Bürgerreporter berichten aus: Lollar | Überall | Ort wählen...

Neuer Radweg Frankfurter Straße: VCD kritisiert sicherheitsrelevante Mängel

Nach der Kreuzung Robert-Sommer-Straße
Nach der Kreuzung Robert-Sommer-Straße
Lollar | In Gießen tut sich was in Sachen Radverkehr: nach der Einrichtung einer Fahrradstraße in der Goethestraße und weiteren Verbesserungen wurde nun endlich auch der Radweg in der Frankfurter Straße zwischen Robert-Sommer-Straße und Schubertstraße komplettiert. Diese seit langem versprochene und nun umgesetzte Maßnahme verbessert die Anbindung der südlichen Stadtteile an die Innenstadt. Der Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) erhofft sich dadurch eine Attraktivtätssteigerung des Fahrrads – insbesondere für Alltagswege. Leider gebe es aber einige deutliche Wermutstropfen bei der Ausgestaltung des immerhin 2,50 m breiten Radwegs, so Vorstandsmitglied Patrik Jacob. So sei völlig unverständlich, dass in Höhe der Autohäuser zwei Ladezonen ausgewiesen wurden, die den Radweg unterbrechen. Mit ca. 10.000 qm bzw. 5.500 qm wiesen die Autohändler genügend Freiflächen auf, um notwendige Ladevorgänge auf dem eigenen Grundstück abzuwickeln. Ein Lkw benötige lediglich eine Grundfläche von ca. 50 qm. Fahrradfahrer würden durch das notwendige Einfädeln in den fließenden Verkehr gefährdet, weil die Stadt den Autolobbyisten nicht einmal zumute, 0,5 Prozent der eigenen Flächen für die Anlieferung zu nutzen statt sich kostenlos des Öffentlichen Raums zu bedienen.
Mehr über...
VCD (25)Radverkehr (67)
Ebenfalls misslungen sei der Bereich der Kreuzung zur Robert-Sommer-Straße. Das bestehende Problem, dass Radfahrer, die indirekt aus Kleinlinden links abbiegen, zeitgleich mit dem Autoverkehr die Engstelle in Höhe der Bushaltestelle erreichen, sei nun noch erheblich verschärft worden, da mit der neuen Verkehrsführung genau hier die linke Fahrspur ende und sich dazu die Radfahrer in den fließenden Verkehr einordnen müssten. Der VCD fordert hier eine umgehende Entschärfung des Konflikts, indem die rechte Fahrspur in die linke übergehe. Dies ermögliche dann auch einen durchgängigen Radweg ab dem Kreuzungsbereich. Zusätzlich müsse der Umbau der gesamten Kreuzung höchste Priorität haben, um eine bequeme, sichere und schnelle Linksabbiegemöglichkeit für Radfahrer aus Richtung Kleinlinden zu schaffen.
Unverständlich sei zudem, dass an der Kreuzung zur Schubertstraße weiterhin zwei Geradeaus-Spuren für den Kfz-Verkehr abmarkiert wurden. Die extrem geringe Breite von 5,0 m für zwei Spuren lasse unverantwortliche Überholmanöver auf den lediglich 100 m zweispurigen Verlaufs befürchten, zumal hier noch die Bushaltestelle ein zusätzlicher Konfliktpunkt sei. Der notwendige seitliche Abstand zu Radfahrern von 1,5 m werde dabei leider vermutlich allzu häufig missachtet, so der VCD.
Dies alles zeige, dass dem Autoverkehr von der Stadtverwaltung noch zu oft Priorität eingeräumt werde und dem Radverkehr das Nachsehen bleibe. Dies sei nicht mehr zeitgemäß. Während Städte wie Paris oder Berlin binnen kürzester Zeit hunderte Kilometer an Radverkehrsanlagen schaffen, während in Italien oder Spanien kurzerhand ganze Innenstädte vom Autoverkehr befreit werden und sich die Händler deswegen über steigende Umsätze freuen, müsse man in Gießen beinahe froh sein, dass jahrelange Planungen nun mängelbehaftet zur Umsetzung kämen.

Nach der Kreuzung Robert-Sommer-Straße 1
Nach der Kreuzung... 
Nach der Kreuzung Robert-Sommer-Straße
Nach der Kreuzung... 
Kreuzung Frankfurter Str./Robert-Sommer Str. aus Richtung Kleinlinden 1
Kreuzung Frankfurter... 
Kreuzung Schubertstraße 1
Kreuzung Schubertstraße 
Ladezonen vor den Autohäusern 1
Ladezonen vor den... 

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Verschoben! Verkehrswende in Buseck: Besserer Radverkehr durch Fahrradstraßen
Auch diese Veranstaltung wird verschoben: „Besserer Radverkehr in...
Verschoben! Verkehrswende in Buseck: Besserer Radverkehr durch Fahrradstraßen
Auch diese Veranstaltung wird verschoben: „Besserer Radverkehr in...

Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.927
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 12.06.2020 um 17:26 Uhr
Wenn ich noch in Gießen-Kleinlinden wohnen würde und Radfahrer wäre wüsste ich wie das relativ ohne großes Jammern zu beheben wäre. Einfach den Mängelmelder aktivieren.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 12.06.2020 um 17:31 Uhr
Zusatzinformationen zu dem folgenden Satz aus dem Artikel. (....) "So sei völlig unverständlich, dass in Höhe der Autohäuser zwei Ladezonen ausgewiesen wurden, die den Radweg unterbrechen." (.....)

Vor ein paar Monaten bin ich an der beschriebenen Stelle öfters vorbei gekommen. Ich habe keine Strichliste geführt, aber gefühlt gab es das Hindernis jeden Werktag (ohne Samstag). Ja, es ist richtig, dass durch die illegal dort haltenden PKW-Transporter urplötzlich die Autofahrer von dem zweispurigen Betrieb auf die eine (linken) Spur wechseln mussten. Das sorgte logisch für Stockungen bzw. brenzlischen Situationen.

Ja da gab es keine Ladezoneschilder (einmal abgesehen, dass die Transporter nicht dort wo jetzt die Schilder stehen, sondern weiter Richtung Kleinlinden illegal hielten) und trotzdem habe ich nicht einmal erlebt, dass dort die Staatsgewalt einmal diese Illegalen mit einer hohen Geldbusse verfolgt hätten.

Ich lege mich hier fest. Die Ladezone wird sicher von diesem G..... nicht korrekt genutzt (also nicht nur der Fahrradweg unnötig unterbrochen), sondern die fahren sicher nicht "halb auf den Bürgersteig", dass wohl auch in Zukunft keine zwei Autospuren dort vorhanden sind. Probleme - siehe oben.

Die von der Stadt sind entweder so etwas von d..... oder von den Autohändler unter Druck gesetzt.

Würden wir in einer funktionierenden Demokratie leben, würde die Beamten des Trachtenvereins "Blau - Weis Wiesbaden" so lange jeden Tag die Illegalen vertreiben bis die kapiert haben, dass sie zumindest auf den Bürgersteig (der ist dort recht breit und Kinderwagen kommen noch vorbei) rauf müssen. Aber da bin ich wohl ein idealistischer Optimist, denn die Landesregierung besteht ja aus den selben Parteien des herrschenden Blockes wie die Stadtregierung.

Naja, nächstes Jahr haben wir die Chance den herrschenden Block bei der Kommunalwahl abzuwählen.
H. Peter Herold
28.927
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 12.06.2020 um 19:55 Uhr
Ich würde die Stadt über die Mängelliste ärgern und lieber Martin. Hier sind nicht die Polizei und Wiesbaden die Bösen. Es handelt sich um ruhenden Verkehr und da ist das Ordnungsamt der Stadt Gießen zuständig. Schreib dich mal die OB an.Viel Erfolg.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 13.06.2020 um 17:29 Uhr
Peter H., ob bei den von mir beschriebenen Dingen die Ordnungspolizei zuständig ist oder nicht ist mir nicht ganz klar.

Ja die Transporter haben ausgeladen, wo sie nicht halten durften (das spricht für Ordnungspolizei) aber die dadurch entstehenden Gefahrenstellen wegen der plötzlichen Verengung von zwei auf ein Fahrspuren dürfte schon den Verkehr (also die Polizei) betreffen.

Aktuelle beobachte ich hier in meinem Viertel diverse Paketzusteller - Brummer, welche entweder im absoluten Halteverbot teilweise über 10 Minuten parken oder noch schlimmer die Warnblinkanlage anmachen auf der Straße parken (also den Verkehr mindestens einseitig sperren - teilweise sogar für beide Spuren). Bin kein Jurist, aber meiner Meinung nach handelt es sich nicht "nur" um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, also um eine Straftat, welche von den Polizisten also nicht nur nach einer Anzeige, sondern sofort "von Amts wegen" verfolgt werden muss.

Wohlgemerkt ich fordere hier (generell schon) keine neue den PKW-Verkehr mindernde Gesetze, sondern nur die konsequente Umsetzung von geltendem Recht. Ziel ist eindeitig mittelfristig eine ganze Menge Privat-PKWs aus den Innenstädten raus zu bekommen (langfristig die Privatautos abzuschaffen).

Ich denke Peter H. Du weisst aus Deinen Giessener Zeit noch welcher Partei die Frau OB angehört. Du liest sicher auch regelmäßig Zeitungen und bekommst mit (um es höflich zu sagen), dass diese Partei sich seit Jahrzehnten im Enddarm der Autokapitalisten eingerichtet hat.

Deswegen ist zwar dein Ansatz ..... nicht nur rummeckern, sondern sich an die Verantwortlichen wenden ..... im Grundsatz richtig, aber bei dieser Person völlig illusionär. Die - und die anderen drei aus dem bezahlten Magistrat - müssen bei der nächsten Kommunalwahl abgewählt werden. Die Chancen dafür stehen meiner Einschätzungnach recht gut, denn ein immer größerer Teil der Bevölkerung ist nicht mehr gewillt sich "am Nasenring durch die Manege führen zu lassen", sprich antikapitalistische Parteien bzw. Wählergemeinschaften zu wählen.
Elke Jandrasits
1.363
Elke Jandrasits aus Buseck schrieb am 14.06.2020 um 08:52 Uhr
Schade, dass es in Gießen nur mit Trippelschritten vorangeht. Immerhin wurde im Gegensatz zu der Fehlplanung auf der Gegenseite eine relativ breite Radspur angelegt. Die eingezeichneten Ladezonen sind sehr ärgerlich und für alle, die an dieser Stelle vorbeimüssen, eine Gefahrenquelle.

Vor einem Dreivierteljahr gab es an diesem Streckenabschnitt einen Fahrrad-Aktionstag. Die Bilder zeigen die damalige Verkehrssituation.

http://www.giessener-zeitung.de/buseck/beitrag/130804/fahrradweg-aktion-frankfurter-strasse-am-27092019/?sgp=1#gallery
H. Peter Herold
28.927
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.06.2020 um 12:25 Uhr
Martin, hier müsste doch nach neuer Gesetzeslage eingeschritten werden. Man sollte auch den Hinweis des Entladens auf dem Betriebsgelände verfolgen.
Ist wahrscheinlich mühsam, aber irgend jemand müsste sich das ans Bein binden. Die Fahrradcluberer ADFC heißen sie glaube ich, die müssten aktivst tätig werden.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 25.06.2020 um 19:21 Uhr
Nachtrag: Bin heute mittag da vorbei gekommen. Die Begeher von Ordnungswidrigkeiten, die Fahrer von Autotransporter, halten nicht wie angegeben auf dem Fahrradstreifen, sondern auch weiterhin weiter stadtauswärts (cirka 50 m von der offiziellen Stellen). D.h. mit anderen Worten die Kosten für die 4 Schildern (2 mal = sind ja zwei Autohäuser = 2 Stück) sind sinnlos ausgegeben. Das läppert sich, denn es entstehen Materialkosten, Arbeitslohn und Kapitalistenlohn (das macht die Verkehrsbehörde schon lange nicht mehr selbst). Meine Schätzung ein Betrag im mittleren vierstelligen Bereich.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Gerhard Born

von:  Gerhard Born

offline
Interessensgebiet: Lollar
Gerhard Born
345
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
LumdatalGRÜNE: Für eine naturnahe Waldentwicklung
Zum zweiten Treffen der LumdatalGRÜNEN in diesem Jahr konnte Ilse...
GRÜNE Lollar - Vom „Hexenhäuschen“ zum gefährlichen Schandfleck
Vor über 60 Jahren, unweit vom Freibad entstand am Rande des Lollarer...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.