdenken anregen sollte.
Annick Sommer
3.808
Annick Sommer aus Linden schrieb am 15.11.2009 um 19:48 Uhr
Ohne "Uhr", wollte ich natürlich sagen :-)))
... ein Tag ohne Ohr könnte vielleicht einen zwingen/helfen, zu Ruhe zu kommen, so wie der Hörsturz bei Stressgeplagten???

"Momo" von M. Ende ist wirklich eine wundervolle Geschichte, auch wunderschön verfilmt... und immer noch hoch aktuell!!! Schön ist, wenn man in seinem Inneren seine eigene "Zeitmelodie" erkennt :-)
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von:  Susanne Steinrück-Krauß

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Susanne Steinrück-Krauß
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