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Warum ich zur Montagsdemo gehe

Linden | Gedicht einer Teilnehmerin der Montagsdemo Nürnberg

Warum geh` ich zur Montagsdemo,
werd` ich oft gefragt,
weil ich so nicht mehr leben möchte,
hab` ich dann gesagt.

Es macht doch alles keinen Sinn,
man kann da nicht viel machen,
ja, wenn du nur zu Hause sitzt,
könn`n nur andre lachen.

Muss jeden Tag zur Arbeit geh`n,
für einen kleinen Lohn,
am Wochenende geh` ich auch,
daheim bleibt nur mein Sohn...

Ich arbeit` für die Zeitarbeit,
hab` keine andre Wahl,
weil keiner übernommen wird,
das ist `ne riesen Qual.

Und auch die "Festen", wie wir wissen,
geben alles her,
ihr Weihnachtsgeld, ihr Urlaubsgeld und
noch so vieles mehr.

Nun sei doch froh, du hast`nen Job,
`nen festen noch dazu,
wenn`s dir nicht passt, dann kannst du gehn,
lass mich jetzt in Ruh.

Sollst Angst bekommen, leise sein,
denn schlimmer ist Hartz IV,
sollst nichts mehr sagen,
nichts mehr fragen,
darum steh`n wir hier.

Wenn du was zu verlieren hast,
und sei`s nur deine Ehr,
schließ dich uns an und kämpf mit uns,
setze dich zur Wehr

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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
24.458
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.01.2013 um 23:43 Uhr
Zufällig gefunden. Muss mal wieder vorbeischauen. Immer ist da was los, was anscheinend wichtiger ist. Montag 18 Uhr. Mal schauen und schönen Sonntag
Martin Wagner
2.107
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 20.01.2013 um 07:41 Uhr
Genau Herr Herold; kommen sie - und jede/jeden den das Interessiert ruhig vorbei. In Giessen ist die Montagsdemonstration wohl über 8 Jahre alt (unbestätigte Angaben nach soll die erste Montagsdemonstration am 6.9.2004 stattgefunden haben, damals noch an einem anderen Ort).

In den letzten Monaten sind es immer weniger geworden. Das hat viele sehr unterschiedliche Gründe (so ist zum Beispiel eine langjährige Aktive kurz vor den Feiertagen verstorben, aber auch "hausgemachte Gründe") aber wir sind immer noch zwischen einem halben und ein Dutzend "Unenwegten".

Wir stehen bei den 3 Schwätzern immer von 18 bis 19 Uhr hinter einem Transparent; eigentlich sich wir nicht zu übersehen. Manchmal sind wir in so heftige Dskussionen untereinander verstrickt, dass wir übersehen, dass ein Passant uns ansprechen will. Bitte keine falsche
Martin Wagner
2.107
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 20.01.2013 um 07:54 Uhr
Scheu und uns direkt ansprechen.

Natürlich können wir nicht alle Fragen des sehr breiten Themenbereiches immer vor Ort beantworten. Aber einen passenden Tipp wer, wo weiter helfen kann haben wir meistens im Kopf.

Seit dem 1.1.2005 ist Hartz-IV in Kraft und z.z. ist zeitlich nicht ersichtlich, wenn das Gesetz wieder gekippt werden kann. Das Gesetz war und ist ja die rechtliche "Begleitmusik" eines staatlich nichtgestoppten Verarmungsprozesses immer größerer Kreise unserer Bevölkerung.

Massivste finanzielle Einbussen gehen inzwischen bis weit in den (in Deutschland recht stabilen) Mttelstand und sind nicht mehr nur auf die Arbeiter und "kleinen" Angestellten beschränkt.

Deswegen beschäftigt sich die MoDe - mann/frau könnte sagen ""notgedrungen" - schon seit Jahren nicht mehr nur um das ALG und Hartz-IV, sondern um viele Aspekte des "arm gemacht werden".

Herr Herold (und natürlich an jeden Interessierten): Bis dann morgen ab 18 Uhr bei den 3 Schwätzern.

PS: Danke Stefan für das gedicht; der Schreiberin gelingt es recht gut die prsönliche emotionale Ebene mit politischen Fragen / Aussagen zu verknüpfen.
Peter Herold
24.458
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.01.2013 um 08:55 Uhr
Zu Hartz IV und der Agenda 2010 habe ich ein etwas anderes Verständnis Martin(lassen wir das Herr). E war glaube ich nicht so gedacht wie es wurde. Von Arbeitgebern unter Mitwirkung der Politik so verändert wie es sich heute darstellt. Gemacht um Menschen auszunutzen(moderne Sklavenhaltung). Es müsste daran gearbeitet werden, die so entstandenen Auswüchse zu beschneiden. Fordern ist gut, wenn da Fördern nicht vergessen wird. Weg mit Leiharbeit, Arbeit auf Zeit und diesen 400 oder ein paar mehr Euro, für die teilweise ein Vollzeitarbeitsplatz angeboten wird. Könnte mit dem Mindestlohn vermieden werden, aber der würde auch nicht viel nützen, wenn dann nur noch wenige Stunden Arbeit angeboten würden.
Michael Beltz
6.505
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 20.01.2013 um 11:26 Uhr
Ergänzung zu Martin. Einige der ehemaligen Teilnehmer haben einen Arbeitsplatz gefunden,was ihnen zu gönnen ist. Insgesamt ist die Teilnehmerzahl gering geworden.
Manche, die genügend Zeit hätten, reden lieber über Hartz IV als aktiv zu werden.
Andere Betroffene sind durch die Arbeitslosigkeit und Verelendung so kaputt und hoffnungslos, dass sie keine Energie mehr aufbringen.
Birgit Hofmann-Scharf
9.634
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 20.01.2013 um 11:50 Uhr
Diese Gedicht auf sich einwirken lassen -
und sich mal überlegen, was Leiharbeit eigentlich bedeutet:

Das ist eine Art Personalleasing, wobei eine gut verdienende Menschen-Entleiherfirma einem Leiharbeiter eine Beschäftigung bei einem Arbeitsplatz-Verleiher vermittelt.
Sklaverei !!!
Es soll Firmen geben, die ihren Leiharbeitern gesonderte Arbeitskleidung zur Verfügung stellen, evtl. noch einen Stempel auf die Stirn drücken?

Aber auch der "Feste " hat Grund zur Sorge, - denn auch wir / die geben vieles her ( Wie im Gedicht treffend beschrieben ).
Sicherer Arbeitsplatz - das war einmal, gleich welche Branche .
Michael Beltz
6.505
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 11:50 Uhr
Das Wort Sklaverei trifft die Entwürdigung dieser Menschen und das daraus folgende Elend.
Stefan Walther
3.933
Stefan Walther aus Linden schrieb am 21.01.2013 um 22:52 Uhr
Hallo Michael, ich hoffe du meinst nicht mich damit, ich habe nämlich wirklich keine Zeit ( nur ganz, ganz selten ) zur MoDe zu gehen:
"Manche, die genügend Zeit hätten, reden lieber über Hartz IV als aktiv zu werden."
Aber an dieser Aussage ist natürlich was dran. Wenn alle die, die ständig sagen "bringt doch nix, werden immer weniger..." zur Montagsdemo hingehen würden und vor allem Betroffene nicht nur "vertreten" sondern auch aktivieren würden, dann wären die Montagsdemonstranten ein gutes Stück weiter!
Peter Herold
24.458
Peter Herold aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 23:03 Uhr
Also ich war dort, habe wieder neue Leute gesehen, es war kalt.
Wird Zeit, dass es wärmer wird, dann kommen eventuell mehr. Dein Beitrag, das obige Gedicht wurde lobend erwähnt
Stefan Walther
3.933
Stefan Walther aus Linden schrieb am 21.01.2013 um 23:04 Uhr
Ich habe es schon von Martin gehört Peter, klasse!!!
Ja sicher, auch die Kälte spielt eine Rolle, aber nicht die entscheidende.
Das Gedicht finde ich auch sehr gut, wie Martin schon geschrieben hat, die persönliche Betroffenheit - ohne auf die "Tränendrüse" zu drücken - kommt sehr authentisch rüber, das war auch der Hauptgrund warum ich es hier eingestellt habe.
Peter Herold
24.458
Peter Herold aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 23:18 Uhr
Ja gut so. Uns, andere nachdenklich machen. Das ist der richtige Weg. Muss nicht immer Kampf sein.
Martin Wagner
2.107
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 22.01.2013 um 08:18 Uhr
Apropo Monate und "unbestätigte Angaben nach soll die erste Montagsdemonstration am 6.9.2004 stattgefunden haben" ---> sollte der Termin bestätigt werden (Wer war beim Ersten Mal dabei?) hätten wir doch den "100er Monat" verpennt!!!! (Oder kann ich nicht mehr rechnen - Stichtag wäre doch der 6.01.2013 gewesen!?)

Irgendwie schon beeindruckend: 100 Monate das dürften (pi mal Daumen) rund 400 Montagsdemos gewesen sein.

Sollte der Starttermin bestätigt werden (so mein Bitte) sollten wir aber dann rechtzeitig ein kleines Feierkomitee für die 10 Jahresfeier gründen und am 6.9.2014 etwas Größeres "aufziehen". (Denn so wie es aussieht beibt uns auch - trotz nächster Bundestagswahl - das Thema "erhalten".)
Stefan Walther
3.933
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.01.2014 um 20:42 Uhr
Als Ergänzung, jetzt kein Gedicht, eine "Brandrede gegen Sanktionen und für die Einheit von Erwerbslosen und Beschäftigten"!

http://www.youtube.com/watch?v=9kDrUkbe9ac
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Stefan Walther

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