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Neuer Vorstand des Gewerbevereins Lollar stellt sich großen Herausforderungen

Der neue Vorstand des Gewerbevereins Lollar: Rolf Christoph, 2. Vorsitzender; Hartmut Frey, Beisitzer; Helene Freund, 1. Vorsitzende; Norbert Meier, Kassenwart; Ingrid Fischer, Schriftführerin.
Der neue Vorstand des Gewerbevereins Lollar: Rolf Christoph, 2. Vorsitzender; Hartmut Frey, Beisitzer; Helene Freund, 1. Vorsitzende; Norbert Meier, Kassenwart; Ingrid Fischer, Schriftführerin.
Lollar | Vielleicht war an diesem Abend bereits die Ausgangslage symptomatisch für die bis zuletzt anhaltende Krise des Gewerbevereins Lollar. Die Mitglieder wurden zu einer außerordentlichen Sitzung geladen, bei der – im zweiten Anlauf – der neue Vereinsvorstand gewählt werden sollte. Im Sitzungsraum der Gaststätte Mühlenhof saß der ehemalige Vorsitzende, Bernd Wiltschka, am Kopfende und zu Beginn richteten die wenigen anwesenden Mitglieder des Vereins, der insgesamt rund 50 Betriebe unter seinem Dach vereinigt, auf den früheren Taktgeber. Um den Gewerbeverein ist es in den vergangenen Monaten still geworden. Das wissen auch die Aktiven. Sie stellen eine „Resignation ehemaliger Mitglieder“ fest und bedauern, dass der Verein es versäumt hat, seine Anliegen bei Veranstaltungen auf „eine breitere Basis zu stellen“. Im Mittelpunkt der außerplanmäßigen Zusammenkunft war jedoch die Wahl eines neuen Vorstands. Bereits nach wenigen Minuten stand fest, dass Helene Freund, Inhaberin des örtlichen Bestattungsinstituts, an die Spitze des Vereins tritt. Gegenkandidaten gab es keine, die Wahl erfolgte, auch mangels Alternativen, einstimmig.
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Dabei stellte sich im Verlauf des Abends heraus, dass die Gewerbetreibenden durchaus Ideen für eine Neuausrichtung ihres Vereins haben. Kristina Schnaut von der familiengeführten Metzgerei Schnaut kritisierte das Fehlen einer gemeinsamen Interessenslage der Vereinsmitglieder. Sich am Stammtisch zu treffen, reiche nicht aus, um etwas zu bewegen, zeigte sie sich mit der aktuellen Vereinsarbeit unzufrieden. Die Mitglieder müssten bei Belangen, die das örtliche Gewerbe betreffen, „an einem Strang ziehen.“
„Das Kleingewerbe in Lollar kämpft jeden Tag ums Überleben.“ Die Einschätzung von Schnaut konnten gleich mehrere Anwesende teilen. Neben den großen Supermarktketten und der Konkurrenz aus dem Internet machten den Händlern und Dienstleistern die mangelnde Infrastruktur und wiederkehrende Straßensperren zu schaffen. Aus Erfahrung wussten die Unternehmer zu berichten: „Jede Vollsperrung bedeutet automatisch weniger Kunden.“ Zuletzt erlebten sie diese Situation beim Bau des Verkehrskreisels am Ortseingang. Gleiches Ungemach befürchten sie wieder, da ein zweiter Kreisel Richtung Innenstadt gebaut werden soll. Die Kritik am städtischen Bauamt und am Bürgermeister ließ an diesem Abend nicht lange auf sich warten: „Eine halbseitige Sperrung der Straße ist technisch möglich, wenngleich mit Mehrkosten verbunden“, bestätigte Bauunternehmer Wiltschka. Was sei dem Stadtmagistrat demnach wichtiger: Geringfügige Mehrausgaben oder das Wohl des örtlichen Gewerbes?
Diese und weitere Fragen sollen in Zukunft mit dem Bürgermeister, Dr. Bernd Wieczorek, persönlich ausdiskutiert werden. Die neue Vorsitzende nahm sich vor, regelmäßige Treffen mit dem Rathauschef zu vereinbaren, um ihm die Interessen 
des Gewerbevereins näherzubringen. Zudem sollen auch intern die Aufgaben besser koordiniert werden. Gewerbevertreter sollen demnach an städtischen Parlamentssitzungen teilnehmen und sich aktiv bei öffentlichen Diskussionen einbringen. Die Vernetzung innerhalb des Gewerbevereins soll durch gemeinsame Aktivitäten intensiver gestaltet werden.
In welcher Form wird sich der Verein künftig in der Öffentlichkeit präsentieren? Die endgültige Klärung dieser Frage bleibt nach der Sitzung aus. Eine Gewerbeausstellung erschien den Anwesenden wenig sinnvoll. Zu stark sei die Konkurrenz aus dem Internet, zu mächtig die Mitbewerber aus der Nachbarschaft und zu gering das Interesse der Besucher. „Bürgern aus Lollar ein Highlight bieten“, war ein Vorschlag von Norbert Meier, der überwiegend auf 
Zuspruch gestoßen ist. Naheliegend sei es, das beliebte Weihnachts-Gewinnspiel wieder einzuführen, das im Vorjahr mangels Beteiligung der Mitglieder ausgefallen war. Aber auch eine unterhaltsame Veranstaltung für die Bevölkerung, bei der der Verein den „Menschen ein Highlight präsentieren und für ihr Vertrauen etwas zurückgeben kann“, stieß bei den Mitgliedern auf 
Interesse.
Zuletzt äußerte die neue Vorsitzende, Helene Freund, einen Wunsch für ihre Amtszeit: „Ich hoffe, dass der gesamte Vorstand hinter mir steht und wir die Basis für eine gute Zusammenarbeit schaffen.“ Die positive Zustimmung ihrer Vereinskollegen macht Hoffnung auf einen gelungenen Neubeginn.

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von:  Michael Nudelmann

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Michael Nudelmann
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