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Künstlerinnen und Künstler gegen Patriot-Einsatz

Linden | Pressemitteilung – 2012-12-15


Wenn sie wieder ein Mandat beschließen…


Wenn sie wieder ein Mandat beschließen, erzählen sie uns, dass es zur
Verteidigung von Menschenleben notwendig ist.
Am Ende gibt es dann zehntausende Tote, zerstörte Städte und Dörfer,
verseuchte Erde – und gelegentlich neue Erdöltrassen.

Wenn sie wieder ein Mandat verlängern, erklären sie uns, dass es um
Menschenrechte und Demokratie geht.
Dagegen haben die Vertreter der deutschen Rüstungskonzerne, die mit dem
Export ihrer todbringenden Waffen in Kriegführende Länder an der
Weltspitze liegen, allein die Börsenwerte ihrer Unternehmen im Blick.

Wenn sie wieder ein neues Mandat wollen, begründen sie es damit, dass es
ihnen um die Solidarität mit einem anderen NATO-Land geht.
Sie verstehen unter „Solidarität“ allerdings nur die Kumpanei unter
Räubern, die sich in einem überflüssigen Militärbündnis zusammenfinden.

Wenn sie wieder ein neues Mandat vorbereiten, sagen wir NEIN zu diesem
neuerlichen Verstoß gegen Völkerrecht und Menschenrecht.

Wenn sie wieder ein neues Mandat wollen sagen wir NEIN zu Lügen und
Schandtaten in unserem Namen, NEIN zu diesem Weg in einen mörderischen
Krieg.

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Gegen den Patriot-Einsatz an der türkisch-syrischen Grenze!

Wir, KünstlerInnen, Kulturschaffende und UnterzeichnerInnen der
bundesweiten Künstlerinitiative www.unruhestiften.de protestieren
entschieden gegen den geplanten Einsatz von Patriot-Raketen in der
Türkei!

Mit der Friedensbewegung fordern wir die Abgeordneten des deutschen
Bundestages auf: Sagt NEIN, lasst Waffen und Soldaten in den Kasernen!
Vielmehr muss endlich alles getan werden, den Konflikt in Syrien mit
politischen Mitteln zu befrieden.

Wir, KünstlerInnen und Kulturschaffende, unterstützen die
Friedensbewegung bei Aktionen gegen den geplanten Patriot-Einsatz.

Über 1800 KünstlerInnen und Kulturschaffende, andere Persönlichkeiten
und Organisationen haben seit Sommer 2009 den bundesweiten Aufruf
www.unruhestiften.de unterzeichnet.

Es ist ein Aufruf gegen rechts, gegen die Abwälzung der Krisenfolgen und
für die Umverteilung von oben nach unten, gegen die Kriegspolitik der
Bundesregierung - und für die Förderung der kulturellen Vielfalt.
Die Unterschriftensammlung geht zeitlich unbegrenzt weiter.

Wir, KünstlerInnen und Kulturschaffende, unterstützen die
Friedensbewegung bei Aktionen gegen den geplanten Patriot-Einsatz. Lasst
uns gemeinsam gegen den Krieg Unruhe stiften!

http://www.Unruhestiften.de/
Kontaktmail: einheiztext@t-online.de

Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 15.12.2012 um 22:00 Uhr
Sehr gut Stefan! Eine gute Aktion.
Arnd Lepère
591
Arnd Lepère aus Gießen schrieb am 16.12.2012 um 00:15 Uhr
Hallo Stefan, bevor überhaupt an militärische Optionen zu denken ist, gilt es auf jeden Fall alle politischen Möglichkeiten auszuschöpfen. So grausam die Syrischen Herrscher auch sind. Es wurde bisher zu wenig politisch unternommen, um diesen besonders schlimmen Konflikt zu lösen.
Peter Herold
24.433
Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.12.2012 um 00:39 Uhr
... mit politischen Mitteln zu befrieden.

Diese Worte werden immer wieder gebraucht. Kann mir mal einer sagen wie und was das ist? Nachdem ich mich von Parteien fernhalte, sagen mir diese Worte nur, da wird wieder irgendwo geredet, geredet, geredet ;-( und mit welchem Ergebnis?

Da ist noch so ein Satzteil, der bei mir Fragen aufwirft: .....alle politischen Möglichkeiten auszuschöpfen
Michael Beltz
6.487
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.12.2012 um 10:57 Uhr
Es kann nicht darum gehen, Regierungen daraufhin zu überprüfen, ob sie bei den westlichen "Demokratien", also imperialistischen (Industriestaaten) gefallen finden oder nicht.
Jugoslawien, Afghanisten, Irak, Lybien (mit kleinerem CIA-Einsatz Tunesien, Ägypten) und nun Syrien, Iran, Ukraine, Nordkorea, Eritrea, Kuba - eine kapitalistische Gesetzmäßigkeit veranlasst die USA, Frankreich, England .... ihre Märkte zu erweitern.
Und dazu ist Krieg ein Mittel. Heuchlerisch wird dann behauptet, es gehe um Menschenrechte und Demokratie.
Was sollen die politischen Möglichkeiten sein?
Die Völker, besser noch: die Bewohner, dieser Länder sollen selbst entscheiden, welche Herrschaftsform sie akzeptieren und wenn sie sich unterdrückt fühlen, ist die Befreiung erst einmal ihre Angelegenheit.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.12.2012 um 12:11 Uhr
Geht es um einen grausamen Herrscher Arnd? Geht es nicht wie immer um Interessen, um Einfluss, um Macht....?

Wie das einige der direkt Betroffenen sehen, das haben sie in einer gemeinsamen Erklärung veröffentlicht =

06.12.12 - Kurdische und türkische Migrantenorganisationen haben einen Aufruf gegen die geplante Stationierung von "Patriot"-Raketenstellungen mit Soldaten aus Nato-Ländern, vor allem der Bundeswehr, in der Türkei herausgegeben. Dies hatte die türkische Regierung am 21. November offiziell beantragt. Die Bundesregierung beschloss am Donnerstag in einer Sondersitzung die Entsendung von zwei "Patriot"-Raketenabwehrstaffeln mit bis zu 350 Soldaten. Der Bundestag soll kommende Woche darüber abstimmen. Damit wird die militärische Bedrohung Syriens und der ganzen Region durch die westlichen imperialistischen Ländern deutlich erhöht. In dem Aufruf der Migrantenorganisationen heißt es dazu unter anderem:

"Die Begründung des türkischen formellen Antrags, mit diesem System den angeblichen 'Mörser- und Raketenbeschuss aus dem syrischen Gebiet abzuwehren' ist eine haltlose Lüge und ein vorgeschobener Grund, der die wachsende Aggression zu legitimieren versucht. Denn diese hoch entwickelten Flugabwehrsysteme dienen unter anderem auch dazu, eine 'Flugabwehrzone' für die bevorstehende Bodenoffensive der Interventionsarmeen zu errichten.

Darüber hinaus bedeutet dieser Vorstoß, durch weitere militärische Aufrüstung des türkischen Staates eine neue Form der Invasion unter Regie der NATO zu garantieren. Die türkische Regierung zielt mit ihrer Aggressionspolitik in dieser Region auch darauf ab, die Entfaltung des Befreiungskampfes der kurdischen Bevölkerung in Syrien grenzübergreifend zu terrorisieren.

Nun lässt die deutsche Bundesregierung eifrig mit ihrem unverantwortlichen Vorhaben, die Patriot-Raketen und Soldaten der Bundeswehr sehr bald in der Türkei zu stationieren, die Kriegsmaschinerie der NATO auf Hochtouren laufen. Damit ist der Weg für eine neue imperialistische Okkupation in Syrien geebnet.

Wenn das deutsche Parlament noch in diesem Jahr beschließen soll, damit die Raketen sogar vor Weihnachten in das türkisch-syrische Grenzgebiet entsendet werden können, ist das eine neue Dimension der kriegerischen Beteiligung der Bundeswehr, der Bundesregierung und der weiteren Militarisierung der deutschen Staatspolitik. Die bevorstehende Stationierung der Patriot-Raketen in der Türkei ist nicht nur völkerrechtswidrig, sondern auch eine mörderische Handlung gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker.

Wir als demokratische Migranten-Selbstorganisationen verurteilen hiermit aufs Schärfste jegliche Kriegstreiberei und Invasionsvorstöße der türkischen Erdogan-Regierung, der deutschen Merkel/Rösler-Regierung und der NATO. ...

AABF - Alevitische Gemeinde Deutschland
AT0F - Föderation der Arbeiter aus der Türkei in Deutschland
AG0F - Föderation der ArbeitsimmigrantInnen in Deutschland
ADHF - Föderation für Demokratische Rechte Deutschland
YEK-KOM - Föderation kurdischer Vereine in Deutschland
TÜDAY - Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland
Europäisches Friedensparlament
Zeitschrift 'Yasanacak Dünya'
Türkiye'de Patriot Füzelerine Hay1r"
742
D. Theiß aus Lich schrieb am 16.12.2012 um 16:03 Uhr
...könnte mich jemand einmal aufklären, wenn es in der Bundesrepublik doch alles so schlecht ist wie hier immer aus einer Ecke verlautbart wird, warum kommen dann immer mehr Menschen aus diesen Ländern zu uns und bitten um Asyl, wenn doch die Kriegstreiber, laut dem Linkes Bündnis Gießen, hier in der Bundesrepublik sind?
Herr Walther ich habe bei manchen von Ihnen verfassten Artikel dass Gefühl, sie wissen nicht was sie da schreiben.
Sie stellen die Bundesrepublik so dahin als wäre sie der Belzebub in Person.
Dazu kann ich nur sagen, Deutschland hat offene Grenzen, wem es hier nicht gefällt kann doch dorthin ziehen wo es den Menschen scheinbar besser geht.
Man beachte die Verhaftungen nach einer Anti Putin Demo.
Darüber schweigt sich das Linkes Bündnis Gießen bewusst aus, wo es doch dort scheinbar allen so gut geht und man alle Freiheiten hat die man hier scheinbar nicht hat, also an alle unzufriedenen Koffer packen und los.
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 16.12.2012 um 16:24 Uhr
Also Herr Walter, oder auch Stefan genannt, weiß ganz genau was er da schreibt und hat sich auch intensiv mit dem Themen und Probleme auseinander gesetzt! Diese Unterstellung ist also absolut haltlos bzw. eine Frechheit ihm gegenüber!

Und nur weil es anderswo noch schlechter ist, heißt es ja nicht, dass hier alles gut ist!

Klar die Verhältnisse in Russland kann und muss man auch kritisieren und sind nicht gut zu heißen! Aber die militärischen Aggressionen weltweit gehen derzeit vom Westen, von der Nato, der USA und auch der BRD aus und eben nicht von Russland. Und von daher ist es mehr als richtig, wenn man einen dritten Weltkrieg, der sicherlich der letzte auf diesem Planeten für und als Menschheit sein dürfte, verhindern will, dann muss man die wahren Kriegstreiber und die Ursachen auch klar benennen.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.12.2012 um 17:22 Uhr
Warum regst du dich auf Christian? Der Kommentar von Herrn Theiß geht doch völlig am Thema vorbei, wahrscheinlich hat er keine Argumente für den Einsatz der Patriot-Raketen, und? = das ist doch positiv, über die Polemik sollte man wohlwollend hinweg sehen, ist einfach zu lächerlich.
Wir leben nunmal hier in Deutschland, weder in Russland noch in den USA. Heisst das nun, dass ich ( oder das Linke Bündnis ) mit den Zuständen dort einverstanden bin? Ich bezeichne diese Unterstellung nicht als Frechheit, ist einfach nur Unkenntnis oder ein kleines Spielchen um von dem hier gesagten etwas abzulenken, leicht durchschaubar....
Und dass es hier um Erklärungen von den "Künstlerinnen und Künstlern" und von "Migrantenorganisationen" geht, das hat Herr Theiß - bewußt oder unbewußt? - einfach ignoriert....
Ach so, angeblich "offene Grenzen", würde jetzt hier den Rahmen sprengen, passt auch nicht hier zum Thema, aber wenn Sie es wünschen Herr Theiß dann kann ich Ihnen gern mal einige Hinweise geben wie Deutschland derzeit zum Beispiel mit Roma-Flüchtlingen umgeht.
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 16.12.2012 um 17:24 Uhr
Ja Stefan, vielleicht wäre es besser gewesen nicht zu reagieren. Aber mich regt es schon auf.
Michael Beltz
6.487
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.12.2012 um 18:42 Uhr
Wenn schon amnesty Deutschland der Verletzung der Menschenrechte wegen Waffenliefreung anklagt, dann sagt das doch etwas aus. Die gelieferten Waffen werden dann in den Ländern eingesetzt, aus denen die Menschen flüchten.
Sie haben Recht Herr Theis, hier lebt es sich ganz angenehm, wenn die finanziellen Voraussetzungen vorhanden sind.
Goethe hat schon mal erklärt, dass, wenn sich die Truppen in der fernen Türkei schlagen, es die Menschen in der Ferne nur wenig berührt. - Bis eben auf die Migranten und ein paar Linke.
Die genannten offenen Grenzen sind richtig - bis für die Menschen, die als Wirtschaftsflüchtlinge abgeschoben werden.
Arnd Lepère
591
Arnd Lepère aus Gießen schrieb am 16.12.2012 um 21:33 Uhr
Hallo Stefan, sicher hast Du Recht, dass es hier überwiegend um Einfluss, um Macht und Interessen als um einen Herrscher. Und sicher hast Du Michael Recht, dass man sich hier nicht aus Eigennutz einzumischen hat. Aber zu schauen? Nichts machen? Nicht helfen? Das kann es doch auch nicht sein. Man kann schon politisch tätig werden, um zu helfen. dies ist meine feste Überzeugung. Es darf nur nicht aus Eigennutz, sondern aus Menschlichkeit geschehen. Und es darf nicht die Falschen treffen, sondern die, die die Bevölkerung unangemessen belasten, beschränken uns ausbeuten.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.12.2012 um 22:40 Uhr
Ja Arnd, es gab sie auch, die uneigennützige Unterstützung unterdrückter Völker. Die, ohne jegliches Streben nach Land und Rohstoffen usw., lange ist`s her, heute geht es nur noch um Interessen usw., und da ist sicher der eine Imperialist nicht besser wie der andere...

Wem helfen Arnd? Dem Volk? Oder den selbsternannten neuen Führern? Sind sie besser wie die jetzigen, wer fördert und unterstützt sie? Schau nach Afghanistan, in den Irak... wie sieht es da heute nach der so genannten "Hilfe" aus? Die Völker müssen und werden sich selbst befreien, auch in Ägypten werden sie nach dem verhassten Mubarak auch die Moslembrüder zum Teufel jagen, da bin ich mir sicher.
Wie sagte Che Guevara = Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker! Von Imperialisten ist keine Menschlichkeit zu erwarten.
Arnd Lepère
591
Arnd Lepère aus Gießen schrieb am 16.12.2012 um 22:50 Uhr
Da ist was dran, Stefan.
742
D. Theiß aus Lich schrieb am 17.12.2012 um 15:04 Uhr
... oder hätte man es lieber gesehen wie 1979 in Afghanistan wo die damalige
Sowjetunion militärisch intervenierte und in den Konflikt eingriff und eine neue kommunistische Führung einsetzte?
Man sollte doch einfach einmal überlegen ob man überhaupt eingreifen soll, wie der Herr Lepère sich schon äußerte, man sollte immer erst einmal versuchen auf Politischem Wege eine Einigung zu erzielen.
Aber man sollte nicht wie hier geschehen, alles was von der Bundesrepublik ausgeht verdammen.
Auch andere Länder haben Unrecht getan und tun es noch Heute.
Peter Herold
24.433
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.12.2012 um 15:43 Uhr
Muss es dann die BRD nachmachen? Ich bin gegen Waffeneinsatz zur Befriedung irgendwelcher Auseinandersetzungen.
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 17.12.2012 um 22:10 Uhr
Absolut Peter! Auch wenn andere Dreck am Stecken haben, Herr Theiss, sollte man immer Anfangen vor der eigene Haustüre zu kehren und die Politik der eigenen Regierung hinterfragen. Was wäre denn wenn z.B. die Bundesregierung anstatt freudig mit Hurra in den nächsten Krieg zu ziehen, hingehen und versuchen würde, andere davon abzuhalten Krieg zu führen. Das geht aber nur, wenn man der eigenen Regierung druck macht und nicht wenn man nur sagt, die Anderen sind sch..., die machen schmutzige Sachen. Und ich persönlich sage, es ist egal wer warum ein fremdes souveränes Land angreift, es ist immer verwerflich und zu kritisieren. Da ist es egal ob die Sowjetunion in Afghanistan einmarschiert oder die USA Contras nach Nicaragua schicken oder Serbien seine Nachbarn angreift oder Israel den Gaza-Streifen bombardiert, oder sonst wer andere Länder überfällt und besetzt.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.12.2012 um 22:43 Uhr
Gut Herr Theiß, ich wollte Ihnen eigentlich nicht mehr antworten, da Sie weiterhin bisher mit keiner Silbe auf den Inhalt des Beitrages eingegangen sind, aber mir gehen diese Unterstellungen doch langsam auf den Geist:
- wer hat hier den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan verteidigt? = bisher kein Einziger! Ich persönlich verurteile diesen Einmarsch genauso wie die jetzige Besatzung!
- eine kommunistische Führung wurde damals in Afghanistan eingesetzt? Wie kommen Sie denn darauf? Es war eine Marionette eines sozialimperialistischen ( Sozialismus in Worten, Imperialismus in Taten ) Landes, mehr nicht. Und heute ist eine andere Marionette anderer Imperialisten an der Macht, ein Herr Karsei kann sich noch nicht mal außerhalb von Kabul aufhalten, er hat keinerlei Rückhalt in der Bevölkerung, ein korruptes Regime, gestützt auf Verbrecher und Warlords, das ist das heutige Afghanistan. Das Volk hat die Schnauze voll von Besatzern egal wo sie herkommen. Und die Taliban? Wer hat sie erst groß gemacht, sie waren früher in Afghanistan völlig unbedeutend, und wenn man die Afghanen endlich in Ruhe lässt, dann werden sie auch die Taliban verjagen! Aber dafür ist dieses Land ja strategisch viel zu wichtig, hat "viel zu viele" Rohstoffe... also werden u.a. auch die deutschen Interessen weiterhin am Hindukusch "verteidigt" werden müssen!? Sie sollten sich mit den Realitäten beschäftigen Herr Theiß und dann kann es nur heißen = auch die Afghanen haben ein Recht darauf selbst über ihre Zukunft zu bestimmen, ohne Einmischung von außen.
Und wenn Sie jetzt noch eine Antwort haben wollen, dann würde ich Sie bitten doch mal auf den Inhalt des Beitrages einzugehen, auf den Text der Künstlerinnen und Künstler ( oder auch den der Migranten ), Sie können aber auch gerne einen eigenen Beitrag zu Afghanistan einstellen, nix dagegen!
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 17.12.2012 um 22:58 Uhr
Sehr gut Stefan! Ich mag Dir nur zustimmen!

Und Herr Hilpers, die Deutsche Regierung liefert gerne und großzügig Waffen in Krisenregionen wie Nah-Ost bzw. erlaubt den Export dahin. Und bei dem Patriot-Einsatz bzw. auf die ersten Meldungen einer evtl. Anfange seitens der Türkei kam auch sofort die Aussage des deutschen Kriegsministers, "da sind wir dabei, da ist prima" (oder wie heißt es in einem Kölner Karnevalshit so treffend). Eine Friedenspolitik, die das Ziel hat Kriege und militärische Konflikte zu verhindern, sieht anders aus! Auch 2001 gab es kein Zögern bzgl. einer einer deutschen Beteiligung an dem Einmarsch der Nato in Afghanistan.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.12.2012 um 23:31 Uhr
Irrtum Herr Hilpers, hier geht`s wie immer um die Fakten, das bisschen Polemik, das überlassen wir Ihnen!
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 18.12.2012 um 00:16 Uhr
Eben Stefan! Herr Hilpers sollte einfach mal die wahren Realitäten zur Kenntnis nehmen. Die Bundeswehr ist schon länger keine Verteidigungsarmee mehr, sondern eine Interventionsarmee. Die Ziele immer und überall für den freien und ungehinderten Zugang des deutschen Kapitals zu den Rohstoffen und Absatzmärkten zu sorgen, wurden bereits in den Verteidigungspoltischen Richtlinien von 1992 klar benannt und definiert.
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 18.12.2012 um 07:17 Uhr
Hallo Herr Gause,
sie haben völlig recht mit Ihrem ersten Absatz. Der Konflikt ist in der Tat kein bloßer Bürgerkrieg, da gibt es viele Gruppen und Staaten mit unterschiedlichen Interessen die da mitspielen.

Aber was die weitere Analyse anbelangt, so mag ich da gar nicht zustimmen. Wieso glauben Sie, dass man mit noch mehr Waffen diesen oder auch andere Konflikte befriedigen kann? Wann wurde denn der Bündnisfall ausgerufen? Und welches Interesse hat die Türkei, dass der Konflikt weiter eskaliert? Wer hat denn wirklich auf türkisches Gebiet gefeuert? Waren dies nicht vielleicht sogar Einheiten der sog. Syrischen Opposition, die von der Türkei gesteuert wurden/werden und bewusst in Richtung Türkei geschossen haben, um eben ein Eingreifen der Türkei/der Nato zu ermöglichen? Ist es nicht so, dass die Patriot-Raketen völlig ungeeignet sind den Mörserbeschuss aus Syrien zu verhindern/abzuwehren? Kann es nicht doch sein, dass es sich hier um eine Vorstufe zu Schaffung einer Flugverbotszone oder zu mindestens einer Pufferzone im Norden von Syrien handelt? Und hat die Nato nicht evtl. das Interesse, Russland von dort "zu vertreiben" und diesen ihren Militärstützpunkt zu nehmen? Und spielt es nicht eine Rolle, dass der Iran neben Russland ein weiterer wichtiger Verbündeter Syriens ist? Alle diese Fragen sollten Sie auch stellen Herr Gause!
Und ich sehe absolut nicht, dass das was die Türkei, die Nato, was Deutschland hier tut, dass es dazu beiträgt, den Konflikt zu beenden und die gesamte Region nicht noch mehr brennen zu lassen. Warum will Deutschland denn unbedingt Waffen z.B. an Saudi Arabien liefern? Sind die wirklich so demokratisch und friedfertig? Nein Herr Gause, die Deutsche Außen- und Sicherheitspolitik ist schon länger keine Friedenspolitik mehr sondern folgt knallharten geostrategischen und ökonomischen Interessen und damit immer mehr eine offene, imperialistische Kriegspolitik.

Und um mal wieder auf den obigen Artikel/Aufruf zurückzukommen genau darum geht es, dass der Einsatz der Nato und damit Deutschland der völlig falsche Weg ist, dieser Region Frieden zu bringen, sondern den Brandherd weiter anheizen und das Elend und die Not vergrößern wird. Es wird statt zu löschen immer mehr Öl ins Feuer gegossen.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.12.2012 um 17:17 Uhr
Endlich mal einer der auch inhaltlich antwortet - auch wenn wir verschiedener Ansicht sind - danke Herr Gause, darauf kann man wenigstens auch inhaltlich antworten!

- ja sicher, auch in Syrien gibt es die unterschiedlichsten Interessen ( wer hat es sich hier einfach gemacht? ich beziehe mich immer noch auf den Inhalt des Beitrages ), da prallen wie so oft auch die Interessen verschiedener Großmächte aufeinander, sie lassen dann, auch wie so oft, Stellvertreterkriege führen...
- wie kommen Sie darauf dass die Linken ( so ganz allgemein, hat jetzt mit Parteizugehörigkeiten nichts zu tun ) zu Pazifisten geworden sind, und damit - da gebe ich Ihnen völlig Recht - völlig naiv geworden wären?
- sind die Interessen Deutschlands die Interessen des deutschen - oder eines anderen - Volkes? Das ist doch die Gretchenfrage, oder nicht? Wenn die Regierenden in Deutschland - oder anderswo - mit der NATO Krieg führen werden dann die Interessen des deutschen Volkes dort verteidigt, oder eines anderen Volkes? Nicht nur ich bestreite das, siehe auch den Text der Migrantenorganisationen - das scheint komischer Weise keinen zu interessieren, es wird immer von den Linken gesprochen, wieso eigentlich, die Künstler sind mitnichten auch alles Linke, nur so nebenbei...
- von welchem sozialistischen Land reden Sie Herr Gause, wo es den Flüchtlingen nicht so gut gefallen hatte? Von Syrien? Von der ehemaligen DDR? = das hätte zwar jetzt wieder mit dem Thema des Beitrages nichts zu tun, aber nur zur Beruhigung = die ehemalige DDR hatte seit jahrzehnten mit Sozialismus überhaupt nichts mehr zu tun, also wenn Sie sich ernsthaft ( gerne unter einem anderen Beitrag ) dazu sachlich auseinandersetzen möchten, jederzeit, eines meiner Lieblingsthemen, ich werde keiner Diskussion aus dem Weg gehen, die Aufarbeitung der Geschichte, das ist eines der wichtigsten Themen überhaupt!

Nur noch ne Frage = nicken Sie eigentlich alles ab was die Regierenden so beschließen und kritisieren sie grundsätzlich alles wenn es von Linken kommt? Ich frage Sie Herr Gause weil Sie hier ( bisher ) der Einzige sind, der versucht mit Argumenten zu antworten.
Thorsten Lux
900
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 12.01.2013 um 08:08 Uhr
Ich möchte gerne mal einen anderen Gedanken aufgreifen: "Also ist der Konflikt einfach vielschichtig und nicht einfach nur ein Bürgerkrieg. Daher ist es nahezu albern und naiv, mal einfach zu sagen: 'jetzt setzt Euch hin und verhandelt mal schön, schlagt Euch endlich nicht mehr die Köpfe ein'."

Albern und naiv? Was ist die Alternative dazu - und gerade wenn es (wie angesprochen) um die Konfrontation mehrerer Interessenlagen geht? Wohin führt das, wenn diese Akteure nicht am Verhandlungstisch eine Lösung herbeizuführen suchen? Dann gibt es Gewalt, Gegengewalt, Zustörung, Verstümmelung, Tod. Und dann? Glaubt man nach einer Art "finalem Intermezzo" könne Ruhe und Frieden sein wenn die Materialschlacht geschlagen ist, alles kaputt ist und etliche Akteure Tod und Elend im eigenen Umfeld zu beklagen haben?

Auf die weiter oben angeführte Polemik mag ich eigentlich garnicht eingehen, man soll doch die Koffer packen und auswandern, wenn einem unsere Gesellschaft wert genug ist sich dafür zu interessieren, sich darin zu engagieren und sich Gedanken zu machen inwiefern man sich selbst in die Gestaltung unserer Gesellschaft mit einbringen kann.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 12.01.2013 um 09:47 Uhr
Doch Thorsten, da gebe ich Herrn Gause Recht = es ist naiv zu denken mit einer pazifistischen Einstellung könnte man die Welt "retten". Ich will das Zitat nicht schon wieder bringen, aber so ist die Realität: wenn die Interessen der Akteure ( um deine Wortwahl zu nehmen ) nicht mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, dann greifen sie zu gewaltsamen Mitteln, so sind Kolonialmächte und imperialistische Staaten schon immer vorgegangen. Appelle an deren "Vernunft" zu stellen ist illusionär, sie handeln nie "vernünftig", was sie antreibt ist die Jagd nach Rohstoffen, Absatzmärkten, Macht und Einfluss usw., da ist kein Platz für pazifistische Losungen und Logik.
Die Aufgabe der wirklich nach Frieden strebenden Menschen ist es, sich für das Selbstbestimmungsrecht aller Völker einzusetzen und nicht Appelle an die Einsicht der jeweils Herrschenden zu richten. Sicher, das macht man natürlich in aller erster Linie in dem jeweiligen Land in dem man lebt.
Thorsten Lux
900
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 12.01.2013 um 10:09 Uhr
Lieber Stefan, ich bin mir garnicht sicher ob ich den Begriff "Pazifismus" mit mir und meinen An- und Einsichten in Einklang bringen kann. Wir sind in unseren Meinungen (denke ich) sehr schnell beisammen, wenn wir uns fragen was "Appelle an die Vernunft" von Menschen und Kräften bringen sollen (oder können) wenn wir doch sehen, dass sie sich aus unserer Perspektive "unvernünftig" verhalten und ihre Prioritätensetzung nicht nach Massgaben vornehmen, die wir als "vernünftig", oder gar als verantwortungsvoll erachten würden. Da aber weder Du noch ich Kolonialmächte, imperialistische Staaten noch an Rohstoffen, Absatzmärkten, Macht und Einfluss Interessierte wirtschaftliche Akteure sind, können wir hier bloß aus unserer eigenen Perspektive einordnen und diskutieren. Dass diese Akteure handeln wie sie handeln und hier nicht mitdiskutieren, kann für uns ja bloß schwerlich Anlass sein über ihre Beweggründe zu spekulieren und stellvertretend für sie eine Argumentation zu versuchen.

Ich stimme mit Dir überein, dass es um das Selbstbestimmungsrecht aller Völker gehen muss, auch wenn mich die Formulierung "die Welt retten" etwas verwundert zurücklässt. Die Fragen die sich damit jedoch stellen: Was sind das für Interessen und kann (oder soll) man diese begrüßen oder gar unterstützen? Welche Möglichkeiten "friedlicher Mittel" gibt es und sind diese bereits ausgeschöpft?

Es macht mir kein Problem wenn mich jemand für naiv halten könnte: vielleicht hätte er aus einer bestimmten Perspektive ja sogar Recht - inwiefern auch immer. Albern würde ich den Versuch einer Selbstpositionierung jedoch nicht empfinden. Und naja: Um sich selbst eine "pazifistische Einstellung" zu attestieren hätte man vermutlich über diesen Begriff und was er bedeuten kann und soll detaillierter nachdenken müssen. Über Begrifflichkeiten nachzudenken kommt bei mir in der Prioritätenliste aber erst nachdem ich darüber nachgedacht habe was ich für richtig und wichtig halte, wie ich zu diesem Schluss komme - und nach der Verwunderung und der Spekulation weshalb es andere Menschen gibt die in derselben Gesellschaft leben aber zu anderen Folgerungen kommen.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 12.01.2013 um 11:53 Uhr
Lieber Thorsten, entweder reden wir hier aneinander vorbei oder ich verstehe nicht auf was du hinaus willst.

Ausgangslage war doch der Kommentar von Herrn Gause =
"Nebenbei habe ich bis heute nicht verstanden, wie sich bei den Linken der totale Pazifismus etablieren konnte. Ist das Trotz, Naivität oder eine Nische, die inzwischen keine Partei mehr besetzt, um ein Alleinstellungsmerkmal zu haben ..."

und das was du zitierst:
"Also ist der Konflikt einfach vielschichtig und nicht einfach nur ein Bürgerkrieg. Daher ist es nahezu albern und naiv, mal einfach zu sagen: 'jetzt setzt Euch hin und verhandelt mal schön, schlagt Euch endlich nicht mehr die Köpfe ein'."

Nun, da geht es doch darum ob ( manche ) Linke naiv sind, die sich pazifistischen Illusionen hingeben ( es sei mal dahingestellt welche Linke Herr Gause überhaupt meint, die solche Positionen angeblich vertreten )
und
ob es nicht einfach nur illusionär ist wenn man glaubt die Konfliktparteien - in und ausländische - könnten / würden sich einfach so an den Verhandlungstisch setzen und damit den Konflikt beenden.

Die imperialistischen Staaten verhalten sich sogar aus ihrer eigenen Sicht oft "unvernünftig", der Drang nach Maximalprofit gräbt ihnen selbst teilweise das Wasser ab, sie können aber gar nicht anders handeln....selbstverständlich ist es unsere Aufgabe diese Beweggründe genauestens zu analysieren ( das hat mit Spekulation nichts zu tun ), dies ist bedeutend für die Taktik und Strategie der Linken und aller Völker!

Das kurdische, das syrische usw. usw. Volk wird seine Interessen selbst formulieren und auch den Weg selbst bestimmen wie es seine Interessen verfolgt und durchsetzen will. Ob dies dann mit friedlichen Mitteln, mit Aufständen, mit Streiks usw. durchgesetzt werden soll, nun auch das ist einzig und allein Sache der jeweiligen Völker!
Wenn schon Begriffe hier - u.a. von Herrn Gause - in die Diskussion eingebracht werden, dann muss man auch darauf eingehen. So unwichtig ist das auch nicht, mit einer Forderung wie "Frieden schaffen ohne Waffen" hätten die Menschen in Ägypten, Tunesien, Jemen.... wahrscheinlich auch nicht viel anfangen können, ob es dann für die Kurden oder Syrer einen anderen Weg geben kann, nun das wissen sie mit Sicherheit besser wie wir.
Thorsten Lux
900
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 12.01.2013 um 12:34 Uhr
Lieber Stefan, ich denke Du hast Recht: Wir reden scheinbar irgendwie aneinander vorbei obwohl wir im Grunde dasselbe zu meinen scheinen.

DIE Linke (und darum ging es mir im Wesentlichen) gibt es nicht, sondern sie besteht aus vielen Gruppen und Individuen (im In- und Ausland). Welche Linke(n) Herr Gause eventuell meinen könnte, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

"ob es nicht einfach nur illusionär ist wenn man glaubt die Konfliktparteien - in und ausländische - könnten / würden sich einfach so an den Verhandlungstisch setzen und damit den Konflikt beenden."

Meiner Meinung illusionär aber auch wünschenswert - es geht jedoch hier nicht darum was ich mir wünsche. Insofern hoffe ich natürlich, dass Du mit Deiner Einschätzung "das kurdische, das syrische usw. usw. Volk wird seine Interessen selbst formulieren und auch den Weg selbst bestimmen wie es seine Interessen verfolgt und durchsetzen will" Recht behältst.

Ob die Menschen in Ägypten, Tunesien, Jemen... viel oder wenig anfangen können mit der Forderung "Frieden schaffen ohne Waffen" ist das Eine. Als Mensch der sich in Deutschland engagiert und der deshalb (unter anderem) das Verhalten der deutschen Regierung zu bewerten sucht, kann ich diese These jedoch überdenken ob und inwiefern sie für mich passt und als vertretbar gelten muss. Am Ende könnte die von Dir eingebrachte Losung dann eventuell lauten "Frieden schaffen ohne deutsche Waffen", aber diese These mag ich nur am Rande einwerfen, denn so wünschenswert dies erschiene stellt sich natürlich ebenfalls die Frage was sich damit am eigentlichen Problem ändern würde.
Michael Beltz
6.487
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 14.01.2013 um 11:38 Uhr
Friedenskampf ist Klassenkampf. Nicht umsonst hat Lenin den Kampf um Frieden in seinem ersten Dekret als entscheidend für die weitere Entwicklung des Sozialismus gehalten.
Dass die Imperialisten nicht anders können, als Kriege zu führen und Eroberung durch Korruption zu forcieren, ist eine innere Lokgik des Kapitalismus. Der Profit muss in immer größeren Dimnensionen realisiert werden.
Wie geschieht das? Die Arbeiterklasse muss Verzicht leisten und erhält gerade soviel, um sich möglichst ruhig zu verhalten und ihre Arbeitskraft auch weiterhin verkaufen zu können. Also 1. Ausbeutung der Arbeigterklasse
und 2. werden neue Absatzmärkte und Rohstoffquellen im Interesse der Akkumulation des Kapitals benötigt. Dazu sind Kriege eine logische Konsequenz.

Alle Forderungen, wie "vernünftig sein, sich an einen Tisch setzen, die Waffen abliefern, Sozialpartnerschaft" werden von den Kapitalisten für ihre Interessen benutzt und entspringen im besten Falle einer idealistischen Philosolphie (im Gegensatz zur materialistischen Ph.)
Kurt Wirth
1.114
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 15.01.2013 um 12:29 Uhr
So ganz verstehe ich das nun nicht, Michael: Einerseits schreibst Du:Friedenskampf ist Klassenkampf (gut, das könnte man auch so verstehen, daß man Frieden nur schaffen kann, wenn man den Kapitalismus ein für alle mal besiegt, u.U. auch mit Waffengewalt). Aber Du stellst es in den Kontext vom Dekret über den Frieden, wo es tatsächlich darum ging, erst mal die Waffen zu strecken, um dann zu sehen, wie man anders weiter kommen kann. Ähnliche Situationen gab es in der weiteren Entwicklung des (realen) Sozialismus: Vertrag von Rapallo, Nicht-Angriffs-Vertrag 1939 (sog. Hitler-Stalin-Pakt), Konferenzen von Jalta, Potsdam usw., Pariser Konferenz zur Beendigung des Vietnam-Kriegs, Atomwaffen-Sperrvertrag usw. Insofern meine ich doch, daß Forderungen, wie "vernünftig sein, sich an einen Tisch setzen, die Waffen abliefern" ihren Sinn haben (Sozialpartnerschaft betrifft nun wieder eine andere Thematik). Daß mit dem Trocknen der Tinte unter solchen Vereinbarungen nicht alles erledigt ist, und um die Realisierung der vereinbarten Inhalte weiter gekämpft werden muß, versteht sich.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 15.01.2013 um 20:57 Uhr
Lieber Kurt, es ist sicherlich möglich einzelne Kriege zu verhindern, die Fragen der richtigen Taktik sind auch nicht zu vernachlässigen ( z.B. Zeitgewinn der Sowjetunion im 2. Weltkrieg um nur ein Beispiel zu nennen ).
Grundsätzlich gilt aber = so lange es imperialistische Staaten gibt, so lange wird es Kriegsgefahr und Kriege ( gesetzmäßig ) geben. Und damit sind wir beim Klassenkampf: erst dann wenn die herrschende Klasse des Monopolkapitals in allen Ländern der Erde durch die Herrschaft des Proletariats abgelöst ist, erst dann werden imperialistische Kriege der Vergangenheit angehören. Analysiere deine hier angeführten Beispiele selbst, hatten sie den "Frieden" zur Folge? Oder auch: wer beendete den Vietnam-Krieg, eine Konferenz?
Appelle an die Vernunft, Verzicht auf den aktiven Widerstand gegen Kriege, Illusionen in ein "Gleichgewicht der ( imperialistischen ) Kräfte", Verbreitung eines Grundprinzips "der friedlichen Koexistenz" usw. usw., dies wird alles nicht zum "Frieden" führen. Wunschdenken hilft nie weiter, schau nach Mali, was passiert da aktuell und vor allem "um was geht es!".
Kurt Wirth
1.114
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 15.01.2013 um 23:12 Uhr
Lieber Walter, ohne nun anzunehmen, daß Du stellvertretend für Michael geantwortet hast: sicherlich hat der opfervolle Kampf der Vietnamesen erst die Voraussetzungen für die Ergebnisse der Pariser Konferenz geschaffen. Ob die Einschätzungen Stalins und der KPdSU hinsichtlich der Kriegsvorbereitungen der deutschen Faschisten realistisch waren, darüber gibt es erhebliche Zweifel. Es macht zwar nicht viel Sinn darüber zu sinnieren, "was wäre gewesen wenn...". Aber die Politik der friedlichen Koexistenz des sozialistischen Lagers in den Jahren von ca. 1955-1985 hat doch dazu beigetragen, daß die Erde heutzutage nicht nur eine radioaktiv verseuchte kosmische Staubwolke im Weltall ist. Und auch die als Handlanger des Weltkommunismus verleumdeten Ostermarschierer und Sitzblockierer vor Mutlangen haben ihren Teil dazu beigetragen. Immerhin ist es gelungen, im industrialisierten Teil der Welt einen "dritten und letzten Weltkrieg" zu verhindern. Damit will ich all die Kriegsopfer von Korea über Vietnam, Karibik (in Mexico verlieren mindestens so viele Menschen jährlich ihr Leben im Drogenkrieg, wie zur Zeit in Syrien, und es wird nicht viel Aufhebens davon gemacht), Naher Osten usw. usf. nicht geringschätzen. Was Mali betrifft: zuerst gab es deutliche Distanz von deutscher Regierungsseite. Nunmehr kennt die "Anbiederung" an Frankreich keine Grenzen: Man will den Kuchen der dortigen Rohstoffe und Bodenschätze nicht Frankreich allein überlassen.
Was ist nun mehr Wunschdenken: Mit Demonstrationen und Sitzblockaden u.ä. sich bemühen, das öffentliche Bewußtsein zu verändern? Oder auf den Erkenntnisprozeß von Milliarden von Menschen auf Grund der Lektüre des "Kommunistischen Manifest" zu hoffen? Es wäre schön, wenn beides gelänge.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 15.01.2013 um 23:30 Uhr
Nein, ich antworte / spreche immer nur für mich selbst :-))
Das Prinzip der friedlichen Koexistens hat zum Verrat an den unterdrückten Völkern geführt, das sozialistische Prinzip der internationalen selbstlosen(!) Hilfe und der Unterstützung des Befreiungskampfes ad absurdum geführt, zu einem mörderischen Konkurrenzkampf mit den USA, zu massiver - auch atomarer - Aufrüstung usw. usw. geführt... mit Sicherung von Frieden hatte dies nicht das geringste zu tun, eher zu einer neuen Art des Kolonialismus, zu Neokolonialismus geführt... kein Wunder, dass die westliche Welt voll des "Lobes" war über die "neue" sowjetische Führung, der Weltpolizist hatte nun einen kleinen Hilfspolizisten und man konnte sogar jetzt Geschäfte mit ihm machen...
Ob es nun Demonstrationen oder Sitzblockaden, Streiks oder Massenkundgebungen... sind, alles muss verbunden werden mit der Theorie! Und alles ist zig-fach richtiger als jede Hoffnung in die Vernunft der Herrschenden!
Kurt Wirth
1.114
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 16.01.2013 um 09:38 Uhr
Wie bereits bemerkt, kann man nur spekulieren, was ohne Politik der friedlichen Koexistenz eingetreten wäre (die ja eben schon mit dem Dekret über den Frieden und schon vor Gründung der Sowjetunion mit den Rapallo-Verträgen eingeleitet wurde). Ich hänge der seinerzeitigen Sentenz an: Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts. Hoffnung in die Vernunft der Herrschenden? Auf jeden Fall sind sie in gewissem Maß beeinflußbar, man kann ihnen, u.U. zeitweise Zugeständnisse abringen (sonst wären solche Aufrufe wie dem hier eingestellten Ausgangsbeitrag überflüssig und sinnlos und man könnte nur abwarten, bis der Kapitalismus/Imperialismus an Altersschwäche eingeht, für Marxisten aber auch wieder eine Unmöglichkeit). Ob nun jemand mit oder ohne Theorie, und wenn mit, mit richtiger oder falscher, für den Frieden kämpft, ist mir relativ gleichgültig. Selbstverständlich habe ich meine. Ansonsten bin ich, wie fast alle Kreaturen vom Elefanten bis zum Regenwurm bemüht, meinen Tod so lange wie irgendmöglich hinauszuschieben und auf die Verwöhnung durch Jungfrauen im Jensseits oder die heldenhafte Erwähnung auf einem Denkmal zu verzichten, und respektiere, daß auch die meisten anderen Menschen dies so sehen.
Michael Beltz
6.487
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.01.2013 um 17:15 Uhr
In der DKP wurde z.B. die Meinung eines "friedensfähigen Imperialismus" vertreten mit Hinweis auf die Anti-Hitler-Koalition. Man kann den Imperialismus gewiss aus einer Position der Stärke zu Niederlegung der Waffen zwingen. Der Imperialismus ist auf Grund seines Wesens (Akkumulation des Kapitals usw) niemals per se friedensfähig.

Die friedliche Koexistent, ein Prinzip Lenins, sehe ich nicht so wie Du, Stefan. Was aus diesem Prinzip gemacht wurde, ist etwas anderes. Die sozialistischen Länder (!) haben bereits unter Chruschtschow dem Westen gegenüber zu sehr nachgegeben. Ein Wettlauf mit den USA in Fragen Lebenshaltung u.ä. war Unsinn. Eine derartige Haltung wurde deutlich auch in der Frage der Menschenrechte. Anstatt auf die Verletzung der Menschenrechte in den imperialistischen Ländern hinzuweisen, wurde gekuscht. = Konferenz in Helsinki!

Das angessprochene Lob des Westens kam erst wieder auf den Tisch, als der Sozialdemokrat (nach eigener Aussage) Gorbatschow ans Ruder kam.

Die Hilfe für die unterdrückten Völker durch die SU sehe ich positiv.

Und die Frage Krieg oder Frieden wurde durch das Ende der sozialistischen Länder sehr deutlich beantwortet: Jugoslawien, Irak, Afghanistan, Lybien.... bis Mali.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.01.2013 um 19:11 Uhr
Du weisst Michael wie ich das meinte, dies war auch die Antwort an Kurt = das Prinzip Lenins wurde - wie du sehr treffend dargestellt hast - pervertiert, die Sowjetunion zu Lenins Zeiten hat nie aufgrund der "Friedlichen Koexistenz" vor den imperialistischen Ländern gekuscht ( obwohl sie von allen Seiten eingekreist war ), nie auf die selbstlose internationale Unterstützung verzichtet usw.!
Nein, das sehe ich anders, die westliche Welt überschlug sich geradezu in Lobeshymnen nach dem XX. Parteitag der KPdSU...
Damit wurde auch das Ende der sozialistischen Länder eingeläutet, weit vor dem "offiziellen" Zusammenbruch....
Michael Beltz
6.487
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 17.01.2013 um 11:38 Uhr
Stefan, Du sprichst von der Zeit nach dem XX. Parteitag der KPdSU, ich spreche von der Zeit, die mit Chruschtschow begann. Ich denke, wir meinen beide das gleiche.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.01.2013 um 16:19 Uhr
Ja, dann ist es genau so Michael!
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