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Kaninchenseuche am Schwanenteich?

von Alex Knaackam 25.09.20136391 mal gelesen21 Kommentare
Man betrachte die Ohren und das Fell unterhalb der Augen
Man betrachte die Ohren und das Fell unterhalb der Augen
Linden | Die Wildkaninchenpopulation am Schwanenteich weist einige Individuen auf, die beunruhigend lottrig aussehen.
Das Fell ist am Kopf löchrig und die Ohren sehen teilweise angefressen aus.
Doch besonders besorgniserregend ist ein Kaninchen, welches Schwellungen an den Augen hat. Tobt hier etwa das Myxomatosevirus?
Myxomatose ist ein Pockenvirus, welches sich auf Kaninchen spezialisiert hat und ganze Populationen dahinraffen kann.
In Schottland konnte ich beobachten, wie ein ganzes Kaninchenvolk auf einmal zusammenbrach und überall waren diese leidvollen orientierungslosen blinden Kaninchen zu sehen.
Ein trauriger Anblick.
Myxomatose erkennt man in der Regel an geschwollenen wässrigen Augen.

Doch andere Karnickel am Schwanenteich hatten trockene Augen und bloß Löcher im Fell.
Also doch eher Milben? Einfacher Fellwechsel?
In der Vorbereitung der Landesgartenschau dürfte es natürlich einige geben, die nicht gerade in Tränen ausbrechen, wenn aufgrund einer Seuche weniger Langohren in Versuchung geraten an deren Zierpflanzen zu knabbern.

Man betrachte die Ohren und das Fell unterhalb der Augen
Man betrachte die Ohren... 
Auffällige Schwellungen an den Augen
Auffällige Schwellungen... 
Ein offensichtlich gesundes Kaninchen
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Nackte Stellen im Gesicht
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Kommentare zum Beitrag

Margrit Jacobsen
8.622
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 25.09.2013 um 15:52 Uhr
Noch nicht gehört, bin gespannt was für Antworten kommen.
Brigitte Matuschek
710
Brigitte Matuschek aus Gießen schrieb am 25.09.2013 um 16:01 Uhr
Wenn Sie möchten frag ich mal Barbara Felde,auch Bürgerreporterin der GZ.Sehr gute Fachkenntnisse über Kanninchen und Kleintiere.
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 25.09.2013 um 16:04 Uhr
Frau Matuschek, bitte machen Sie das. Bin gespannt, wie Frau Felde die Bilder auswertet.
Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 25.09.2013 um 17:40 Uhr
Hallo,
hier bin ich.
Momentan ist Fellwechsel. Auch muss es nicht Myxo sein, ich hatte letztens ein Wildkaninchen mit einer (bloßen) Bindehautentzündung. Myxo ist aber trotz allem (und auch im Gebiet in und um Giessen) schon oft vorgekommen. Im Gebiet Ursulum haben wir schon mehrere Kaninchen eingefangen und einschläfern lassen, sonst wären sie qualvoll gestorben.
Kleinere Löcher im Fell/Schmisse müssen nicht unbedingt Parasiten bedeuten. Einen gewissen Anteil an Endo- wie auch Ektoparasiten haben alle Wildtiere. Und es sind ja auch Wildtiere, die schon mal aneinandergeraten und daher auch schon mal Risse, Schmisse usw haben.
Das Bild Nr. 2 finde ich allerdings schon auffällig, alle anderen sind für Wildkaninchen m.E. normal, aber natürlich kann man die betroffenen Stellen auf den Bildern nicht ganz genau erkennen. Die Kaninchen sehen aber gut genährt aus.
Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 25.09.2013 um 17:48 Uhr
Übrigens ist das Myxomatosevirus in Australien absichtlich eingeschleppt worden, um die dortigen Kaninchenpopulationen einzudämmen. Die Tiere hatten damals auf der Insel wenig bis keine natürlichen Feinde, so dass sie sich stark vermehrt haben, ungestört.
Für unsere Kaninchen (Heimtiere) sollte man unbedingt an die jährliche Impfung denken.
Uli Kraft
2.185
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 25.09.2013 um 20:26 Uhr
Zufälle gibt es, man glaubt es kaum...
Zuerst verschwindet eine 9-köpfige Schwanenfamilie über Nacht vom Schwanenteich und wird tags darauf an der Lahn wieder aufgefunden und nun bricht auch noch kurz vor Fertigstellung der Anlagen in der Wieseckaue rund um den 'Neuen Teich' die Myxomatose aus - wenn sich dies bestätigen sollte, wäre es schon ein merkwürdiger Zufall.
Bricht diese Seuche nicht eher im Frühjahr aus?
Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 26.09.2013 um 15:32 Uhr
Hallo,
Myxo gibt es nicht erst seit letztens, sondern schon lange, auch in diesem Gebiet schon lange. Die Sterblichkeitsrate der Populationen bewegt sich quasi in Wellenbewegungen: Die eine Population stirbt fast zu 100%, die nächste Generation aber hat eine gewisse Immunität gegen die Myxo. Die flacht sich in der nächsten oder übernächsten Generation wieder ab, so dass wieder fast eine ganze Generation dahingerafft wird.
Ich bin mir aber ganz sicher: Mit der LGS hat das alles nichts zu tun :-)
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 26.09.2013 um 17:25 Uhr
Danke Frau Felde,
ich habe auch den Eindruck, dass Bild Nr 2 am ehesten nach einem Myxomatosefall aussieht. Mal sehen, wie sich die Population entwickelt.
Fellwechsel, Parasiten und das Aneinandergeraten sind natürlich Faktoren, die ein gerupftes Kaninchen erklären.
Ich bin neugierig wie so ein Aneinandergeraten aussieht. Kenne ja schließlich den Anblick von boxenden Feldhasen. Ob es so ähnlich aussieht?
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 26.09.2013 um 17:42 Uhr
Herr Kraft,
der Gedanke ist mir auch schon gekommen.
Schließlich wurde ja die Myxomatose wie auch Frau Felde bestätigt hat schon absichtlich in Australien zur Kaninchenkontrolle eingeführt.
Auch habe ich in Schottland davon gehört, dass Myxomatose immer wieder absichtlich verbreitet wird um Bestände klein zu halten.
Nun gut, Frau Felde hat auf diesem Gebiet ja mehr Erfahrung als ich und meint es sei nicht allzu ungewöhnlich, dass sie nun hier grassiert.
Ist trotzdem interessant das Ganze weiter zu beobachten.
Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 26.09.2013 um 19:24 Uhr
Ja, ich freue mich auf neue Bilder. Hoffentlich sehen die besser aus als Bild 2.
So wie boxende Feldhasen sehen Wildkaninchen eher nicht aus. Sie laufen ja auch auf der Flucht viel durch Sträucher und das Unterholz. Auch damit könnten sie mal aneinandergeraten.
Uli Kraft
2.185
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 26.09.2013 um 19:59 Uhr
Ich habe mich heute auch noch einmal vor Ort umgesehen und habe eine Anzahl von ca. 30 Kaninchen mit dem Spektiv in Augenschein nehmen können.
Ca. 60 bis 70 Prozent der Tiere, die mir vor die Linse kamen, zeigten vergleichbare Spuren - wie sie oben schon beschrieben wurden. Ich hatte leider keinen Foto-Apparat, um geeignete Aufnahmen zu machen.
@ Frau Felde: richtig - die Myxomatose hat sich in der Vergangenheit schon immer in entsprechenden Abständen in diesem Gebiet verbreitet. Allerdings scheint mir diese plötzliche Verbreitung - auch gerade jetzt - schon auffällig.
@ Frau Back: gut, dass wir Sie haben, die das Ganze meint als Verschwörungs-Theorie abstempeln zu müssen.
Wie wäre es denn dann mal mit belastbaren Gegenargumenten?
Denn die Spuren, die die Tiere aufweisen, deuten nicht (wie Frau Felde anfangs mutmaßte) auf einen natürlichen Fellwechsel hin.
Oder wollen sie etwa behaupten, dass dieser mit verquollenen und eitrigen Augen-Partien einhergeht???
Und dass diese Situation manchen nicht ungelegen kommt, werden sie wohl auch nicht leugnen können!
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 28.09.2013 um 15:53 Uhr
Wobei die Tatsache, dass Myxomatose immer mal wieder in dieser Region auftaucht natürlich kein Gegenbeweis dafür ist, dass man sie diesmal beabsichtigt angesiedelt hat. Wie schon gesagt, in den schottischen Highlands gibt es immer mal wieder aufgrund von Myxomatose Zusammenbrüche der Kaninchenpopulation. Myxomatose ist also nichts ungewöhnliches in der Region, wobei mir viele bestätigt haben, dass sie auch immer mal wieder beabsichtigt angeschleppt wird. Warum sollte man sich auch zurücklehnen und hoffen, dass sie irgendwann ausbricht, wenn man da doch etwas nachhelfen kann?
Bei so einer prestigeträchtigen Veranstaltung wie der Landesgartenschau wird es 100% jemand geben, der die Funktion der Schädlingsbekämpfung einnehmen wird. Das wäre ja hoch nachlässig wenn nicht!
Und dann wird halt geregelt, welche Pestizide eingesetzt werden und wie man sich sonst um alles kümmert, was den Blümchen Schaden zu fügen könnte.
Bei Kaninchen stellt sich die Frage wird ein Zaun gebaut, der tief genug in der Erde verankert ist, so dass sie sich nicht unten durchgraben können (teuer), werden sie in ihren Bauen vergast, dann darf man aber auch kaum eines übersehen oder läßt man schnell eine Seuche grassieren.
Eigentlich die einfachste, günstigste und sicherste Variante.
Es wäre sicher keine große Verschwörung, sollte das Problem so gelöst werden, oder worden sein. Schließlich braucht man dafür ja keine große Zahl an Konspiratoren, sondern bloß ein Typ, der ein verseuchtes Kaninchen in der Region aussetzt, damit er sich nicht später annöhren lassen muss, dass wegen seiner Nachlässigkeit die Gartenschau zerfressen wurde.
Aber natürlich ist das alles spekulativ, doch wollte ich bloß davon abrücken, dass es eine höchst unwahrscheinliche Verschwörungstheorie sei.
Wir reden ja hier nicht von 9/11 oder der ersten Mondlandung.
Peter Baier
9.324
Peter Baier aus Gießen schrieb am 01.10.2013 um 21:06 Uhr
Ein weiterer unliebsame Gast dürfte der Maulwurf sein, würde doch nicht so schön aussehen wenn überall die kleinen Hügel auf der Wiese zu sehen wären.
Ich habe mir schon länger Gedanken darüber gemacht was mit den vielen Hasen geschehen wird.
Aber wie es jetzt aussieht löst sich das Problem jetzt ja von selbst.
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 02.10.2013 um 18:50 Uhr
Hass ist natürlich ein starkes Wort, aber es ist doch löblich, wenn Herr Kraft, aus Liebe zu Tier und Natur, die Landesgartenschau ablehnt.

Werde das nächste Mal nach Maulwürfen oder ex-Maulwürfe Ausschau halten.
Aber an Kaninchen, Maulwürfen, Teichhühnern usw sieht man doch, dass sich Natur und Gartenschau einfach beißen!
Uli Kraft
2.185
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 02.10.2013 um 20:29 Uhr
Herr Knaack, dies müssen sie Frau Back nachsehen, dieser Jargon ist nun mal ihrer 'Kinderstube' zuzurechnen.
Ich hatte heute Gelegenheit, mit einem Arbeiter (der für die Errichtung des 'Palmencafés' aus der Nähe von Zwickau angereist ist) zu sprechen. Dieser war entsetzt, was hier für ein herrliches gewachsenes Areal 'umgekrempelt' (Zitat) werde. Da er schon ein regelrechtes Gartenschau-Hopping absolviert habe, kenne er es aus eigenem Erleben bisher lediglich, dass solche Veranstaltungen vorzugsweise auf Brachflächen aus dem Boden gestampft wurden. Selbst in Hamburg bei der Int. Gartenschau sei er enttäuscht gewesen, dass auf dem dortigen Gelände fast ausnahmslos neu angepflanzte Bäume, die ihren Namen nicht verdienten, antraf. Deswegen konnte er nicht nachvollziehen, wo man die Wieseckaue noch aufwerten könne.
Aber dies nur als Randbemerkung und nun zurück zum obigen Beitrag.
Mein eigentliches Augenmerk galt heute eigentlich den Kaninchen. Wie mir schien, zeigen sich scheinbar schon erste Auswirkungen der sich verbreitenden Kaninchenseuche.
Es waren bedeutend weniger Kaninchen zu beobachten als sonst. Und dies ist sicher nicht auf das Wetter zurückzuführen, Frau Back.
Auch waren bei den gesichteten Individuen die gleichen Symptome zu erkennen, wie sie im Beitrag oben schon beschrieben wurden.
Herr Knaack, es gab in der Vergangenheit durchaus auch Beispiele, wo Gartenschauen sich noch auf Natur besonnen haben und teilw. sogar in enger Kooperation mit Naturschutzverbänden ausgeführt wurden. Aber dies ist leider Vergangenheit, denn heute steht der Kommerz im Vordergrund.
Peter Herold
25.495
Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.10.2013 um 19:08 Uhr
... nicht so überheblich zu Leuten zu sein... da kann ich ja nur ;-)))
Sie und nicht...
Von Hass kann doch wirklich keine Rede sein. Wenn jemand was für Natur empfindet, diese hier zum Ausdruck bringt, dann ist das kein Hass. Ist nur komisch, das fast 60 bis 70 %(geschätzt) ihrer Bemerkungen, es sind für mich keine Kommentare, ausschließlich dem Thema LaGa-Show gelten. Bisschen einseitig Ihr Horizont könnte man fast glauben.
So und jetzt können Sie mich wieder wie üblich beschimpfen, bei der Redaktion melden oder auch was sonst noch alles kommt.
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 04.10.2013 um 18:37 Uhr
Oh je, jetzt streitet doch nicht wie die Kesselflicker!
An dieser Stelle möchte ich auf die Textzeilen der Band "War" verweisen:
"Why Can't We Be Friends?"

http://www.youtube.com/watch?v=XRGd0gD0QNE
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 04.10.2013 um 20:41 Uhr
Herr Kraft, ihre Anekdote über den Arbeiter spricht mir aus der Seele.
Das ist ja die offensichtliche Frage, die im Raum hängt, warum um Himmels Willen musste man die LaGa-Schau direkt bei einer schönen Aue platzieren?! Natürlich wäre die einzig vernünftige Lösung diese Schau auf irgendeiner Brachfläche anzulegen.
So wie es zB beim Olympiapark London 2012 gemacht wurde.
Das gesamte Gelände entstand auf einer vermüllten Industriebrache und im Zuge der Olympiagestaltung gab es große Renaturierungsmaßnahmen, so dass der Fluss Lea nicht länger ein dreckiger Kanal war, sondern teilweise seinen alten Lauf zurückbekam, Naturwiesen sind angelegt worden und sogar Otter sind zurück in dieser Region!
Da wurde noch etwas Wundervolles, etwas Nachhaltiges geschaffen, während hier einfach nur ohne Sinn und Verstand zerstört wird.

Was ich da über die Kaninchen höre, gefällt mir ja gar nicht.
Traurig!
2.033
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 05.10.2013 um 14:08 Uhr
Die einzige Brache, die in Frage gekommen wäre, wäre das Bänningergeländegewesen. Aber welche Kommune kann es sich
heutzutage leisten, auf die kommerzielle Nutzung eines solchen
Geländes zu verzichten?
In den Anfangszeiten der Landesgartenschauen gab es noch genug echte Brachen, die man nutzen konnte, und vielleicht auch einen echten Nutzen für die austragenden Kommunen.
Das ist heute nicht mehr der Fall, und deshalb muß man auch das
bisherige Gartenschaukonzept als obsolet bezeichnen.
Peter Herold
25.495
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.10.2013 um 15:38 Uhr
Unnötig, denn keiner braucht die Show, allenfalls die, die damit ihre Geschäfte machen. Aber eventuell entstehen dadurch bei der Stad ein paar Arbeitsplätze, denn der Park muss nach der Show gepflegt und in Schuss gehalten werden.
2.033
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 05.10.2013 um 15:55 Uhr
Es wird wohl so laufen, dass man sich auf das Engagement von
Ehrenamtlichen verlassen. Sehr viel wird ohnehin nach der Schau
zurückgebaut werden - siehe Bad Nauheim.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Alex Knaack

von:  Alex Knaack

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