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GRÜNE: Barrierefreiheit am Bahnhof Lollar in weiter Ferne

Lollar | Bis zum 16.08.2017 erfolgt noch das Anhörungsverfahren zur Planfeststellung für das Vorhaben „Modernisierung und barrierefreier Ausbau der Verkehrsstation Bahnhof Lollar“. Die Unterlagen sind im Rathaus einsehbar. Nach einer Rahmenvereinbarung mit dem Land Hessen, dem RMV und der DB Station&Service sollte das Projekt bereits im Jahre 2016 begonnen werden. Die Sperrpausen für die Baumaßnahme im Jahre 2018 wurden angemeldet, der Umsetzung kann positiv entgegen gesehen werden.

Nunmehr erfolgt ein um ca. 5 Meter versetzter Neubau der Unterführung mit Zugängen zu Gleis 1 und 2 sowie mit Öffnung zur Stadt. Rampen am Bahndamm ergänzen diese Zugänge. Auf kurzem Wege wird man sodann von der ebenfalls neu geplanten Bushaltestelle „Bahnhof“ in der Gießener Straße die Züge am Bahnhof Lollar erreichen können. Gemäß einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 17.03.2016 wird die Stadt Lollar einen Eigenanteil in Höhe von 740.000,- Euro bereitstellen. Dies sind ca. 25 % der Planungs- und Baukosten.

Kontrovers wurde hinter den Kulissen in den letzten 2 Jahren über die Bahnsteighöhe diskutiert. Hierbei handelt es
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sich um die Höhe von der Schienenoberkante zur Bahnsteigkante. Derzeit sind es in Lollar 34 cm. Die eingesetzten Niederflurzüge (MittelhessenExpress) haben eine Einstiegshöhe von 55 cm. Die Stadt Lollar, der RMV und der ZOV plädierten logischerweise ebenfalls für diese 55 cm, damit ein barrierefreier Einstieg nach dem Umbau der Bahnsteige in den Zug erfolgen kann. Der Marburger Hbf wurde erst im Jahre 2015 mit diesen einheitlichen Bahnsteighöhen zum Bahnhof des Jahres auserkoren.

Im Zuge der Erstellung des Regionalen Nahverkehrsplans des Rhein-Main-Verkehrsverbundes wurde auch von DB Station&Service der generellen Einstiegshöhe bei Umbauten auf der Main-Weser-Bahn mit 55 cm zugestimmt. Der Bau- und Finanzierungsvertrag für die Modernisierung des Bahnhofs Lollar sah ebenfalls diese Höhe vor.

Doch allen Vereinbarungen zum Trotz zog man sich seitens DB Station&Service auf einen DB AG Vorstandsbeschluss zu einem „Bahnsteighöhenkonzept“ aus dem Jahre 2014 zurück. So seien analog zur Festlegung des Eisenbahn-Bundesamtes für eine Strecke der Main-Weser-Bahn 76 cm vorzusehen. Diese Höhe erfüllt derzeit die Station Gießen-Oswaldsgarten.

>Drei verschiedene Bahnsteighöhen zwischen Gießen und Marburg<

Die Tatsache, dass auf der Main-Weser-Bahn (und Ruhr-Sieg-Strecke RMV-Linie 30/40) im Nahverkehr nur Fahrzeuge mit bewährter und kostengünstiger Niederflurtechnik eingesetzt sind, deren Einsatz nach Auskunft des RMV auch nochmals um 15 Jahre verlängert werden sollen, interessiert offenbar wenig. Züge fahren 25 Jahre, Bahnsteige halten 100 Jahre, so der Verweis der DB AG auf ihr „Bahnsteighöhenkonzept“.
Und so plant man bereits für die Unterwegsstationen Niederwalgern und Marburg-Südbahnhof die Einstiegshöhen der Bahnsteige auf 76 cm. Die Umsetzung soll 2019 und 2020 erfolgen. Bauliche Anpassungen der Bahnstationen wie Friedelhausen, Fronhausen und Niederweimar, deren Bahnsteighöhen 34 cm betragen, sind bislang nicht bekannt.

Die Lollarer Grünen gehen davon aus, dass die Mehrkosten für die Erhöhung der Bahnsteige auf 76 cm und Verlängerung der Zugangsrampen vom Verursacher getragen werden. So werde man im Jahre 2020 zwar die Bahnsteige am Bahnhof Lollar barrierefrei erreichen, am Zustand der Ein- und Ausstiegssituation wird sich allerdings nichts ändern.

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