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Bürgermeister König will Linden erneuern

Jörg König (CDU) ist im Juni in das Rathaus Linden als neuer  Bürgermeister eingezogen.
Jörg König (CDU) ist im Juni in das Rathaus Linden als neuer Bürgermeister eingezogen.
Linden | Menschen, die sich mit der neueren Geschichte Mittelhessens beschäftigen, fragen sich, was gewesen wäre, wenn es die Gebietsreform in den siebziger Jahren nicht gegeben hätte. Die Landkarte rund um die Stadt Gießen würde heute anders aussehen. Es gebe viele kleine Gemeinden, die teils wenige tausend Menschen zählen würden.
Eine Erfolgsgeschichte der Reform ist die Stadt Linden, die aus der Zusammenführung der Stadt Großen-Linden und der Gemeinde Leihgestern entstanden ist. Mit dem Alt-Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz wurde im Jahr 1977 ein Rathauschef gewählt, der es verstand, die Stadt zu einem zentralen Wirtschaftsstandort im Landkreis Gießen auszubauen, den dörflichen Flair von Leihgestern jedoch zeitgleich zu bewahren.
Nach 36 Jahren beerbte Parteikollege Jörg König (CDU) das altgediente Stadtoberhaupt. Betritt man das Zimmer des neuen Amtsinhabers, so erwartet man auch nach einem halben Jahr noch den Alt-Bürgermeister am Schreibtisch sitzen zu sehen. Stattdessen empfängt den Besucher der Jurist im besten Alter – Jörg König. Er will frischen Wind in das Rathaus bringen, neue Ideen, die an das Erbe seines Vorgängers
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anknüpfen sollen. „Mein Vorgänger hat seine Sache prima gemacht“, meint König und spricht von einer „großen Erwartungshaltung“, die die Lindener ihm entgegenbringen. Dass er dabei „manchmal ein bisschen ungeduldig“ wird, erklärt womöglich seine hohen Sympathiewerte bei der Bevölkerung, die König als bodenständig und zielstrebig einschätzt.
Ob ihm sein neuer Job Spaß mache? Viele Menschen würde seine Antwort überraschen – er betrachtet seinen neue Aufgabe als „Traumberuf“, auch wenn arbeitsreiche Abende jetzt zur Regel werden. „Als Bürgermeister erlebe ich jeden Tag neue, spannende Herausforderungen. Ich kann in verschiedene Dinge hineinschauen, treffe auf Probleme und versuche, entsprechende Lösungen zu finden.“ Herausforderungen gibt es allerhand. Als erste Amtshandlung engagierte sich der Bürgermeister als Bauherr: Der Neubau der Kindertagesstätte „Regenbogenland“ ist „nicht ganz billig“, etwa 3,5 Millionen Euro, soll aber Kindern ab 2014 eine qualitativ hochwertige Tagesherberge mit einem guten Betreuungsangebot bieten.
Gegenüber Gewerbetreibenden der Stadt zeigt sich der Bürgermeister sehr offen. Er begrüßt das wiedererstarkte Engagement des Gewerbevereins und die gemeinschaftliche Ausrichtung des traditionellen Nikolausmarktes
Das Gewerbegebiet Lindenpark (vormals Lückebachtal) wurde neustrukturiert und präsentiert sich in einer modernen und ­ansprechenden Form.
Das Gewerbegebiet Lindenpark (vormals Lückebachtal) wurde neustrukturiert und präsentiert sich in einer modernen und ­ansprechenden Form.
am 30. November und 1. Dezember. Sein Aufruf in Richtung der Lindener Unternehmer lautet: „Die Stadt braucht einen funktionierenden Gewerbeverein!“ König rechnet nach der Initiative auf weitere Verbesserungen der Organisation: „Die Leute müssen Mut finden, sich zu engagieren.“
Dabei lässt er sich selbst nicht aus: „Linden liegt mittendrin in Deutschland, hat eine phänomenale Verkehrsanbindung und eine gute Infrastruktur für Menschen jeden Alters. Mit neuen Wohnsiedlungen werde ich jungen Familien die Möglichkeit bieten, in Linden zu wohnen.“ Die ersten Schritte für dieses Vorhaben sind bereits erfolgt: Die Grundstücke im Neubaugebiet „Imsbach“ sind fast vollständig verkauft. Weitere Bauplätze sollen auf dem Freigelände zwischen Mühlberg und Leihgestern entstehen. Hier laufen derzeit erste Erschließungsarbeiten. Berücksichtigt werden soll vor allem der Naturschutz, so der Bürgermeister. So planmäßig derzeit alles zu laufen scheint; hier und da kommen auch Schwierigkeiten auf, für die König noch keine konkrete Lösung hat. Das Gewerbe in der Stadtmitte rund um das Rathaus soll eine Aufwertung erfahren: „Menschen müssen wieder den Weg in das Stadtzentrum finden.“ Auch die Erneuerung der Verkehrskreisel, nach Meinung von König ein Aushängeschild der Stadt, soll in Angriff genommen werden. „Ich plane in diesem Punkt, die Bevölkerung an der Entscheidung mit zu beteiligen.“
Ob König auch nach 36 Jahren noch Bürgermeister von Linden sein wird, ist indes gänzlich unbekannt. Seine Konzentration gilt jetzt den Problemen der Menschen, die er in vielen Gesprächen und Diskussionen bestmöglich lösen will.

Jörg König (CDU) ist im Juni in das Rathaus Linden als neuer  Bürgermeister eingezogen.
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Das Gewerbegebiet Lindenpark (vormals Lückebachtal) wurde neustrukturiert und präsentiert sich in einer modernen und ­ansprechenden Form.
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von:  Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion

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