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2010 soll am Tannenweg das neue Kuhn-Center seine Pforten öffnen

von Sabine Glinkeam 06.03.20093652 mal gelesen2 Kommentare
Kreisbeigeordneter Siegfried Fricke übergibt die Baugenehmigung an die Bauherren Ute Bartsch und Helga Lothak.
Kreisbeigeordneter Siegfried Fricke übergibt die Baugenehmigung an die Bauherren Ute Bartsch und Helga Lothak.
Linden | Am 11. April öffnet das Kuhn-Center im Tannenweg in Linden letztmalig seine Türen für die Kunden. Dann schließt das Traditions-Warenhaus seine Pforten und die Gebäude des seit 50 Jahren bestehendes Nahversorgers werden abgerissen. Jedoch nicht für immer, denn bereits im März 2010 soll ein brandneues Kuhn-Center am selben Standort seine Pforten für die Besucher öffnen. Am Freitagmittag hat der Kreisbeigeordnete Siegfried Fricke im Beisein von Planern, Architekten, Projektleitern, des Lindener Bürgermeisters Dr. Ulrich Lenz und Verantwortlichen von Behörden die Baugenehmigung an die Bauherren Ute Bartsch und Helga Lhotak übergeben. Der Komplex soll eine Fläche von rund 10.400 Quadratmetern umfassen. Davon werden insgesamt rund 6.850 Quadratmeter als Verkaufsflächen zur Verfügung stehen. Das Investitionsvolumen auf dem 28.000 Quadratmeter großen Grundstück am Tannenweg beträgt bis zum Abschluss des Projektes rund 14 Millionen Euro.
Die Abbrucharbeiten sollen im Mai losgehen, Baubeginn soll bereits im Juni sein. "Heute ist ein guter Tag", freute sich der verantwortliche Architekt Bernhard Reiser von der Mesa, Gesellschaft für Projekt- und Stadtentwicklung aus Stuttgart, am Tag der Übergabe.
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Als Beweggründe für den Neubau nannte Manfred Größer, Geschäftsführer der Kuhn Vertriebsgesellschaft, dass das Gebäude nach 50 Jahren in die Jahre gekommen sei. Mängel an Dach, Dämmung und Kühlung sorgten dafür, dass man nicht mehr konkurrenzfähig sei. Zahlreiche Mitbewerber setzten dem in die Jahre gekommenen Center ebenfalls stark zu. "Wir sind nicht interessant für aktuelle neue Mieter", so Größer. Bernhard Reiser erklärte diese Entwicklung mit der Schnelllebigkeit des Marktes. "Handel ist Wandel", erläuterte er. In den vergangenen Jahren habe eine Verdichtung von Einkaufs-Angeboten stattgefunden und eine Markenvielfalt habe sich ausgebreitet und etabliert. "Der Handel bewegt sich mit Hochgeschwindigkeit durch Verschmelzungen und Anpassungen, und man muss in die Zukunft schauen". Die Immobilie am Tannenweg decke, so wie sie sei, die Kundenwünsche nicht mehr ab. Doch mit dem Neubau soll alles anders werden und doch beim Alten bleiben: Mit dem Ankermieter "Kaufland", der 3250 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassen soll, hält erneut ein SB-Warenhaus am Tannenweg Einzug. Für die Belegung der Immobilie, die sich durch eine markante Welle im Dach optisch auszeichnen
So soll das neue Kuhn-Center aussehen. (Grafik: MESA)
So soll das neue Kuhn-Center aussehen. (Grafik: MESA)
und etablieren soll, zeichnet Thomas Gogol von der Hillemeyer Immobilien GmbH aus Lippstadt verantwortlich, die mit namhaften Ketten und Filialisten zusammenarbeitet. Neben dem Warenhaus wollen sich der Textil-Discounter "Kik", eine Apotheke, das Schuhhaus Deichmann, "Jean's Fritz" und eine Filiale von "Cecil" und "Street One" ansiedeln. Einige bisherige Mieter wie "Tedi" und die Parfümerie "Aurel" werden als Mieter ansässig bleiben. Mit einem namhaften Drogeriemarkt stehe man derzeit noch in Verhandlungen, so Gogol. Für den runden zweigeschossigen Kopfbau am Tannenweg ist eine Gastronomie vorgesehen. Außerdem soll dort die Verwaltung des Kuhn-Centers untergebracht werden.
Geplant ist, den verkehrlichen Anbindepunkt am Tannenweg zu öffnen. Von dort aus erreicht der Kunde eine Parkplatzanlage mit 430 Stellplätzen, die die Sicht auf alle vorhandenen Handelseinrichtungen freigeben wird, die den Parkplatz im Osten und Süden umschließen. Das SB-Warenhaus ist in der Grundstückstiefe im südlichen Bereich angeordnet und soll als "Magnetbetrieb" die Frequentierung der gesamten Anlage gewährleisten, wobei jeder einzelne Betrieb - auch über die Werbeschilder am Vordach unterhalb der markanten Welle - mit seinem eigenen, zum Parkplatz orientierten Eingang einen individuellen Auftritt hat. Profitieren sollen auch lokale Handwerksbetriebe, denn man will versuchen, die Arbeiten alle von heimischen Firmen ausführen zu lassen.
Aus der Luft gesehen: Der Bebauungsplan für das neue Center. (Grafik: MESA)
Aus der Luft gesehen: Der Bebauungsplan für das neue Center. (Grafik: MESA)
"In Linden steht etwas Besonderes" - dies soll der Eindruck sein, den die Kunden vom Kuhn-Center mitbrächten, so Reiser. Dann kämen die Leute auch wieder.
Der gesamte Komplex erhält eine fünf Meter hohe Lärmschutzwand entlang der Zufahrt vom Tannenweg und entlang des Lückebachs, um das westlich angrenzende Wohngebiet abzuschirmen.
200 Arbeitsplätze sollen im neuen Kuhn-Center entstehen - plus Reinigungsfirmen und Dienstleister. Ängsten der aktuellen Beschäftigten hat Manfred Größer etwas entgegenzusetzen, wenngleich er zugibt, dass "natürlich Kündigungen ausgesprochen werden mussten". Die Kuhn Vertriebsgesellschaft garantiert ihren Mitarbeitern eine Neuanstellung, wenn der Neubau erfolgt ist. Außerdem seien freiwillige Abfindungen gezahlt worden, um die Angestellten für die Übergangszeit abzusichern. Auch habe es vereinzelte Probleme bei der Entmietung gegeben, räumt Projektsteuerer Hans-Jürgen Steinbrecher ein. Dies sei aber "normal" und man gehe davon aus, dass man alle Probleme bis zum Abrissbeginn aus der Welt schaffen könne. Doch nicht alle sehen schwarz: Etliche Mieter aus dem Vorkassenbereich, so etwa die Bäckerei und der Tabakwaren- und Zeitschriftenhandel, wollen auch in den Neubau einziehen. Bewährtes soll also ebenfalls erhalten bleiben.

Kreisbeigeordneter Siegfried Fricke übergibt die Baugenehmigung an die Bauherren Ute Bartsch und Helga Lothak.
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So soll das neue Kuhn-Center aussehen. (Grafik: MESA)
So soll das neue... 
Aus der Luft gesehen: Der Bebauungsplan für das neue Center. (Grafik: MESA)
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Eingangszone Fachmärkte und Ladengeschäfte. (Grafik: MESA)
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Kommentare zum Beitrag

Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 06.03.2009 um 21:54 Uhr
Ich selbst verbinde mit dem alten Kuhn-Center viele Erinnerungen. Da es lange Zeit der erste SB-Markt war und auch mit einem besonderen Angebot punktete, war meine Familie als ich klein war, häufig zum Einkaufen dort. Ich erinnere mich noch heute an die leckeren Schillerlocken, die es damals bei der im Vorkassenbereich integrierten "Nordsee" gab. Ich bin sehr gespannt auf das neue Kuhn-Center und kann mir gut vorstellen, ab 2010 wieder dort einkaufen zu gehen.
Manuela Eichmann
1.072
Manuela Eichmann aus Staufenberg schrieb am 11.03.2009 um 16:17 Uhr
Hallo Frau Glinke,
habe gerade ihren Kommentar bezüglich Kuhn Markt gelesen. Da schreiben Sie von den leckeren Schillerlocken.
Wußten Sie, daß Schillerlocken aus den Bauchlappen des Dornhai gemacht werden? Dieser steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.
Ich selber wußte das bis vor kurzen gar nicht und war ganz betroffen, als ich es erfahren habe. Habe nämlich früher auch sehr gerne Schillerlocken gegessen.
Wollte Ihnen das nur zur Info mal schreiben. Bitte nicht falsch
verstehen.
Ganz liebe Grüße, Manuela Eichmann
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von:  Sabine Glinke

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Sabine Glinke
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