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LumdatalGrüne sehen sich bestätigt - Wichtige Hürde zur Reaktivierung der Lumdatalbahn genommen

Bf Lollar - Könnte wieder eine größere Bedeutung gewinnen
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Lollar | Im April 2014 forderten die LumdatalGrünen (Grüne Rabenau, Grüne Allendorf/Lda., GAL Staufenberg und Grüne Lollar) einen Mitfall >Zug mit Bus statt Zug gegen Bus< nach dem bundesweiten standardisiertem Bewertungsverfahren zu prüfen. In der vorliegenden Mitfallvariante 4 wurde nunmehr ein positives Nutzen-Kosten-Ergebnis erzielt. Wenngleich diese Ergebnis noch sehr labil sei, das eigentliche Gutachten liege noch nicht vor, gilt es jetzt bereits den Blick nach Vorne zu richten. Der Landkreis müsse nunmehr insbesondere mit dem Land und dem RMV die finanziellen Spielräume ausloten. Neben den Investitionskosten sind auch die anschließenden Betriebskosten von großer Bedeutung. So sollte das viel bemühte „Solidarprinzip“ des RMV pro Ballungsraum gegenüber Mittelhessen bei den Verhandlungen für die Lumdatalbahn nach Ansicht der Grünen an dieser Stelle ebenfalls einmal eingefordert werden.
Die Grünen empfehlen der Kreisspitze zuvor den direkten Kontakt mit der Kreisverwaltung in Korbach (Waldeck-Frankenberg). Hier könne man sich über die finanziellen Hürden und Fallstricke bei der im Jahre 2015 erfolgten Reaktivierung der Burgwaldbahn von Frankenberg nach Korbach informieren. Der „Teufel stecke bekanntlich im Detail“ und man benötige einen langen Atem um nicht beim ersten Gegenwind die Segel zu streichen.
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Sehr wohl seien auch die Kommunen im Lumdatal gefragt, und zwar nach dem Eisenbahn-kreuzungsgesetz bei Bahnübergängen kommunaler Straßen. Auch hier sei sei ein Blick nach Nordhessen erlaubt, so empfehle man sich bei der Gemeinde Vöhl (Waldeck-Frankenberg) sachkundig zu machen.
Bedauerlich sei nach wie vor die erfolgte Stilllegung des Güterverkehrs zu den Didier-Werken nach Mainzlar. Wenn ab dem 01.01.2018 die LKW-Mautgebühr auch auf allen Bundesstraßen gilt und der Trassenpreis im Schienengüterverkehr um 50 Prozent gesenkt wird, könne eventuell wieder ein Umdenken erfolgen. Sodann könnte der Bereich Lollar-Mainzlar aus der „Förderung Güterzugstammgleise“ des Bundes gefördert werden und die Investitionskosten für den Betrieb des Schienenpersonennahverkehrs würden reduziert.
Wären nach der negativen Nutzen/Kosten/Untersuchung im Jahre 1999 weitere Untersuchungen mit weiteren Mitfällen in Erwägung gezogen worden, hätte die Lumdatalbahn bereits 2010 wieder fahren können. Vertiefend wurden die Vorgaben in 1999 und 2016 mit einem Halbstundentakt geprüft. Zwei der drei renommierten Ingenieurbüros waren 1999 und 2016 bzw. bis heute beteiligt.
Aufgrund der Erfahrungen mit den bundeseinheitlichen standardisiertem Bewertungsverfahren erfolgten für die Länder Einteilungen für Investitionsvolumen bis 25 Mio € und bis 10 Mio €. So kann für die Beurteilung von Investitionsvorhaben mit einem Volumen von weniger als 25 Mio € zum Nachweis der gesamtwirtschaftlichen Vorteilhaftigkeit auch ein vereinfachtes Beurteilungsverfahren angewandt werden. So reichen in Abstimmung mit dem Land bereits Projektdossierungsverfahren aus.
Wichtiger ist und bleibt jedoch der politische Wille bzw. Meinungsfindung vor Ort. Mit anderen Worten, sollte der zwischenzeitliche N/K/U-Wert von 1,2 wieder knapp unter dem Quotient von 1 sinken, sei dies nicht zwangsläufig mit Ende der Bemühungen einer Reaktivierung der Lumdatalbahn verbunden.
Der Zeitpunkt für ein Modellprojekt für einen modernen öffentlichen Nahverkehr in der Fläche, als vernünftiger Ansatz/Beitrag zur Verkehrswende sei noch nicht vertan. Und man sei im Land Hessen nicht allein. Für weitere sieben Maßnahmen ehemaliger stillgelegter Strecken gibt es bereits erste Überlegungen zur Reaktivierung.
Zwar kämpfe die älteste Bürgerinitative im Landkreis Gießen (pro Lumdatalbahn), beginnend vor 1981 zunächst gegen die Stilllegung, sodann in Form einer Aktiengesellschaft oder jetzt als Verein -bislang immer von den Grünen unterstützt- für diese Vision. Dass man mit der Umsetzung dieser Vision jetzt wieder ein großes Stück näher gekommen ist, zeigt auch beispielsweise das Entstehen der neugegründeten Bürgerinitatve „Bürger gegen die Bahn“ aus dem Bereich der Lumdaniederungsbebauung in Lollar. Dies sei zunächst demokratisch legitim, ja sogar verständlich.
Wer den Neubewohnern hier ein Eisenbahnbiotop versprochen habe, entzieht sich jedoch unserer Kenntnis.
Ilse Staude für die GAL Staufenberg und Heidi Alt für die Lollarer Grünen verweisen auf die jeweiligen Koalitionsvereinbarungen mit der SPD. Diese seien bekanntlich kein Geheimnis und sprechen sich bei einer Finanzierbarkeit klar für die Reaktivierung aus.
Abschließend bedauert jedoch Gerhard Born für die Lollarer Grünen, dass es nicht vor 10 Jahren in Lollar eine „Bürgerinitiative gegen die Lumdaniederungsbebauung“ gegeben habe. Die Grünen hatten sich vehement gegen das Neubaugebiet in der Lollarer Kernstadt ausgesprochen.

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von:  Gerhard Born

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