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Rohrwiese am Lückenbach

von Alex Knaackam 27.10.20131046 mal gelesen30 Kommentare
Linden | In Linden, am Mühlberg, hinter dem Kaufland gibt es ein kleines verstecktes Naturparadies zu entdecken und mit versteckt sind die Wildtiere im Naturparadies gemeint.
Schließlich ist die Rohrwiese am Lückenbach jederzeit auffindbar, doch ohne Wildtiere fällt es eigentlich gar nicht sonderlich als Naturparadies auf. Einfach nur einer dieser Wiesen, die Glück hatte und nicht Opfer von extensiver Landwirtschaft oder übereifrigen Gärtnern wurde.
Es gibt einen kleinen Bach, der sich natürlich durch eine Wiese mit unverschämt hohen Gras und Disteln schlängelt. Und damit sich auch noch in Zukunft der Bach durch eine Wiese und nicht einer Buschlandschaft schlängelt, gibt es eine Rinderfamilie, welche diese Naturlandschaft offen, luftig also buschfrei hält.
Doch wer oft genug dort vorbeischaut, der wird nicht nur diese Wiederkäuer beim alltäglichen Familienleben beobachten können, sondern kann vielleicht sogar einige scheue Rehe zwischen dem hohen Gras umherschleichen sehen. Ob diese Rehe nun diese Wiese als Basislager benutzen, um dann schließlich nachts auszuschwärmen, oder ob sie den Elektrozaun als unüberwindbare Barriere betrachten, so dass sie nun ein neues Leben abgeschnitten vom restlichen Rehvolk anfangen müssen, bleibt zu klären.
Völlig unberührt von Elektrozäunen bewegen sich auch diverse Vögel auf dem Gebiet herum.
Gerade die Vielzahl an Samen, die man an Disteln und anderem Knabberkram finden kann, locken Vögel wie Stieglitz, Blaumeise und Grünfink an. Gerade der Stieglitz hängt gerne in kleinen Trupps bei Disteln und anderen Stauden herum, deswegen wohl auch der treffendere Name Distelfink.
Die Blaumeise, ein kulinarisch vielseitiger Vogel lebt gerade während der Brutzeit von proteinreicher Nahrung wie Spinnen und Insekten, quasi die Proteinriegel der Natur, doch im Herbst nimmt die Bedeutung von pflanzlicher Nahrung wie Samen zu und so macht sie nun auch dem Stieglitz Konkurrenz. Der Stieglitz verkraftet dies wohl, da es am Lückenbach viele Disteln gibt und die Blaumeise im Gegensatz zum Distelfink häufig alleine auftaucht.
Doch nicht nur Gelegenheits- und Vollvegetarier kommen am Lückenbach auf ihre Kosten, auch für Jäger gibt es dort einiges zu holen. Schließlich gibt es nicht nur aufgrund des Bachs, sondern auch wegen der Feuchtwiesen und Tümpel wohl das eine oder andere für den Graureiher zu fangen. So kann man des öfteren
Eines der Rohrwiesen-Rehe
Eines der Rohrwiesen-Rehe
beobachten wie der Reiher zwischen dem hohen Gras lauernd ausharrt. Und so wie der Reiher scheinbar konzentriert angenagelt ausharrt, so sitzt auch ab und an mal ein Mäusebussard auf einem der netterweise angebrachten Sitzstangen und schaut wohl nach Mäusen, die wiederum von den vielen Gras- und Distelsamen profitieren. Und bei all diesen Lockangeboten für Kleintieren dürfen natürlich auch räuberische Reptilien nicht fehlen und so gibt es, wenn man Glück hat, auch mal eine Schlingnatter zu bestaunen.
Diese Schlange mag zwar einer Kreuzotter recht ähnlich sehen, doch kann sie einem nur gefährlich werden, wenn man eine Maus, eine Eidechse, ein kleine Kröte oder ein größeres Insekt ist. Daher keine Angst und nicht drauf treten! Schließlich stehen diese schönen Reptilien unter strengem Naturschutz! Für den kleinen Appetit gibt es auch reichlich zirpende Insekten bis hin zu den weniger zirpenden Ameisen, die wiederum den gefiederten Ameisenbär des Nordens anziehen – den Grünspecht! Für ein Specht untypisch wird man ihn seltener am Baum rumtrommeln sehen, sondern stattdessen am Boden nach Ameisen suchend finden. Dabei setzt er genau wie der Ameisenbär seine 10 cm lange Zunge ein, um schnell eine Menge Ameisen aufzuschlabbern.
Weiterhin kann man bei der Rohrwiese andere mittelgroße Vögel bestaunen wie Ringeltaube, Elster und Rabenkrähe. Und wenn man dann noch ein kleine Erdkröte vorbei krabbeln sieht, dann ist doch der Tag an der Rohrwiese am Lückenbach perfekt gelaufen.
Die Fotostrecke rund um dieses kleine Idyll sind während vier Fototouren entstanden, die jeweils ca eine Stunde dauerten. Man sieht wohl nie alle beschriebenen Arten auf einen Schlag, doch findet man meist das eine oder andere schöne Fotomotiv, wenn man ein wenig Geduld mitbringt.

4
Eines der Rohrwiesen-Rehe
2
Graureiher
Blaumeise
Stieglitz
2
Mäusebussard
3
von links nach rechts: Star, Schwalbe, evt Schaf- oder Gebirgsstelze?
4
Grünspecht
Elster
Schlingnatter
5
Amselweibchen
eine kleine Erdkröte
Ringeltaube

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
7.242
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 27.10.2013 um 18:54 Uhr
Danke fuer diesen sehr informativen Bericht. Tolle Fotos
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 27.10.2013 um 19:03 Uhr
Freut mich, wenn mein kleiner Bericht und meine Bilder Anklang finden.
Jutta Skroch
11.635
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 27.10.2013 um 21:45 Uhr
Das sieht ja wirklich nach einem kleinen Paradies aus, die Schlange war sicher das Highlight bei dieser Pirsch.
Wolfgang Heuser
6.052
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 27.10.2013 um 23:39 Uhr
Ein schöner und informativer Bildbeitrag über dieses Gelände !
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 28.10.2013 um 17:23 Uhr
Danke für das nette Feedback.
Die Schlange war schon das Highlight, schließlich sind Schlingnattern nicht sonderlich häufig. Es ist auch erst die zweite wildlebende Schlange, die ich bis jetzt gesehen habe.
Vor vielen Jahren habe ich am Bodensee mal eine Ringelnatter entdeckt, war leider ohne Fotoapparat unterwegs.
Wolfgang Heuser
6.052
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 28.10.2013 um 22:36 Uhr
Gerade so eine Schlingnatter so zu erwischen ist schon Glückssache, denn die gibt es nicht so oft und die sind sehr scheu. Gut das es noch solche Bereich gibt !!!
Bernd Zeun
9.536
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 29.10.2013 um 00:32 Uhr
Schöner Bericht von den vier Foto-Safaris, kein Bild zuviel.
Andrea Mey
9.754
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 29.10.2013 um 00:48 Uhr
Eine wunderschöne Fotoserie!
Unglaublich, daß sich direkt hinter einem Einkaufszentrum eine solch schöne Oase der Natur befindet!
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 29.10.2013 um 20:43 Uhr
Manchmal entdeckt man noch die eine oder andere Oase.
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 29.10.2013 um 20:53 Uhr
Herr Zeun, das höre ich gerne, schließlich war ich auch nicht ganz sicher ob ich wirklich so viele Bilder zu einer einzigen Wiese hochladen soll,
doch ich wollte eben auch keine Tierentdeckung unterschlagen.
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Alex Knaack
589
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