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Umweltfeindliche Laubsauger und Laubbläser

Lollar | Offener Brief

An den Magistrat der Stadt Lollar

Lollar, den 22.11.2016


Sehr geehrter Herr Bürgermeister, Dr. Wieczorek!
Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Zusammenhang mit den herbstlichen „Aufräumarbeiten“ im Umfeld der Mehrzweckhalle Odenhausen kommen wieder seit nun mehr als 4 Wochen die städtischen Laubbläser und Laubsauger zum Einsatz, mehr oder weniger in wöchentlichen Intervallen, wobei der sowieso ökologisch fragwürdige Arbeitsplan noch unnötig unterbrochen wird.

Aufgehäuftes Laub und Äste bleiben jeweils eine Woche oder länger liegen, bevor es endgültig zum Abtransport / Aufsaugen kommt.
Derweil ziehen die "Abfallhaufen" der Laubbläsergeschwader die wenigen überlebenden Kleintiere und Insekten wieder an, bis sie bei der nächsten Laubsauger-Aktion endgültig getötet und „entsorgt“ werden.
Zumindest diesen Tod auf Raten hätte man ihnen ersparen können, denn für schnelleres Arbeiten mit weniger Angestellten benutzen Sie doch diese lautstarken, potenten Gerätschaften, oder?

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Es wird bei den Arbeiten wieder erschreckend verdeutlicht, wie umweltfeindlich diese technischen Gerätschaften sind und mit welcher Ignoranz und Gleichgültigkeit die Natur nach menschlichen Vorstellungen „gepflegt“ wird.

Als Aktivistin für Tierrecht, Tierschutz und Umweltschutz und NABU-Mitglied richtet sich mein Anliegen grundsätzlich gegen den Gebrauch von Laubsaugern und Laubbläsern. Der NABU hat in den letzten zehn Jahren diesbezüglich mehrere Aufrufe gemacht, immer mit dem Hinweis, den Gebrauch dieser Geräte zu unterlassen.
Hier ein Auszug:

Mit Besen und Rechen für die Natur!
NABU lehnt Laubsauger und Laubbläser zum Laubkehren ab
Der Naturschutzbund NABU fordert jetzt, beim Laubkehren auf motorbetriebene Laubsauger und Laubbläser zu verzichten. Diese High-Tech-Geräte vernichten nicht nur den Lebensraum vieler Kleintiere wie Schnecken und Regenwürmer, die für dessen Abbau sorgen.
Laubsauger häckseln die Tiere regelrecht.
Deshalb und aus Lärmschutzgründen lehnt der NABU die Verwendung dieser Geräte ab. Laub solle mit Besen und Rechen gekehrt werden, so der NABU.
https://hamburg.nabu.de/modules/presseservice_hamburg/index.php?show=66

Als Mitglied der NABU-Ortsgruppe Odenhausen hatte ich bereits Herrn Norman Speier, Ortsvorsteher und ebenfalls aktives NABU-Mitglied, vor Wochen gebeten den Gebrauch dieser Laubsauger und Laubbläser einschränken zu lassen und so mit gutem Beispiel für andere Gemeinden voranzugehen.
Offensichtlich ließ sich das nicht umsetzen. So geht die Zerstörung der Natur von Jahr zu Jahr weiter.

Reicht es nicht, dass durch die Monokultur und den Gebrauch von Glyphosat bereits fast alles im Umkreis der Felder abgestorben ist? Kaum sieht man noch Insekten, Würmer und andere Kleintiere.

Laub gehört nun mal zu Bäumen, die Natur hat es so eingerichtet.
Es erfüllt seinen Zweck dadurch, dass es zur Biodiversität beiträgt und den Tieren nützlich ist.

Ich bitte Sie das nicht länger zu ignorieren und umweltfreundlichere Maßnahmen zu ergreifen.

In Erwartung einer positiven Antwort,
mit freundlichen Grüßen,
Renate Ortel

 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

753
D. Theiß aus Lich schrieb am 22.11.2016 um 21:57 Uhr
Das was auf den Bilder gezeigt wird kann man nich mit einem Laubsauger aufnehmen, allerhöchstens ein paar Blätter, aber den Rest????
Andrea Mey
10.673
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 22.11.2016 um 22:24 Uhr
Das gleiche Problem haben wir in der Lollarer Kernstadt mit den Häusern der Wohnbau.
In größeren Abständen wird dort mit Laubbläsern angerückt und dann wird das Laub recht dilettantisch durch die Gegend gepustet und das mit unnötig viel Lärm!
Renate Ortel
36
Renate Ortel aus Lollar schrieb am 23.11.2016 um 16:52 Uhr
Natürlich kann man die Äste nicht aufsaugen, aber warum werden sie nicht sofort abtransportiert? Die Blätterhaufen werden sehr wohl aufgesaugt werden. Fragt sich nur wann. Alles liegt jetzt seit mehr als einer Woche da herum, obwohl am 21.11. wieder drei Laubbläser unkoordiniert 2 Stunden dort am werken waren und der Laubsauger ebenfalls. Könnte in der gleichen Zeit umweltfreundlich mit Rechen und Kübeln erledigt werden und die Tiere wären nicht der Gefahr ausgesetzt.
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