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Her mit dem schönen Urlaub!

Linden | ver.di „Aktionswoche Urlaub“

Her mit dem schönen Urlaub!

Vier oder sechs Wochen? Das ist der Unterschied zwischen gesetzlichem und tariflichem Urlaub. Wenn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wählen müssten, wäre das Ergebnis nach Einschätzung von ver.di dabei eindeutig: „Die sechs Wochen würden einen haushohen Sieg einfahren – das ist sonnenklar“, ist sich Susanne Pitzer-Schild, Geschäftsführerin, ver.di Mittelhessen, sicher. Diesen Unterschied müssen sich die ArbeitnehmerInnen aber immer wieder erst erstreiten - darauf will ver.di in einer Aktionswoche vom 03. bis 07. Juni 2013 besonders hinweisen.

„Vernünftige Arbeitsbedingungen – und dazu gehört auch der bezahlte Urlaub – sind leider nicht selbstverständlich“, sagte sie. In aller Regel sei zur Durchsetzung kräftige Vorarbeit durch die Gewerkschaften nötig. ver.di will deshalb in der Aktionswoche am Beispiel Urlaub die Beschäftigten auch darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, sich für die eigenen Rechte einzusetzen.

Nach Erfahrung von ver.di wird beispielsweise gerade im Bereich der Minijobs häufig am Urlaub „gespart“. „Das ist klar gesetzwidrig – der Urlaubsanspruch besteht unabhängig von der Arbeitszeitdauer!“, erklärte Susanne Pitzer-Schild. Wer seinen Urlaubsanspruch überprüfen lassen will, kann sich während der Aktionen an die ver.di-MitarbeiterInnen wenden.

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In Mittelhessen wird ver.di folgende Aktionen durchführen:
Infostand in Gießen (Kugelbrunnen im Seltersweg) am 7. Juni 2013 in der Zeit von 11 Uhr bis 13 Uhr

Darüber hinaus wird das Thema in vielen Betrieben und Dienststellen eigens und ausführlich angesprochen werden.

Weitere Informationen:
Jürgen Lauer
Gewerkschaftssekretär Mittelhessen
Tel.: 0174 - 323951

Hintergrund- Informationen:

Erste tarifliche Urlaubsregelungen entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In von Gewerkschaften erreichten Tarifverträgen wurden dabei ab 3 Urlaubstage pro Jahr erkämpft.

Erst seit 1963 gibt es eine bundeseinheitliche Regelung zum Urlaub, das Bundesurlaubsgesetz, obwohl bereits seit 1948 in den Allgemeinen Menschenrechten in Artikel 24 festgelegt wurde: „Jeder hat das Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub.“

In den Tarifverträgen können vom Gesetz abweichend Regelungen getroffen werden. Aber die im Gesetz festgelegte Urlaubsdauer von 24 Werktagen, also vier Wochen bei einer 6-Tage-Woche, darf nicht unterschritten werden (Art. 7 der europäischen Arbeitszeitrichtlinie). In den Tarifverträgen, die ver.di abschließt, werden in der Regel 26 bis 30 Tage Urlaub vereinbart, wobei es sich dabei um Arbeitstage handelt. Im öffentlichen Dienst haben wir im Länderbereich aktuell 30 Arbeitstage erreicht, also sechs Wochen, bei den Kommunen und beim Bund 29 Arbeitstage. Daneben werden tarifvertraglich üblicherweise Übertragungsfristen abweichend vom Gesetz geregelt und zusätzliche Urlaubstage für Schichtarbeit und Nachtdienste. Auch spezielle Vorschriften zur Berechnung des Urlaubsentgeltes, z.B. die Berücksichtigung von Zulagen, werden in den Tarifverträgen geregelt.

Urlaub im internationalen Vergleich:
In den USA gibt es keinen gesetzlichen Anspruch, in Kanada sind es 10 Tage, in China 5-15 Tage (15 Tage ab 20 Jahren Betriebszugehörigkeit). In anderen europäischen Ländern wie z.B. Großbritannien, beträgt der gesetzliche Urlaub bis zu 28 Tage jährlich.
In Deutschland sind es dagegen nur 20 Tage (unterster Wert in Europa). Erst tarifvertragliche Regelungen sorgen in vielen Branchen für einen Urlaubsanspruch i.d.R. zwischen 26 und 30 Tagen.

Kommentare zum Beitrag

Michael Beltz
6.505
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 01.06.2013 um 17:41 Uhr
Wer sind "Arbeitnehmer"? Mal bei Marx nachsehen unter "Wert der Ware Arbeitskraft". Müssen wir aber an dieser Stelle nicht diskutieren.
Peter Herold
24.458
Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.06.2013 um 22:35 Uhr
Alle die in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen tätig sind.

Ich glaube nicht, dass man da verstehen soll, jemanden die Arbeit weg zu nehmen ;-)
Stefan Walther
3.933
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.06.2013 um 23:22 Uhr
Michael, das willst du jetzt hier unter einem Gewerkschaftsbeitrag kritisieren? Wie lange werden diese Bezeichnungen schon fälschlicher Weise benutzt? Seit Jahrzehnten!
Keine Bange, ich hab`s nicht geschrieben, nur die PM hier von ver.di veröffentlicht :-))
Wer verkauft das einzige was er hat, seine Arbeitskraft, und wer eignet sich den Mehrwert an.... ? Sicher, das müssen wir hier nicht diskutieren, aber wenn du es schon ansprichst = klar, die Begriffe "Arbeitnehmer / Arbeitgeber" sollten wir nicht gebrauchen, dann eher schon wie Peter es treffend formuliert hat, wir reden natürlich von abhängig Beschäftigten und von Unternehmern!

Habt ihr auch etwas zur eigentlichen Aktion zu sagen? Hier geht es - an einem Beispiel "Urlaub" verdeutlicht - vor allem darum auch unorganisierten Kolleginnen und Kollegen aufzuzeigen, dass wir uns alles erkämpfen mussten, und dass dafür Gewerkschaften wichtig waren und sind!
Peter Herold
24.458
Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.06.2013 um 08:09 Uhr
... vor allem darum auch unorganisierten Kolleginnen und Kollegen aufzuzeigen, dass wir uns alles erkämpfen mussten, und dass dafür Gewerkschaften wichtig waren und sind!
Einer der besten Sätze die ich hier seit langem gelesen habe.
Insbesondere ab und dass ...
Bernd Zeun
9.536
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 03.06.2013 um 00:10 Uhr
Nicht zu vergessen der Bildungsurlaub zur beruflichen und politischen Weiterbildung. Wissen viele Arbeitnehmer nicht und viele, die es wissen, trauen sich nicht, ihn zu beantragen, dabei besteht ein gesetzlicher Anspruch darauf http://www.bildungsurlaub.de/home.html
Peter Herold
24.458
Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.06.2013 um 00:18 Uhr
Guter Hinweis Bernd.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Stefan Walther

von:  Stefan Walther

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Stefan Walther
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