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Bunte Natur im Steinbruch bei Holzheim

von Alex Knaackam 13.11.20131464 mal gelesen25 Kommentare
Sicht aus dem Beobachtungshäuschen
Sicht aus dem Beobachtungshäuschen
Linden | Welche Regenerierungsfähigkeit in der Natur steckt, kann man gerade an Steinbrüchen erkennen, die in ihre wohlverdiente Rente gegangen sind.
Der Steinbruch bei Pohlheim-Holzheim bestätigt dies eindrucksvoll.
Wo früher Bagger rumgebaggert haben, gibt es nun einen kleinen See samt Insel und überall zwischen dem Geröll sprießen Büsche und Gräser hervor.
So entsteht eine natürliche Uferzone, in die sich der Graureiher vorzüglich einschmiegt, wenn er dort Amphibien und Fische jagt.
Dieses Schauspiel lässt sich gut von einem extra angebrachten Beobachtungshäuschen einfangen, welches in einer Anhöhe über dem See thront.
Nahrung scheint es jedenfalls genug im Gewässer zu geben, da ich einige Verwirbelungen und diverse Rücken größerer Kreaturen, welche sich durch das Wasser pflügten, auftauchen sah.
Aber auch außerhalb des Wassers tobt das Leben.
Libellen sausen umher und offensichtlich bietet das Geröll auch anderen Insekten Heimat, da man dort vermehrt Insektenjäger wie den Hausrotschwanz beobachten kann.
Gleich einem koffeinsüchtigen Workaholic hopsen diese kleinen grauen Federbüschel ständig mit einem wippenden Schwanz umher, um im Herbst noch die letzten Kalorien für ihre überschaubare Wanderung Richtung Süden zu sammeln. Meist ist ihr Reiseziel der Mittelmeerraum im Gegensatz zu vielen anderen Zugvögeln, welche die weiten der Sahara überfliegen.
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Da ihr Reiseziel auch nicht so weit weg ist, haben sie es wohl auch nicht so eilig aufzubrechen und gehören zu den letzten Vögeln, welche Richtung Süden ziehen. Wobei sie sich im November wohl auch bereits von der Sonne im Süden verwöhnen lassen.
Jedenfalls passt der Hausrotschwanz gut in diese Gerölllandschaft, da er, heute kaum vorstellbar, ursprünglichen aus den felsigen Gebirgen kommt und sich seit ca 250 Jahren aufgemacht hat, unsere Gärten und Parks zu besiedeln. Also eine wahre Erfolgsgeschichte!
Die bunte Vegetation produziert auch genug Samen und Früchte, um Vögel wie die Goldammer, Feldsperling und große Trupps an Stare anzuziehen. Für die Stare war ich allerdings zu langsam, trotz des mittelgroßen Schwarms! Sie waren einfach nicht zu erspähen, bis sie auf einmal zwischen den Büschen durchsausten, um dann wieder sogleich in der Vegetation zu verschwinden. Leider nehmen diese Stars einfach keinerlei Rücksicht auf Fotografen. Da der Star als einer häufigsten Vogelarten der Welt gilt, bin ich allerdings zuverlässig ihn noch vor die Kamera zu bekommen.
Graureiher auf der Pirsch
Graureiher auf der Pirsch
Natürlich gilt der Steinbruch insbesondere wegen der Bedeutung für Reptilien und Amphibien als besonders wertvoll. Da es aber zum einen nicht die Jahreszeit für wechselwarme Tiere ist und da man auch zum anderen nicht direkt an die Gewässer kommt, aufgrund des Hinweis, dass man sich an den Weg halten soll - als Naturfreund hielt ich mich natürlich strikt an diese Anweisung, um keine Störungen zu verursachen – habe ich keine großen Erfahrungen bezüglich Amphibien gesammelt.
Doch das Fernbleiben von diesen haarlosen Krabblern wurde durch ein paar Rehe kompensiert, die sich am Rand des Steinbruchs zeigten.
Wobei ich noch hinzufügen möchte, dass ich schon mal zu wärmerer Zeit, allerdings ohne Fotoapparat, den Steinbruch aufgesucht habe und er vor Kröten, die einem ständig über den Weg krabbelten, überzuquellen schien,
Und genau deshalb brauchen wir solche Biotope!

Sicht aus dem Beobachtungshäuschen
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Graureiher auf der Pirsch
groß...
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Heidelibelle?
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Beobachtungshäuschen
Feldsperling
Hausrotschwanz
Hausrotschwanz
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Goldammer
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Goldammer
Rand des Steinbruchs
Rehe am Rand des Steinbruchs
Hausrotschwanz
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Kommentare zum Beitrag

Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 13.11.2013 um 17:43 Uhr
Um mal einen Eindruck von oben zu erhalten und um zu wissen wo denn genau der Steinbruch liegt, hier ein Google Maps-Link.
Der Steinbruch liegt direkt neben der A45.

https://maps.google.de/maps?q=Holzheim,+Pohlheim&hl=de&ll=50.480667,8.71027&spn=0.017123,0.038581&sll=50.526531,9.004394&sspn=4.379217,9.876709&oq=pohlheim+h&t=h&hnear=Holzheim&z=15
Birgit Hofmann-Scharf
10.057
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 13.11.2013 um 19:16 Uhr
Ein sehr netter und informativer Beitrag, vielen Dank.
Peter Herold
26.451
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.11.2013 um 22:57 Uhr
Schön auf diese Weise etwas aus der Umgebung kennenzulernen
Wolfgang Heuser
6.773
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 13.11.2013 um 23:15 Uhr
Ein sehr informativer Bildbeitrag über diesen Naturbereich, da kommt auch einiges an Naturerlebnissen zusammen, sehr schön !
Andrea Mey
10.496
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 13.11.2013 um 23:53 Uhr
Sehr schöne Fotos, es gibt immer wieder schöne Plätze in unserer Heimat zu entdecken!
Ilse Toth
35.022
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 14.11.2013 um 14:15 Uhr
Das möchte ich auch in Natura sehen. Danke für den Bericht!
Margrit Jacobsen
8.767
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 14.11.2013 um 18:25 Uhr
Geht mir wie Ilse, das schau ich mir auch mal an. Danke sehr!
Nicole Freeman
8.773
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 14.11.2013 um 18:47 Uhr
sehr schoener bericht mit vielen infos danke.
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 14.11.2013 um 21:12 Uhr
Vielen Dank für das nette Feedback!
Freut mich wenn ich informieren kann und wenn es mir gelingt Schönheiten der Natur einzufangen.
In Natura ist diese kleine Naturoase natürlich besonders schön,
also kann ich Naturinteressierte nur dazu bekräftigen mal da vorbeizuschauen.
Hallo Lieber Leser
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Alex Knaack
589
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