Bürgerreporter berichten aus: Linden | Überall | Ort wählen...

Steinbrück sprengt Marburger Kino!

von Alex Knaackam 21.09.20131752 mal gelesen33 Kommentare
Linden | Am 20.09.2013 um 14:15 kam Peer Steinbrück nach Marburg, um das Cineplex-Kino zu sprengen. So ähnlich fühlte es sich an, als der Besucherandrang immer größer und größer und die Schlange länger und länger wurde. „Wie sollen die nur alle reinpassen?“ Dachte ich mir, wissend, dass extra der größte Kinosaal für diese Veranstaltung ausgesucht wurde. Und ich sollte recht behalten. Nachdem es sich vor der ersten Reihe viele im Schneidersitz wie die Hippies gemütlich gemacht haben und hinter der letzten Reihe alle stramm standen, wurde ein zweiter Saal aufgemacht. Die Veranstaltung sollte dann dort übertragen werden. Ich hatte Glück und war im richtigen Saal.
Nun kam ein sichtlich gut gelaunter Peer hinein und die Menge tobte.
Er erklärte, dass bei den meisten Wahlkampfveranstaltungen ein meist auswendig gelernter Text aufgesagt wird und danach die Kandidaten wieder verschwinden. Doch das sei eben eher langweilig, also würde er lieber Fragen beantworten. Dies tat er dann auch.
Die meisten Fragen drehten sich um soziale Themen wie Rente, prekäre Beschäftigung und Rente. Da konnte Peer ausholen.
Er erinnerte daran wer
Mehr über...
denn dafür aufkäme, so dass Menschen aufstocken könnten oder müssten, wenn sie denn überleben möchten. „Sie alle – die Steuerzahler!“ Und zeigte dabei in`s dunkle Publikum! Auch würde die Kaufkraft gestärkt werden, gebe es bessere Einkommen und die Leute könnten selber in die Rentenkasse einzahlen.
Ein Mindestlohn mache wirtschaftlich Sinn.
Auf Seehofers PKW-Maut ging er auch noch ein und erklärte, dass es europarechtlich gar nicht möglich sei, dass nur Ausländer diese Maut bezahlen sollten. Das heißt alle müssten zur Kasse gebeten werden und um ein Ausgleich zu schaffen, werde dann die Kfz-Steuer heruntergefahren. – Gut für große Autos mit viel Hubraum, nicht so gut für kleine und Mittelklassewagen. Um diesen Mißstand zu verdeutlichen, fragte Peer jemand im Publikum, was er denn für ein Auto besäße, nicht berücksichtigend, dass er sich gerade in der Studentenstadt Marburg befand und bekam die Antwort „Fahrrad“.
Nach etwas Suchen wurde er dann doch noch fündig und konnte schön vorrechnen wie jemand mit einem kleinen Fiat nun mehr als zuvor bezahlen dürfe, während jemand mit einem Mercedes Schlachtschiff nun billiger davon kommen würde.
Dann ließ sich der Kanzlerkandidat noch auf die neuen Lebensentwürfe unserer Gesellschaft ein, welche die Politik doch anerkennen müsse. Schließlich lebe man nicht mehr in den 50er Jahren, in Zeiten von Salzstangen und Gummibäumen.
Daraufhin wandte er sich zur Presse und betonte nochmal, dass er aber natürlich nichts gegen Gummibaumbesitzer habe. Nicht, dass es am darauffolgenden Tag nochmal eine Schlagzeile gibt.
Bei der Rente erinnerte er daran, dass die CDU keinerlei Konzept habe und dass von der Leyens Lebensleistungsrente doch nur ein Plakat sei, nur ein leerer Titel ohne Ausarbeitung. Zwei Tage habe Merkel noch Zeit, um ihr Rentenkonzept zu präsentieren!
Dabei vergaß er natürlich nicht zu erwähnen, dass Merkel am liebsten im Kreisverkehr unterwegs sei. Sie sei eine Verwalterin und keine Gestalterin.
Am Ende klatschten alle brav und Peer konnte zu seinem nächsten Termin weiterfahren.

 
 
 
 

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Die Rentenlotterie
Wieder einmal kam dieser Tage ein Vorschlag zur Erhöhung des...
Lohn der Arbeit: Katholische Soziallehre trifft Wirklichkeit -Verschiedene Perspektiven zum Thema Arbeit-
Herzliche Einladung zur Veranstaltung (Impulsvortrag und...
Mindestlohn erhöhen - Missbrauch verhindern
Der gesetzliche Mindestlohn soll laut Bundesregierung einen...
Trotz verletztem Fuß lies sich Fraktions- und Landesvorsitzender der SPD Thorsten Schäfer-Gümbel (Mitte) von Geschäftsführer Uwe Kötter (erster v.l.) durch den Betrieb führen.
Thorsten Schäfer-Gümbel besichtigt Hungener Baustoffhändler
Der aufstrebende Baustoffhändler Mühl heißt alle Neugierigen und...
Rückblick Sommerfest der SPD Lahnau
Beim traditionellen Sommerfest der SPD Lahnau haben wir, bei...
vlnr: Manuel Groh, Bürgermeisterkandidat Ulf Perkitny, Michael Böcher
SPD-Lahnau benennt Bürgermeisterkandidaten
In der Mitgliederversammlung am 13.10.16 wurde Ulf Perkitny aus...
Kunterbuntes für Weihnachten: Kleidung und Spielwaren
Am Sonntag, den 13.11.2016 findet ab 13:00 Uhr wieder der...

Kommentare zum Beitrag

Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 23.09.2013 um 20:29 Uhr
Ich stehe noch immer unter Schock! Klar, Merkel hat auf Kosten der FDP abgeräumt, dennoch ist es für mich unbegreiflich, dass nicht mehr Menschen für Peer abgestimmt haben. Ich schätze die 3 Punkte der alten Wahlkampftaktik haben bei Merkel voll gezogen:
1. Leute nicht mit Wahlprogrammen überfordern.
2. sich mit einer nebulösen Eigenschaft in Verbindung bringen (Merkel=Beständigkeit)
3. Immer mal wieder gegen Steuererhöhungen schießen. Dabei braucht man natürlich nicht bei den Fakten zu bleiben.
So haben schon Berlusconi (steht für wirtschaftlichen Erfolg) und
W Bush (steht für Sicherheit gegen Terror) gewonnen.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.09.2013 um 23:11 Uhr
Ach Gottchen, der arme Peer hat nicht mehr Stimmen gekriegt. Na vielleicht ist das Wahlvolk doch nicht so vergesslich, da helfen auch keine Worthülsen von sozialer Gerechtigkeit usw., die Menschen wissen sehr genau wem sie die Agenda 2010 und die verheerenden Folgen zu verdanken haben.
Und die CDU und "Mutti"? Bei so vielen Fettnäpfchen in die die SPD, die GRÜNEN und die FDP getreten sind, da genügte "ein Lächeln" und "Deutschland geht`s gut". Wen wundert`s da, dass wieder fast 30 Prozent der Wahlberechtigten gleich zu Hause geblieben sind.....
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 24.09.2013 um 00:02 Uhr
Herr Walther, die Arbeitslosenzahlen waren, wegen einem völlig starren verkrusteten Arbeitsmarkt, den Kohl hinterlassen hatte, in die Höhe geschnellt und somit waren auch die Sozialkosten nicht mehr zu tragen. Die Agenda 2010 war richtig und wichtig! Heute ist Deutschland das Zugpferd Europas, vor 10 Jahren nicht vorzustellen. Nun gab es einige Fehleinschätzungen und daher muss nachjustiert werden. Steinbrück hat an den damaligen Reformen mitgearbeitet und daher hat er auch gut im Blick wo nachjustiert werden muss. Das Feld der prekären Beschäftigung ist zu groß, also wird es korrigiert. Immerhin verstehen diese SPDler, dass man bei einer sozialen Marktwirtschaft immer wieder nachdrehen muss, im Gegensatz zu Merkel und Kohl, die immer wieder einen riesigen Reformstau verursachen.
Ich wünsche mir Steinbrück als Kanzler, weil er ein Pragmatiker ist, der das Soziale mit dem Wirtschaftlichen verbindet und nicht weil er ein Ideologe ist, der den sozialistischen Traum ausruft, dafür haben wir schon den Gysi.
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 24.09.2013 um 00:18 Uhr
Karina, dass die FDP rausgepurzelt ist hat mich schon kurz schmunzeln lassen, aber dennoch habe ich mir so viel mehr von der Wahl versprochen.
Ja, es wird schon an dem europapolitischen Umfeld gelegen haben, dass sich so viele "Mutti" gewünscht haben. Sie führt uns durch die Krise, uns geht es besser als den anderen und sie strahlt Ruhe aus. Und das reicht dann wohl schon.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 24.09.2013 um 23:32 Uhr
Die Sozialdemokraten wollen angeblich ( wieder mal ) den Kapitalismus human(er) gestalten, das ist die ihnen vom Kapital zugewiesene Rolle. Jetzt sitzt die SPD ganz schön in der Klemme, geht sie wiederum eine große Koalition ein dann wird sie ggf. bei der nächsten Wahl noch weiter an Bedeutung verlieren als nach der letzten großen Koalition. Macht sie es nicht dann heißt es "Die wollen keine Verantwortung übernehmen"... Pragmatiker halt ohne Prinzipien, auch nur Steigbügelhalter der Großkapitals.
Gysi und der sozialistische Traum? Also jetzt wird`s witzig, so wie der Gysi sich der SPD anbiedert, das mag ja viel sein, aber mit einem "sozialistischen Träumer" hat das nichts zu tun. Richtige Tagesforderungen wie z.B. "Weg mit Harz IV" oder "30 Std.-Woche bei vollem Lohnausgleich" usw., aber von einem Ziel "Sozialismus" ist bei Gysi nichts zu hören. Im Gegenteil, hier werden Illusionen von einem "sozialen und gerechten Europa" verbreitet ohne auch nur die Frage des Gesellschaftssystems zu stellen.....
Übrigens Herr Knaack, das Soziale mit dem Wirtschaftlichen verbinden, das ist bewusste Täuschung, es gibt keine gemeinsamen Interessen von Wirtschaft und Beschäftigten, von Kapital und Arbeit, ausser dass der eine seine Arbeitskraft verkaufen muss und der andere seinen Profit daraus schlägt, das ist alles was von den "Verbindungen" übrigbleibt.
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 25.09.2013 um 13:40 Uhr
Die SPD ist also Steigbügelhalter des Großkapitals. Aha. Wollen sie also dem sogenannten Kapital (was das auch immer sein mag) den Krieg erklären? Soll es bedeuten, dass kein Geld mehr erwirtschaftet werden soll? Oder sollen Interessen von Arbeitgebern nicht länger vertreten werden? Wenn sie sich das wirklich wünschen, dann viel Spaß bei dieser verflechteten Weld, sich gegen das "Kapital" zu stemmen! Sie würden einen Aderlass der Wirtschaft sondergleichen erleben. Warum sollte eine Firma denn dann noch bitte in Deutschland investieren oder gar bleiben?
Dann werden sie es aber auf einmal schwer haben ihre sozialen Geschenke zu verteilen!
Das Soziale mit dem Wirtschaftlichen verbinden heißt doch einfach nur, dass man darauf schaut wie denn soziale Projekte finanziert werden. Und wenn man clever gestaltet, dann wird man in der Zukunft sogar mehr Kapital zur Verfügung haben, um das Soziale zu fördern!
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 25.09.2013 um 18:23 Uhr
Seien Sie mir jetzt nicht böse Herr Knaack, aber dass SPD-Mitglieder heutzutage noch nicht mal mehr wissen was das Kapital ist, das konnte ich nun wirklich nicht ahnen!
Wenn man sich damit beschäftigt, fragen Sie doch einfach mal nach, die Jusos dürften auch heute noch zumindest schon mal etwas davon gehört haben, dann wird man logischer Weise auch die Grenzen des derzeitigen Gesellschaftssystems sehen und überdenken. Ja, dieser Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit ist im Kapitalismus ( dieser Begriff dürfte Ihnen aber doch was sagen, den nehmen sogar mittlerweile selbst FDP und CDU Mitglieder fast täglich in den Mund ) nicht lösbar und wenn die SPD noch so sehr versuchen will "den Arzt am Krankenbett" zu spielen, immer mehr Menschen erkennen, dass das vertane Liebesmüh ist.

Die "soziale Frage" stellen, das heisst eben nicht nur wie soziale Projekte ( sozusagen als Almosen ) finanziert werden, die soziale Frage stellen, das heisst immer "die Eigentumsfrage stellen", das ist der eigentliche Kern.
Michael Beltz
6.515
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 26.09.2013 um 09:59 Uhr
SPD und ihr Kanzlerkandidat. Der gute Peer hat alles mitgemacht, von Agenda 2010 bis hin zur deutschen Kriegsführung. Und jetzt wollte er das Gegenteil - so war seine Behauptung. Für mich gibt es zwei Fragen:
1. Ich habe Vertreter der CDU gefragt, ob sie den Herrn Steinbrück dafür gut bezahlt haben, dass er Wahlkampf für die CDU macht
2. Wollte die SPD die Wahl überhaupt gewinnen oder spielte (zumindest bei einigen Schlauen) der Gedanke eine Rolle, - demnächst wird die Krise auch Deutschland stärker erschüttern und da lassen wir die CDU mal ran???

Die Parteien CDU/SPD/GRÜNE/fdp sind nun mal Kriegsparteien und vertreten somit die Interessen des Kapitals. Kriegseinsätze bringen Rohstoffe, strategische Vorteile; dazu kommen Waffenexporte; keine der genannten Parteien will derartiges verhindern.

Ob allerdings nur die Jusos wissen, was Kapitalismus ist bezweifle ich, Stefan. Schon in bürgerlichen Medien wird vom Kapitalismus gesprochen. Manche wollen Turbokapitalismus andere wollen ihn bändigen, dann gibt es noch den rheinischen K. Einig sind sich alle darin, die Profite zu steigern und die Sozialleistungen zu kürzen.
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 26.09.2013 um 18:22 Uhr
Herr Walther, ich glaube sie wissen nicht was das Kapital ist. Schließlich ist das ja ein Begriff der mehrfach belegt ist, daher finde ich es interessant, dass sie mit Begrifflichkeiten um sich schlagen, die sie nicht genauer definieren. Daher auch mein kleiner Einwand "(was das auch immer sein mag)". Hätte auch schreiben können, um deutlicher zu werden: "was auch immer sie darunter verstehen!"
Es gibt zB das Kapital im Sinne von monetärer Betriebswirtschaft.
Da bedeutet es Geldmittel, Forderungen oder sonstige Vermögensgegenstände, die in ein Unternehmen eingebracht werden.
Mit dieser Begrifflichkeit könnte man ihren Einwurf :"das ist die ihnen vom Kapital zugewiesene Rolle" so verstehen, dass schlicht Geldflüsse Rollen und Aufgaben verteilen, quasi die Politik ist käuflich.
Weiterhin gibt es noch das Werk "das Kapital" von Karl Marx, der wiederum einige Thesen unter dieser Überschrift zusammenbringt.
So heißt es, dass ein Überschuss an Geld für Neuinvestitionen zurückgehalten wird, mit dem Ziel noch mehr Geld zu machen und dass so das Privateigentum von einer gewissen Klasse, unter dem Ausschluss der Lohnarbeiter, erzielt wird. Es geht also auch um Besitzfragen.
In dem Zusammenhang könnte ihr Einwand sich um die Klasse der vermögenden Besitzer drehen, die der Politik ihre Rolle zuweist. Da hätte ihr Einwurf eher was mt Gruppen und dem Ausschluss der restlichen Gesellschaft zu tun.
Habe noch gar nicht vom Kapital in der Soziologie gesprochen.
Es ist halt nur so, dass je ideologischer Menschen werden, desto eher reduzieren sie ihre Argumente auf Worthülsen, die man als Kampfbegriff der guten Sache verwenden kann.
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 26.09.2013 um 18:36 Uhr
Herr Beltz, noch kurz zu ihrer Anmerkung:
"Die Parteien CDU/SPD/GRÜNE/fdp sind nun mal Kriegsparteien und vertreten somit die Interessen des Kapitals. Kriegseinsätze bringen Rohstoffe, strategische Vorteile;"
Ja ist das so? Trauern sie der Tatsache nach, dass Milosevic nicht seine ethnische Säuberung beenden konnte?
Welche Rohstoffe gibt es denn bitte im Kosovo abzustauben?
Da müssen sie jetzt aber ganz tief in ihre Verschwörungstrickkiste greifen, um das zu beantworten.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.09.2013 um 19:37 Uhr
Schon wieder Polemik Herr Knaack? Es wird langweilig. Sie verweisen zurecht auf Marx, natürlich geht es nur darum.
Worthülsen? Theoretisches, ideologisches Gelabere? Nichts ist mehr an der Praxis orientiert als die Analysen zur Entstehung des Kapitals, seiner Herrschaft in der bürgerlichen Gesellschaft und die Möglichkeit und geschichtliche Notwendigkeit diese zu überwinden.
Theorie ohne Praxis ist wertlos, Praxis ohne Theorie ist blind.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.09.2013 um 21:40 Uhr
Klasse Kommentar Frau Schuster!
Also mit "Yogi-Tee" und "Hash-Pipe" hatten und haben Systemkritiker noch nie was am Hut, Sie scheinen hier irgendetwas zu verwechseln...
Ja, Debatten über Grundsätzliches und praktische Tätigkeit vor allem unter der Arbeiterschaft, z.B. in Gewerkschaften, das ist schon "lästig", dann doch lieber über Koalitionen und wie man an die Fleischtöpfe der Macht kommt sich den Kopf zerbrechen...
Was ist zielführend? Das wäre sicher - ne ernsthafte - Diskussion wert, kann ich leider nicht erkennen, so ein wenig ironisch sein, das macht doch viel mehr Spaß! Uiuiui :-))
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 28.09.2013 um 16:06 Uhr
Im Kolonialismus des Kapitals ist die Unfreiheit des Proletariats systemimmanent! - REVOLUTION!!!!!!!
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 29.09.2013 um 10:11 Uhr
Wow, "was bin ich doch für ein lustiges Kerlchen" :-))
Peter Herold
24.462
Peter Herold aus Gießen schrieb am 29.09.2013 um 23:26 Uhr
Hallo Stefan. Trag es mit Fassung, es hilft nichts. Gegen die Merkel und die Menschen die sie gewählt haben ist kein Kraut gewachsen, noch nicht. Aber ganz leise höre ich da was von Steuererhöhungen. Das wäre dann der Betrug am Wahlvolk.
Nicht die CDU/CSU hat gewonnen, wir alle haben diesmal viel verloren
Nina Back
3.049
Nina Back aus Gießen schrieb am 30.09.2013 um 01:13 Uhr
Und noch mehr mit Fassung die Blauwähler tragen, die scheuklappenmäßig und besserwisserisch so tun, als wären alle anderen die Blöden und meist nicht mal eine Ahnung haben, was sie uns da fast eingebrockt hätten.
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 02.10.2013 um 18:42 Uhr
Herr Walthers Zorn richtet sich ja nicht gegen Merkel-Wähler, sondern gegen das Kapital im Sinne von Marx. Das heißt egal, ob man nun SPD, Grüne, CDU, FDP, AfD oder sogar die Linke gewählt hat, man gehört für ihn zu jenen, die es einfach nicht geschnallt haben!
Peter Herold
24.462
Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.10.2013 um 21:15 Uhr
Was uns die Mehrheit der Deutschwähler eingebrockt haben, das haben wir doch diese Woche schon gehört. Zuerst keine Steuererhöhung und nun dann doch, eventuell, sicher nicht. Ja was denn nun? Eine Kristallkugel muss her;-))
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.10.2013 um 23:24 Uhr
"In`s Undemokratische abdriften"? Was heisst Demokratie Frau Schuster? = Volksherrschaft, oder sehen Sie das anders? Nur nebenbei, ich habe auch gewählt, also muss es sich ja um eine zugelassene Partei gehandelt haben :-)
Noch ne Frage: was sind - für Sie - "die Interessen der Gesellschaft"? Gibt es da gemeinsame Interessen der verschiedenen gesellschaftlichen Schichten? Falls ja, welche sollten das dann konkret sein? Wie gesagt, immer gern wenn es um eine ernsthafte inhaltliche Diskussion und sachlichen Meinungsaustausch geht, hier wäre ein Ansatz möglich...
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 03.10.2013 um 20:26 Uhr
Schön dass Sie antworten Frau Schuster, ich übergehe jetzt mal den kleinen Seitenhieb "Randspektrum", sonst läuft`s wieder auf eine unsachliche Ebene, und das ist nicht das was ich persönlich von kontroversen Diskussionen erwarte...
Eine "ultra-christliche-Hardcore-Schiene"? Nein, sicher nicht, ich denke auch nicht, dass ich mich bisher so missverständlich ausgedrückt habe? Also mit Religion habe ich nix am Hut, ich denke auch nicht, dass ich naiv bin, Utopisten gehören auch nicht zu denen, für die ich Sympathie empfinde.
Ich versuche mich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Untersuchungen zu beschäftigen, in erster Linie mit den Erkenntnissen aus der Analyse der Geschichte und der Naturwissenschaft.
Da sind wir uns einig = die Gesellschaft besteht aus verschiedenen Klassen - oder wie Sie es ausdrücken "keine homogene Masse".
Nun, da herrscht die eine Klasse über alle anderen, das war im Feudalismus so, und das ist im Kapitalismus heutzutage auch so. Es ist also keineswegs "utopisch" wenn man versucht ( die Bürgerlichen haben es auch getan, sonst wäre der Feudalismus nie überwunden worden ) sich dieser Klassenherrschaft bewusst zu werden und diese zu hinterfragen. ( das tun übrigens sehr viele, nicht nur "Randgruppen", ich denke die Beispiele sind bekannt :-)) Hinterfragen in dem Sinne "Ist es gerecht, dass eine verschwindend kleine Minderheit über die Mehrheit herrscht?" Auch innerhalb der gesellschaftlichen Klassen gibt es sicherlich ( ausser der Herrschenden ) gemeinsame Interessen, deshalb verbinden sich oft Menschen unterschiedlicher Schichten in Bürgerinitiativen, oder auch in der Friedens- oder in der Umweltbewegung usw.
Das Entscheidende - für mich - ist, dass die Menschen erkennen, dass es keine gemeinsamen Interessen mit der herrschenden Klasse geben kann, denn sie lebt auf Kosten der restlichen Gesellschaft. Utopie wäre, zu denken, dass man lediglich an die Vernunft oder Einsicht appellieren bräuchte und dann würde es z.B. "friedlicher" oder auch "umweltfreundlicher" zugehen, das wäre dann tatsächlich ziemlich naiv und utopisch....
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 04.10.2013 um 18:08 Uhr
Herr Walther, ich stimme Ihnen zu, dass Geld und Macht nicht fair verteilt sind und dass somit zu Wenige zu viel Macht über zu Viele haben.
Gerade bei Banken sehe ich da ein Problem, wenn sie erst mal als systemrelevant eingestuft werden.
Doch frage ich mich welche Lösung Sie vorschlagen. Es müsste ja eine internationale Lösung geben, da es bei Limitierung der Rechte von Wohlhabenden und somit potentiellen Investoren, es zu einer Kapitalflucht kommen würde.
Ich sehe schon, dass wir uns langsam in die richtige Richtung bewegen, schließlich leben wir ja nicht einfach im Kapitalismus, sondern in einer sozialen Marktwirtschaft, dh nicht der Markt alleine regelt alles, sondern der Staat greift helfend ein. Wir haben Arbeitnehmerrechte, es gibt Umweltauflagen, es gibt ein soziales Netz ...
Ist unsere Gesellschaft noch verbesserungswürdig? - Na klar!
Daher war ich ja auch für einen Machtwechsel. Das mag ihnen nicht alles schnell genug gehen, doch lieber näher ich mich schrittweise, auch wenn es Rückschläge gibt, einem Ziel, statt Wirtschaft und Gesellschaft mit Heilsversprechen umzukremplen - das hat einfach noch nie funktioniert und hat bisher immer schreckliche Konsequenzen verursacht.
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 04.10.2013 um 18:14 Uhr
Herr Herold, schon lustig oder traurig, dass Herr Schäuble, nachdem die CDU einen ganzen Wahlkampf gegen das Schreckgespenst der rot-rot-grünen Steuererhöhung geführt hat, dann so kurz nach der Wahl einräumte, dass man über Steuererhöhungen sprechen müsse.
Jetzt rudert die CDU stark zurück, weil die Medien auf das Thema angesprungen sind.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.10.2013 um 09:03 Uhr
Okay Herr Knaack, auf sachliche Kommentare gehe ich natürlich gerne ein:
- ja, den Kapitalismus der freien Konkurrenz und freien Marktwirtschaft, den gibt es so heute nicht mehr, wir leben schon lange im Zeitalter des Imperialismus. Das - internationale - Finanzkapital übt heute die Herrschaft aus
- nun, was ist die Rolle des Staates / der Staaten? Dies ist eine entscheidende Frage, da scheiden sich auch unter Linken - und denen, die sich links nennen - oft die Geister. Für Menschen, die eine marxistische Weltanschauung haben ist die Sache klar = der Staat ist nichts Neutrales, nichts über den Klassen Schwebendes....., der Staat hat die Aufgabe die derzeit herrschenden ökonomischen Verhältnisse aufrecht zu erhalten, er ist der Staat der jeweils herrschenden Klasse ( nicht nur im Kapitalismus ), also heute "der Staat des Kapitals". Wer von "sozialer Marktwirtschaft" oder von "Bändigung des Raubtierkapitalismus oder ähnliches" redet, der verwässert nur die gesellschaftlichen Verhältnisse. Als dieser Begriff "soziale Marktwirtschaft" erfunden wurde, da war es nicht nur die KPD, sondern auch große Teile der Gewerkschaften, die diesen Begriff ablehnten, da er die tatsächlichen gesellschaftlichen Verhältnisse nicht wieder gab sondern lediglich beschönigte. Was das so genannte "soziale Netz" betrifft, diese Errungenschaften wurden meist von der Arbeiterschaft erkämpft, viele dieser sozialen Verbesserungen jedoch in Krisenzeiten ( auch gerade von SPD-Regierungen ) wieder zurück genommen
- alle diese Reformen ändern rein gar nichts am gesellschaftlichen System, an der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Oder anders ausgedrückt, so lange der Arbeiter Lohnarbeiter ist, so lange ist er nicht frei
- eine "neue" Regierung in einem bestehenden gesellschaftlichen System ( z.B. im Kapitalismus ) ändert auch nichts an den jeweiligen Machtverhältnissen. Ob nun CDU/CSU/FDP oder Große Koalition, oder Rot/Grün oder Rot/Rot/Grün..., sie alle haben bisher und würden auch zukünftig keinerlei Veränderungen bezüglich der Machtverhältnisse herbeiführen, sie alle bewegen sich innerhalb des kapitalistischen Systems.
- nicht schnell genug? = da täuschen Sie sich Herr Knaack. Wenn man in geschichtlichen Epochen denkt, und das muss man, dann sind einige Jahrzehnte oder gar ein bis zwei Jahrhunderte nichts. Das hat auch nichts mit "Heilversprechen" zu tun. Bisher wurde jedes morsche und überholte Gesellschaftssystem durch ein neues fortschrittlicheres ersetzt, warum also sollte ausgerechnet der Kapitalismus das Ende der Geschichte sein? Das geht sicher nicht von heute auf morgen, aber dazu bedarf es eines Bruchs mit der alten Gesellschaft ( das war auch schon immer so ), dazu gehört viel Klein- und Überzeugungsarbeit.... und vor allem, dazu müssen die Massen bereit sein, ohne oder gar gegen sie wird keine Veränderung möglich sein ( so weit zur Frage "welche Lösung schlagen Sie vor" )
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 06.10.2013 um 14:55 Uhr
OK, erst mal Danke für ihre lange Ausführung.
Mag sein, dass die Herrschaftverhältnisse nicht für immer erhalten bleiben und eine gerechtere Verteilung würde auch ich begrüßen.
Doch wie sieht dann das neue Gesellschaftsmodell aus?
Und wenn der Wandel nicht von heute auf morgen geht, gibt es dann eine Übergangszeit, in der ein vormarxistisches Modell gelebt wird?
Wird denn das Ganze funktionieren?
Das Problem ist, dass wenn der Staat versucht die herrschende Klasse zu erstzen, sich dann selber zur herrschenden Klasse macht.
Leute, die versuchen Machtverhältnisse umzuordnen sind ja leider auch nur Menschen und die versuchen dann am Ende vom Tag dann doch ihre persönlichen Vorteile durchzudrücken.
George Orwells Animal Farm drückt es da ganz gut aus:
„Alle Tiere sind gleich,
Aber manche sind gleicher.“
Mein Problem habe ich eher mit der Funktionalität, aber vielen ihrer Kritikpunkte kann ich beipflichten.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 06.10.2013 um 16:54 Uhr
Wichtige und richtige Fragen Herr Knaack! Leider sind nicht viele bereit sich diesen Fragen zu stellen.
- Entweder wird behauptet "das klappt nie, seht euch doch an was aus den Versuchen geworden ist" ( das Gute daran ist, dass man mit Menschen, die solch eine Einstellung haben noch relativ gut diskutieren kann, oft sind es nur fehlende Informationen, die zu solchen Aussagen führen )
- Oder, und da reagiere ich leicht allergisch, sie lassen keinerlei Kritik zu an den ehemals sozialistischen Staaten und deren Niedergang ( weit vor dem Jahre 1989! ), voller Nostalgie wünschen sie sich ihre DDR zurück... und merken noch nicht mal dabei, dass sie damit die Menschen abschrecken für etwas Neues einzutreten
( Soweit das/mein "Wort zum Sonntag" :-))

Ich versuche wie immer auf alles einzugehen, aber weder ich noch Sie noch sonst jemand hat die Weisheit mit Löffeln gefressen, also aus meiner Sicht:
1. das neue Gesellschaftssystem, das auf den Kapitalismus folgt, das kann nur der Sozialismus sein, alles andere ist Träumerei. Es gibt keinen Zwischenschritt. Gesellschaftliche Produktion und private Aneignung stehen heute in solch einem Widerspruch, dass diese Fessel der Weiterentwicklung gesprengt werden muss bevor es zu spät ist. Die drohende Klimakatastrophe aufgrund kapitalistischer Produktionsweise ist kaum noch aufzuhalten...
2. nicht von heute auf morgen, das bedeutet lediglich, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen = allgemein ausgedrückt sehen das Marxisten so: die alte Herrscherklasse kann nicht mehr mit den bisherigen Mitteln - auf die alte Weise - herrschen und die Unterdrückten wollen nicht mehr beherrscht werden. Und von beidem sind wir heute noch sehr weit weg, das Mittel des Betrugs funktioniert zwar immer weniger, aber viele Menschen denken immer noch, dass der Kapitalismus reformierbar sei.
3. "Wird das Ganze funktionieren", dies ist für mich persönlich die wichtigste Frage, die Frage die diskutiert werden muss(!) will man Menschen überzeugen. Jeder der sich davor drückt, ihre Bedeutung leugnet, der spielt nur den derzeitig Herrschenden in die Karten, ob bewusst oder unbewusst. Das würde jetzt hier viel zu weit ausufern, aber grundsätzlich sollte gelten = die Erfolge sehen und die Fehler analysieren und zukünftig vermeiden.
4. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass zuerst die ökonomischen Verhältnisse umgewälzt worden sind und sich dann ein neuer Überbau, ein neuer Staat, entwickelte. ( z.B. der bürgerliche Staat löste den feudalistischen Staat ab ). Ja sicher, dann bildete der neue Staat(sapparat) das Machtinstrument der neuen herrschenden Klasse ( in meinem Beispiel das der Bourgeoisie ), das war bisher so und das wird auch zukünftig so sein, nur die Frage bleibt = wer herrscht, eine kleine Minderheit über die Mehrheit, oder umgekehrt? Da es sich dann auch ( wieder ) nur um Menschen handelt, da kann man auf die bisher gemachten Erfahrungen zurück greifen, Kontrolle und Rechenschaft spielen dabei eine große Rolle. Sogar beim ersten Arbeiterstaat in der Geschichte - der Pariser Kommune - wurden Dinge beschlossen und umgesetzt, die später missachtet wurden, die aber enorm wichtig sind, z.B. "Bezahlung von Mandatsträgern lediglich nach dem durchschnittlichen Arbeiterlohn", "jederzeitige Abwählbarkeit und Rechenschaftspflicht" um nur mal 2 Beispiele zu nennen.

Es wird meines Erachtens auch zukünftig Rückschläge geben, Fehler gemacht werden, neue Erkenntnisse gewonnen werden usw. usw., alles das ist und war noch nie ein Grund dafür an etwas Alten und Morschen festzuhalten... ausser für die, die davon profitieren, und sei es um den Preis, dass sie selbst mit untergehen....
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.10.2013 um 23:38 Uhr
Da Sie nicht weiter auf die zahlreichen von mir - auch als Antwort an Sie - aufgeführten Punkte eingehen Frau Schuster, gehe ich einfach davon aus, dass Sie dazu keinen Widerspruch haben :-)
Was will ich damit sagen? Nun, auf Fragen / Feststellungen usw. nur mit Gegenfragen zu reagieren, das ist in einer Diskussion nicht so mein Ding.
Ich antworte natürlich trotzdem gern = ich weiss nicht wie und durch was Sie sich informieren, deshalb kann ich mir dazu kein Urteil erlauben. Es gibt zahlreiche und auch sehr kritische Untersuchungen zur Entwicklung der ehemals sozialistischen Staaten. Nehmen wir das Beispiel Sowjetunion, von der erfolgreichen Revolution bis hin zum offenen Verrat auf dem XX. Parteitag der KPdSU war es ein langer Weg, mit vielen Erfolgen beim Aufbau des Sozialismus und sicher auch mit Fehlern, wer sollte das abstreiten. Haben Sie sich damit beschäftigt? Dass heute wieder "Kapitalismus pur" in Russland herrscht, ist das nun ein Beweis, dass es nicht möglich ist den Sozialismus in der Praxis durchzuführen? Ich habe ansatzweise in meinen Kommentaren aufgeführt, dass man aus Fehlern lernen muss, dass man z.B. bürokratische Tendenzen von Beginn an entschieden bekämpfen muss, dass es Kontrollkomissionen geben muss, keinerlei Privilegien für Funktionäre geben darf, Rechenschaftspflicht und jederzeitige Abwählbarkeit sind Grundprinzipien die im Laufe der Zeit missachtet wurden usw. usw.
Konkret = vergleichen Sie mal die Situation für das Volk vor und nach der Oktoberrevolution, schauen Sie sich an wie die Sowjetunion dastand als die gesamte kapitalistische Welt im Sog der Weltwirtschaftskrise war, mit den verheerenden Folgen vor allem für die arbeitende Bevölkerung....
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 12.10.2013 um 13:10 Uhr
Herr Walther, erst mal ist es interessant zu hören, dass Sie auch Phänomene wie den Klimawandel mit ihre Ausführungen einbauen.
Auch ich habe das Gefühl, dass wenn man Umweltthemen rein marktwirtschaftlichen Kräften überlässt, natürlich erst was unternommen wird, wenn der Gewinn irgendwann geschmälert wird, durch Veröden der Ressourcen oder durch anwachsende Kosten bezüglich destruktiver Wetterphänomene - nur dann ist es leider zu spät.
Ihre Kontrollmechanismen wie Rechenschaftspflicht klingen recht vernünftig, doch Sie geben ja auch zu, dass Sie schon damals im ersten Arbeiterstaat einfach missachtet wurden.
Ich sehe da immer das gleiche Muster, man fängt mit löblichen Erwartungen an und dann kommt doch die Korruption.
Da sehe ich das ähnlich wie Frau Schuster.
Es gibt eben nicht ein einziges Beispiel in unserer Geschichte, wo man es geschafft hat, erfolgreich den Sozialismus umzusetzen.
Da scheint mir regelrecht System dahinterzustecken.
Ich frage mich auch, wenn die Mehrheit herrscht - ist denn die Mehrheit überhaupt dazu in der Lage Sachverhalte richtig zu verstehen um adequat zu herrschen?
Wie viel Macht und somit Mitspracherecht hätte denn der Einzelne?
Jedenfalls sehe ich auch heute Verbesserungsbedarf, aber ich bin mir auch der Fallhöhe bewusst. Schließlich geht es international betrachtet auch noch einem Hartz4-Empfänger gut.
Mit Fehlwirtschaft könnte es uns allen noch erheblich schlechter gehen!
Um noch auf ihren Punkt 4 einzugehen, sie sagen also, dass sich immer zuerst die ökonomischen Verhältnisse ändern müssen, so dass dann ein neuer Staat entstehen kann.
Würde dann die Vorgehensweise hinsichtlich Sozialismus so aussehen, dass die Besitzverhältnisse zu gunsten der Arbeitnehmer geklärt werden und sich dann der Sozialismus ganz natürlich entfaltet?
Sollte dies der Fall sein, dann ist es doch ein richtiger Schritt, wenn unter rot-grün Arbeitnehmerrechte gestärkt werden. Das wäre doch ein Schritt Richtung ihres Sozialismus, oder?
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 12.10.2013 um 16:43 Uhr
Unser Meinungsaustausch sprengt mittlerweile mehr als das Marburger Kino :-)
Ich will jetzt nicht sagen "lassen wir es so stehen", denn Sie haben aus meiner Sicht wieder einige gute Aspekte vorgebracht. Nur, was denken wohl die, die hier nur mitlesen? Zwiegespräche ( bei Frau Schuster bin ich mir nicht sicher ob sie wirklich an einer inhaltlichen Diskussion interessiert ist ) sollte man vermeiden...

Klar, ich antworte noch, werde auch nicht ausweichen:
- natürlich gehört die Natur, die Lebensgrundlagen ( nicht nur ) der Menschheit mit in die Betrachtung, alles andere wäre fast schon hirnrissig. Das Wort "Klimawandel" ist sehr verharmlosend gewählt ( nicht von Ihnen ), wir stehen kurz vor einer drohenden Klimakatastrophe. Ich will jetzt nicht auf die heute schon sichtbaren Vorboten eingehen, ich denke sie sind bekannt
- es gab Fehler, Sie haben sie wiederholt, einige Staaten lernten daraus, es wurden neue Fehler gemacht ( manchmal auch alte wiederholt ), alles richtig, aber dies galt und gilt für jedes Gesellschaftssystem, das darf man nicht vergessen und verschweigen. Für mich lautet die Frage = soll man aufgrund gemachter Fehler - aus denen man lernen kann - auf den Einsatz für das Neue verzichten und am Alten festhalten? ( es wird so oder so kommen, unabhängig davon ob wir das nun wollen oder nicht, wir können es nur beschleunigen, aufhalten lässt sich der Gang der Geschichte sowieso nicht )
- wer herrscht? die Menschheit? In der Vergangenheit, bis heute, hat noch nie "die" Menschheit geherrscht. Es herrscht(e) immer eine Minderheit über die Mehrheit. Und hat das funktioniert, diese Frage muss man doch auch stellen dürfen? So lange die ökonomischen mit den politischen Verhältnissen übereinstimmten, so lange funktioniert(e) es, wenn auch in erster Linie zum Nutzen der herrschenden Minderheit. Gerieten diese Verhältnisse in Widerspruch, so wurden die Fesseln gesprengt ( das Beispiel Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus hatte ich bereits genannt )
- es gibt zig Beispiele, dass die Mehrheit weder dumm noch faul ist, Im Gegenteil, sobald sie an der Macht war gab es Erfolge, vor allem ökonomische, die vorher nicht denkbar schienen. Also Sachverhalte zu verstehen, das dürfte nicht das Problem sein. Eher sind doch die heutigen Kapitalisten "dumm", denn sie sägen sich ja auch noch selbst den Ast ab auf dem sie sitzen. Gerade sie betreiben doch "Fehlwirtschaft", nur der kurzfristige Maximalprofit treibt sie an, sie gehen dabei über Leichen, verpesten die Luft, das Wasser, holzen den Regenwald ab, zetteln überall Kriege an usw. usw. Und ihre Produktionsweise ist anarchistisch, nur der eigene Gewinn zählt, unabhängig von den Bedürfnissen, eine Krise folgt auf die andere, ein Bankrott jagt den nächsten.... und die Auswirkungen sind verheerend ( neben der Umweltzerstörung ), bezahlen sollen dies die von ihnen Ausgebeuteten....
- ja, das wäre schön wenn die Besitzverhältnisse ( die Eigentumsfrage ist die wichtigste ) durch Mehrheitsverhältnisse im Parlament geändert werden könnten, diesen Traum träumen viele. Die Erfahrungen der Geschichte haben gezeigt, dass bisher keine einzige herrschende Klasse freiwillig auf ihren Besitz ( heutzutage auf das private Eigentum an den Produktionsmitteln ) verzichtet hat. Wir werden sehen, nur die Zukunft / die Praxis kann dies beweisen, ich denke nicht, dass es beim Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus anders sein wird. Es ist sicher richtig für Verbesserungen im derzeitigen System einzutreten, für höhere Löhne, kürzere Arbeitszeiten, kostenlose Bildung, erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft usw., all das ändert aber nichts, na Sie wissen was jetzt kommt :-))
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 12.10.2013 um 21:50 Uhr
Dann lassen Sie es doch einfach, und wenn Sie nichts weiter zur Diskussion beizutragen haben als "altbacken" und ähnliche davor gemachte unsachliche Sprüche, dann haben Sie entweder nicht verstanden worüber wir hier unsere Meinungen austauschen oder es interessiert Sie einfach nicht. Beides nicht weiter tragisch, aber warum Sie dann überhaupt in das Thema "eingestiegen" sind, das verstehe wer will.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 14.10.2013 um 00:18 Uhr
Herr Knaack hat mir ausführliche Fragen gestellt, ich habe ihm ausführlich geantwortet. Wie gesagt, wenn Sie das nicht interessiert dann ignorieren Sie es doch einfach und machen weiter ein wenig seichte Werbung für ihren Peer.
Man sollte auch nicht von sich auf andere schliessen, ist ein bisschen überheblich, heisst in diesem Fall: Sie schreiben was Sie für richtig halten, andere machen es genauso....
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 14.10.2013 um 18:22 Uhr
Ja klar, den Schuh muss ich mir schon anziehen. Ich habe schließlich viele Punkte angeführt und dachte mir schon auch, dass Herr Walthers Antworten interessant sind. Wobei ich auch Frau Schuster verstehen kann, schließlich war auch meine erste Reaktion "Kapitalismuskritik? Na, das hat auch eher im entfernteren mit Peer zu tun." Dann kam noch dazu, dass man Herr Walthers ersten Kommentar als etwas angriffslustig beschreiben könnte. Vielleicht nicht die pädagogischste Methode um ein Gespräch zu starten. Doch inzwischen hat er ja auch ganz interessante Gedanken geäußert, wobei ich ihm auch recht gebe, dass es inzwischen mehr als das Marburger Kino sprengt.
Doch trotzdem noch kurz zu Herr WalthersThema.
Ja, ich stimme zu, dass Profitgier kurzfristiges Denken fördert und dies zu Lasten des Gemeinwohls und der Umwelt geht. Doch ob diese Mentalität nur in der Führungsspitze zu finden ist?
Aber ich merke schon Herr Walther hat wohl mehr Vertrauen in die Menschheit als ich es habe.
Jedenfalls möchte ich noch hinzufügen, dass meine Eltern aus Chile kommen und besonders meine Mutter mir immer wieder vorgeheult hat wie schrecklich doch die Zeit war als Allende mit seiner sozialistischen Regierung an der Macht war. Sie erzählte mir von Zwangsenteignungen, von Analphabeten, die auf einmal Posten in der Verwaltungen bekommen haben und mein Vater bestätigte auch, dass man mit ansehen konnte wie ursprünglich prosperierende Großfarmen auf einmal niedergingen. Ich weiß, dass es nur subjektive Eindrücke meiner Eltern sind, aber die nähren mein Bild, dass nun mal nicht alle Leute für alles geeignet sind.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 14.10.2013 um 20:05 Uhr
Dies ist aus meiner Sicht ein gutes Schlusswort Herr Knaack!
Vielleicht, wenn Sie Interesse haben, wenn wir uns mal im richtigen Leben über den Weg laufen, dann würde ich Ihnen gern auch etwas an die Hand geben. Evt. haben Sie dann auch ein wenig mehr Vertrauen in die Menschheit, denn vollkommen richtig erkannt, mein Vertrauen in das Volk, in die Massen, ist unerschütterlich.
Damit will ich Ihre persönlichen Erfahrungen, die Ihrer Familie, keineswegs kleinreden! Nur, es gibt zig Beispiele, die ganz anders aussehen.
Herzlichen Dank für den interessanten Meinungsaustausch, ja manchmal bedarf es auch einer etwas angriffslustigen Eröffnung, kann man auch bei mir machen, logisch, "wer angreift muss auch einstecken können" :-))
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 27.10.2013 um 14:34 Uhr
Ja dann bedanke ich mich auch mal an dieser Stelle für den Meinungsaustausch.
Ja vielleicht begegnen wir uns ja mal wirklich bei einer Kundgebung, Demo oder Infoveranstaltung.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Alex Knaack

von:  Alex Knaack

offline
Interessensgebiet: Linden
Alex Knaack
589
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Europawahl, die Berichterstattung und doch keine Stimmung
Man darf quasi Europa wählen – unser Europa! Das Europa in welchem...
Schwarzmilan
Wildtiere an der Lahnaue
Die Lahnaue lädt gerade dazu ein, um auf Fotosafari zu...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.