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Mittelalterliche Burgen, Schlösser und Ruinen im Kreis Gießen, Folge 14: Badenburg

Lollar | Ein eher unscheinbares und schlecht sichtbares Schild zeigt den Weg zur Burg. Und über einen Feldweg, vorbei an zahlreichen Schrebergärtchen wird man über die Bahntrasse Lollar-Gießen in ein kleines Paradies aus einer anderen Zeit geführt. Oberhalb der Stromschnellen liegt die Niederungsburg direkt am Ufer der Lahn.
Nicht bekannt ist, von wem und wann genau die Badenburg gebaut wurde. Man nimmt jedoch an, dass es ein Herrensitz gewesen ist. Und, dass von dort aus der bis ins 19. Jahrhundert Uferweg kontrolliert wurde, als die wichtigste Verbindung zwischen Lollar und Gießen. Urkundlich als Burg erwähnt wurde die Anlage erst 1358. Damals wurde sie von Landgraf Heinrich II. von Hessen an Johann von Weitershausen zu Lehen gegeben. Am Anfang des 15. Jahrhunderts waren die Burg dann im Besitz der Rüssers, einer Linie der Herren von Buseck, denen 1458 das Lehen erneuert wurde. Nach einer Weitergabe der Burg in 1537 an die angesehene Familie von Weitolshausen, genannt Schrautenbach, errichteten diese wohl das schloßartige Gebäude, vielleicht sogar durch den Umbau älterer Gebäude.
Der 1684 gestorbene Ludwig von Weitolshausen
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besaß wahrscheinlich als letzter der Familie die Badenburg. Nach zahlreichen Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg verfiel die Burg immer mehr und wurde im 18. und 19. Jahrhundert als Unterkunft für Hirten und als Schmiede genutzt. Ab 1760 gab es dort ein bekanntes Wirtshaus. Gießener Studenten nutzten die Burganlage und das Wirtshaus als Ausflugsstätte und als Ort für Proteste und geheime Treffen. Georg Büchner versteckte sich auf der Badenburg mit republikanischen Revolutionären und verfasste 1834 den "Hessischen Landboten". Mitte des 19. Jahrhunderts war die Burg dann nur noch eine Ruine. Die Bahntrasse ist Grund dafür, dass die Badenburg zu der Zeit auch geteilt wurde. Das östliche Gelände beherbergt heute noch einige Mauerreste, wobei die große Ruine eines dreistöckigen Wohnbaus mit mächtigem, gewölbten Keller westlich des Trasse von einem Umbau der von Weitolshausener im 16./17. Jahrhundert stammt. Der Oberhessische Geschichtsverein verhinderte rechtzeitig den restlosen Abbruch. Heute ist im Untergeschoss eine Gaststätte.

 
 
 
 
 
 
 
 

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